Hohe Arbeitslosigkeit schockt Spanien

Spanien weiter auf Talfahrt: Die Arbeitslosigkeit stieg im ersten Quartal auf 24,4 Prozent, mehr als die Hälfte der Jugendlichen ist arbeitslos – die Verkäufe im Einzelhandel fallen seit 21 Monaten. Die Banco Popular meldet einen Gewinneinbruch.

Pünktlich zum Downgrade Spanien durch Standard & Poor’s (hier) werden aktuelle Daten aus Spaniens Wirtschaft veröffentlicht, die die Begründung der Ratingagentur für die Herabstufung stützen. Die Zahl der Arbeitslosen in dem Land steigt weiter. Die Arbeitslosigkeit in Spanien scheint im freien Fall zu sein. Im ersten Quartal stieg sie auf 24,4 Prozent, den höchsten Wert seit 18 Jahren. Von den Behörden wurden 23 Prozent erwartet, zumal die Arbeitslosigkeit Ende vergangenen Jahres noch bei 22,9 Prozent lag. Unter den Jugendlichen liegt die Arbeitslosigkeit nun bei 50,5 Prozent, so Eurostat.

Insgesamt sind also offiziell 5,6 Millionen Spanier ohne Arbeit und 1,5 Millionen von ihnen sind seit mehr als zwei Jahren arbeitslos, so das nationale Statistikamt. Die Anzahl der Haushalte, in denen kein Familienmitglied eine Arbeit hat, stieg dem Statistikamt zufolge um 153.4000 auf 1,7 Millionen.

Von der Wirtschaft können die arbeitslosen Spanier allerdings auch nicht viel erwarten. Das Land befindet sich in einer Rezession, die von den Sparmaßnahmen der Regierung nur verstärkt wird. So ging beispielsweise im April der Einzelhandel gegenüber März um 3,7 Prozent zurück und fällt somit den 21. Monat in Folge. Aber auch die von der Ratingagentur unterstrichene Situation der Banken verdeutlichte sich am Freitag. Die Banco Popular veröffentlichte die Resultate des ersten Quartals 2012. Die Gewinne fielen um 46 Prozent. Die Bank gab an, dass in den kommenden Quartalen weitere Verluste folgen werden.

Kommentare

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  1. Schmidt sagt:

    Statistik:
    ALLE, aber ohne jede Ausnahme alle Agenturen, Nachrichten etc. zitieren die EINE Zahl: mehr als 50% Jugendarbeitslosigkeit, aber nirgendwo findet man die Antahl statt der Prozent-Quote.
    Hintergrund:
    Natürlich hat Spanien eine immensen Arbeitslosigkeit, aber die Quote in % bei der Jugendarbeitslosigkeit ist KÜNSTLICH hoch gerechnet: und zwar wie folgt: die Basis ist offensichtlich sehr klein, weil alle, die studieren oder im College sind, nicht mit zur Basis gerechnet werden.
    Beispiel:
    Angenommen, dass Land Spanien hat 1 Million (sind natürlich mehr) Jugendliche zwischen 16 und 24 Jahren, davon studieren -rein fiktiv wieder – 900.000. von den verbleibenden 100.000 sind 50.000 ohne Job oder Ausbildungsplatz. QUOTE also 50%!!! Die Jahrgangsbezogene Arbeitslosigkeit wäre aber dann nur in diesem Beispiel 5% (!) …. Spanien hat, das fällt auf, auch in Zeiten der Hochkonjunktur mit dieser Art der Abrechnung IMMER eine Quote von über 20% (!) Jugendarbeitslosigkeit gehabt!

    Vielleicht liegt der Grund für diese originelle Berechnung ja in EU-Subventionen…

  2. Medley sagt:

    @Richard

    „Am Ende ist diese Gesellschaft dann dort, wo das Kapital sie haben will: Arm, arbeitslos und bestens zum Versklaven geeignet. Zeitarbeit und Dumpinglohn. “

    Soso. Und an wen verkaufen dann die Kapitalisten ihre Massenprodukte? An die armen Arbeitslosen, an die hungernden, versklavten Zeitarbeiter, die zu „Dumpinglöhnen“ arbeiten müssen? Wohl kaum, oder? Na, sehen, sie da beißt sich wohl was, finden sie nicht?!

