Italien und Spanien: Viele Kreditnehmer kapitulieren

Italienische und spanische Banken melden eine deutliche Zunahme an faulen Krediten von Privatleuten. Die Ausfallsquote ist so hoch wie seit 2000 nicht mehr.

Die dramatische Lage der spanischen Banken treibt neben der hohen Staatsverschuldung derzeit die Zinssätze für spanische Anleihen nach oben (hier). Grund hierfür sind unter anderem die schlechten Kredite, die sich in den Portfolios der spanischen Banken befinden: Sie machen 8,16 Prozent der gesamten Kredite aus – 143,8 Milliarden Euro. In Italien zeichnet sich derzeit ein ganz ähnliches Bild ab. Der Bankensektor des Landes ist ebenfalls angegriffen und die Zinssätze steigen aus Angst vor einer Ansteckung (hier).

Die schlechten, ungedeckten Kredite, die die italienischen Banken vergeben haben, stiegen im Februar auf 107,6 Milliarden Euro. Das macht immerhin 6,3 Prozent aller Kredite aus. Damit haben sich die Anteile der schlechten Kredite seit Juni 2008 mehr als verdoppelt und den höchsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht.

Hinzu kommt, dass das Wachstum des Gesamtvolumens der Kredite an den privaten Sektor in Italien im März mit 0,9 Prozent nur leicht zugenommen hat. Trotz der beiden EZB-Tender, bei denen die italienischen Banken am stärksten zugegriffen haben, kommt also kaum etwas in der Privatwirtschaft an. Dies zeigt, wie notwendig die langfristigen Kredite der EZB für die eigene Refinanzierung der Banken und für die Erfüllung der neuen Kapitalanforderungen gewesen sind.

Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Ah die „Armen“ müssen kapitulieren. Wer hat Sie wohl gezwungen sich zu verschulden? Gehörte das einfach zum „dazusein“ dazu? Und offenbar war es den Kreditgebern ziemlich egal, da müssen sie wohl mit den Ausfällen klar kommen.

    Oder soll das ganze Mal wieder eine Vorbereitung sein irgendwelche Rettungsschirme aufzupannen. Der „Rettungsschirm“ für in Not gekommene Kreditnehmer oder so?

  2. Rico Coracao sagt:

    zur laxen Kreditvergabe -auch hier- möchte ich mal was persönliches schreiben:

    ich brauchte vor ein paar Jahren mal eine VISA+Mastercard Kreditkarte für meine Auslandsaufenthalte in Brasilien. Meine Hausbank ( keine Gierbank= Volksbank Genossenschaftsform) wollte eine Sicherheit, ca 2000euro auf meinem Konto, hatte ich aber nicht… bin so einfach als Nichtkunde in eine Citibank (heute Targobank) rein, habe einen DIN-A4 Zettel ausgefüllt, als Selbstständiger eingetragen, habe 2500.- Einnahme in den Zettel geschrieben und die Karten waren 4 Tage später da, mit erst 1500.- Kreditrahmen, vor ca 2 Jahren aufgestockt worden auf 2200.- , ohne (!) das ich Irgendwas als Sicherheit angegeben hätte, war zwischendurch sogar ALG2 ! Wie sagt Dirk Müller immer so schön „Geld kann nur erzeugt werden, wenn auf der anderen Seite einer Schulden macht“ 🙂 Ich habe die Karten auch in der ALG2 Zeit beide ausgereizt, die Amis sagen dann mit einem Schmunzeln „maxed out“ 🙂
    War sozusagen in Gefahr ein fauler Kredit zu werden, aber die Citibank/Targo interessiert das eh nicht, weil die diese High Risk Kredite eh schon verbrieft vertickert haben..so sieht`s aus und so einfach ging das, wie es heute aussieht weiss ich nicht, aber vor 2008 hat auch hier Jeder bei „diesen modernen“ Banken > Vertrauen=Kredit bekommen..ohne Sicherheiten

  3. schlaumeister sagt:

    Natürlich ist die Finanzmisere viel schlimmer als offiziell zugegeben wird. Banken
    sind bankrott, Staaten sind pleite, Zentralbanken schöpfen Geld aus dem Nichts
    um sie an Pleitebanken und Pleitestaaten zu verschleudern, Buba verschenkt
    über Target2 unsere Exporte, so solls weitergehen bis zum plötzlichen Zusammen-
    bruch. Hektisch werden zwischendurch noch Rettungsschirme versucht zu span-
    nen, die mit Geld aus dem Nichts funktionieren sollen, Dümmlich agierende
    Politmarionetten, die selbst nicht durchblicken, sonst würden sie aus dem Irren-
    haus flüchten, reden Blech und versprechen noch Wohltaten wie Betreuungsgeld,
    um den Dummbürger zu ködern und zu verschleiern, dass seine Lebenserspar-
    nisse schon längst geplündert sind.

    • Rico Coracao sagt:

      ich gebe dir in allen Punkten recht..
      Leute , die Geld angelegt haben,
      werden sehen welch ein Hunger die Inflation hat
      bei 10% (optimistisch) ist es in 5 Jahre noch die Hälfte wert..

      Man weiss nicht wie es weitergeht, Verarmung wie in einem Schwellenland oder der Totalcrash, alles andere ist unrealistisch..

      Und es ist klar, dass man Kredite nicht mehr bedienen kann, wenn man seinen Job verliert oder der Lohn extrem gekürzt wurde. Viele werden es noch probieren, es ein paar Monate noch schaffen, aber die folgen auch noch..

      • schlaumeister sagt:

        Gerald Celente: „The greatest depression is arriving!“ Good luck –
        did you got gold and silver?

  4. bonga sagt:

    An die Redation: schrreibt so

    …faulen (=wertlosen) Krediten….

    Ihr könnt doch die Wahrheit schreiben….

  5. T.L.T. sagt:

    In einem Zero-Hedge-Artikel las ich vorgestern, dass höchstwahrscheinlich viele der Subprime-Kredite spanischer Banken in bewährter Manier verbrieft worden sind und der EZB als Sicherheiten für 1%-Kredite im Rahmen der Geldschwemmen und Targetkredite untergeschoben wurden. Es sei unrealistisch, dass bei einer Arbeitslosigkeit von 24,4% nur 3% aller Kredite ausfallgefährdet sind, zumal in Spanien viele der Kredite an junge Leute – oft in unsicheren beruflichen Verhältnissen – vergeben wurden. Man darf nicht vergessen: Fast 30% der LTRO-Gelder – fast 300 Mrd. Euro – wanderten alleine nach Spanien!

    Heute berichtet Zero Hedge (unterlegt durch eine beeindruckende Grafik), dass die Immobilienblase in Spanien wesentlich größer ist als jene der USA zu Lehmann-Zeiten, wobei der Subprime-Faktor noch erheblich bedenklicher als seinerzeit in den Vereinigten Staaten. Kredite wurden an jedermann vergeben, die Cajas arbeiteten völlig unreguliert, das Thema Sicherheiten wurde ganz klein geschrieben. Jeder, der bauen wollte, konnte es. Siehe: http://www.zerohedge.com/contributed/2012-17-28/truth-about-spanish-banking-system-99-analysts-fail-grasp

    • APO-Warner sagt:

      Man möchte eigentlich die genannte Kreditvergabe-Praxis an junge Spanier nicht galuben, aber vermutlich ist es noch schlimmer und betrifft auch nicht originär-spanische Banken:
      ich hörte im März von einem langjährig in der BRD lebenden Spanier, daß von einer Deutschen Bank den Leuten sogar höhere Kredite als es dem Immobilienpreis entsprach richtig aufgeschwatzt wurden; praktisch gleich noch ein Kredit für´s neue Auto u.s.w.. Dann aber ist klar, daß solche Kredite niemals – und schon gar nicht in einer Immo-Blase – werthaltig sein können.
      Ob das nun rechtlich eigenständige spanische Tochterbanken sind oder nicht: das €U