    „Aufgrund der vielen Sonnenstunden pro Jahr und dem umgebendem Meerwasser ließe sich dort über Verdunstung Trinkwasser für Plantagen gewinnen, dann großflächig Boden mithilfe von Terra-Preta anlegen und so alles nur denkbare anbauen,“

    Schöne Idee. Nur, warum macht’s den keiner? Na? Saudi-Arabien besitzt noh viel-viel mehr Sonnenstunden und das Land ist sicher vier bis fünfmal soviel von Meerwasser umgeben wie Spanien, -schauen sie sich die Weltkarte mal an- und ist man da schon mal auf so supi-tolle Ideen gekommen? Nein. Und das, wo die Saudis wahrlich das nötige Keingeld hätten in solche phantastischen Projekte zu investieren. Vielleicht leigt das ja daran, das sowas nicht möglich ist, dass das nur einen Hirngespinst und eine Träumereiv on ihnen ist, Meerwasser mittels Verunstung zu Trinkwasser zu kondensierten. Ich mein, wenn das möglich wäre, dann wäre Nordafrika eine blühende Oase, bei dem Sonnenstunden, dem vielen meerwasser im Mitelmeer und bei den riesigen wüste Landfläche namens „Sahara“, die sich da anböte. Un gleiches in Australien oder Chile(Nakamara-Wüste), oder auch entlang der Westküste Nordamerikas(USA, Mexico)

    „Ebenso ließe sich die Sonne zur Energiegewinnung nutzen. Soweit mir bekannt existieren im Süden größere ungenutzte Wüstengebiete – prädistiniert für Solarstrom-Gewinnung. Strom als gefragtes Exportgut. “

    Was die Sonnenenergie betrifft: Glauben sie allen Ernstes, das wenn sich Solarenergie in Spanien wirtschaftlich lohnen würde, dass die „gierigen“ Kapitalisten sich diese Chance auf Profit und Gewinnen wirklich nehmen lassen, bzw. verstreichen lassen würden? Nein. Natürlich nicht. Nur lohnt es sich halt wirtschaftlich nicht und deshalb gibt es auch niemanden der bereit wäre, ohne Subventionsmultimilliarden in Spaniens Wüsten Sonnenpanele zur Stromerzeugung aufzustellen. Und zudem müssen sie diesen Solarstrom dann auch erstmal kostenintensiv mittels aktuell überhaupt noch garnicht vorhandener Leitungen an die Grenzen anderer Länder bringen, um ihn zu „exportieren“. Das sind daher alles nur Träume von ihnen, alles nur irreale, weltfremde TRÄUME!!!!!

  3. Medley sagt:

    @Livius

    „Spaniens Deindustrialisierung der Wirtschaft begann bereits in den 80-er Jahren…“

    Soso, was sie nicht sagen. Welche Industrie denn? Die Olivenzuchtindustrie? Die Stierkampfindustrie? Die Siesta- und Viestaindustrie? Die Sangrilaindustrie? Ich hab‘ schon von vielen gehört, nur das ausgerechnet Spanien sowas wie eine maßgebliche Industrie besitzt, dass ist mir indess gänzlich neu. Es gibt eine bedeutende Tourismusbranche. Wohl wahr! Und seit den 80ziger Jahren haben sich verschiedene ausländische Investoren(ua. VW) in den Fahrzeugbau in dem Land angagiert, und damit überhaupt erst sowas wie industrielle Strukturen aufgebaut, die es vorher ÜBERHAUPT NICHT GAB!! Spanien war bis in die 80ziger Jahre praktisch ein Agrarland, ein AGRARLAND!!! Von was für einer „Industrie“ phantasieren sie da?

  4. Livius sagt:

    Diese Argumente, die Arbeitslosigkeit schockt Spanien, sind wieder so darauf ausgerichtet um die Leser zu schocken.
    Spanien ist heute da wo sie schon Mitte der 90-er waren. Auch Mitte der 90-er betrug die Jugendarbeitslosigkeit fast 50%, ihr könnt gerne Statistiken raussuchen.
    Spaniens Deindustrialisierung der Wirtschaft begann bereits in den 80-er Jahren, seitdem hatte sich der Staat nie davon erholen können!

  5. Korsar sagt:

    Heute musste ich lesen, das nun eine „Wachstums-Agenda“ Merkels, neue eingeflüsterte Idee ist! Das ist nun die letzten Offensive, die in die Hose gehen muss.
    Denn, mit Geld eine Wirtschaft anzufachen, geht nur, wenn auch die Voraussetzungen dafür im Lande ist. Hier könnte das noch gehen. Aber, nicht mehr in Spanien. Dort fehlt die Industrie, das Land oder dessen Regierung glaubte, an möglichst viel EU- Gelder zu kommen, in dem es seine Einwohnerzahl, mittels Zuwanderung, pushte. Das hat nicht geklappt, denn Produktion und Wertschöpfung stiegen nicht mit. Und, wie will man in Griechenland die „Wirtschaft“ fördern. Da gibt es nichts zu fördern.

    Wer solche unausgereiften Ideen, dieser Frau als letzte Bastion verkauft, der hat keine Ahnung. Ich müsste überhaupt erst einmal eine Analyse der tätigen Unternehmen vornehmen, um sagen zu können, das Unternehmen, kann oder kann nicht mit seinen Produkten am zukünftigen Weltmarkt teilnehmen. Ein finanzieller Schrotschuss, geht wiederum nur, aber nur an die Banken, die mit dem Verteilen beauftragt werden.

  6. Richard sagt:

    Spanien ist ein krasses Beispiel, wie mit Marktöffnung und dem üblichem Zerstören wertschöpfender Gesellschafts-Strukturen durch unregulierte Kapital-Agitation ein Land in die Armut gelenkt wird. Am Ende ist diese Gesellschaft dann dort, wo das Kapital sie haben will: Arm, arbeitslos und bestens zum Versklaven geeignet. Zeitarbeit und Dumpinglohn.

    Im Grunde eine Schande! Spanien hat solch ein Potential! Aufgrund der vielen Sonnenstunden pro Jahr und dem umgebendem Meerwasser ließe sich dort über Verdunstung Trinkwasser für Plantagen gewinnen, dann großflächig Boden mithilfe von Terra-Preta anlegen und so alles nur denkbare anbauen, vermutlich sogar Kaffee und exotische Früchte, die im Norden Europas sehr gefragt sind.

    Ebenso ließe sich die Sonne zur Energiegewinnung nutzen. Soweit mir bekannt existieren im Süden größere ungenutzte Wüstengebiete – prädistiniert für Solarstrom-Gewinnung. Strom als gefragtes Exportgut.

    So viele Möglichkeiten – und auf der anderen Seite ein Wirtschafts- und Politsystem, welches das Land in Grund und Boden wirtschaftet. Wie gesagt – eine Schande!

    • FDominicus sagt:

      Leider völlig daneben. Ich schlage vor (auch wenn ich weiß es ist sinnlos)
      schlagen Sie mal unter Subventionen nach und dann schauen sie mal was Zinsunterschied bedeutet. Dann könnte man auf die Idee kommen zu gucken wie sich dieser für Spanien entwickelt hat und dann sollte man zu anderen Schlußfolgerungen kommen (man muß aber nicht denn man kann natürlich vor der Realität die Augen verschließen)

      • Richard sagt:

        Zinsen zahlt nur, wer mehr ausgibt, als er hat. Wer so wirtschaftet, dass er permanent Zinsen zahlt – wirtschaftet lausig. Er arbeitet nicht mehr für sich, sondern für Zinsnehmer, die der Gesellschaft keinerlei echte Werte erarbeiten, vielmehr reine Kapitalakkumulation betreiben. Wo die Bankentürme stehen, ist bekannt.

        Solche Entwicklungen sind typisch für Offenmarktsysteme. Eine Variante wirtschafltichen Sozialdarwinismus. Einer ist dabei immer der Verlierer. Nicht ohne Grund erzwang das britische Imperium in China, Japan und anderen Staaten deren Marktöffnung mit Waffengewalt. Man zerstört die Binnenwirtschaft mit Billigimport, die Staatsausgaben sinken, man gibt dem Staat Kredite, die er nicht erwirtschaften kann und schon hat man ihn in einer Zinsfalle. Am Ende erfolgt die Übernahme der verbliebenen Werte des Landes, nennt sich dann „Privatisierung von Staatsbetrieben“. Ironie der Geschichte – genau dieses, was wir jetzt in noch krasserer Form in Griechenland beobachten hat mal ein ungebildeter Mann in seiner Autobiographie vorausgesagt. Er kam übrigens aus Braunau.

  7. Selbstdenker sagt:

    Ein paar “ ganz unwichtige“ Neuigkeiten aus Spanien:

    http://spanienleben.blogspot.com.es/

    • Korsar sagt:

      Danke, Selbstdenker. Hier outet sich Demokratie und Freiheit innerhalb der EU. Nicht den Drogen- und Frauenhändlern, nicht Terroristen gilt das Einreiseverbot. Es gilt Demonstranten!

      Danke, Europa!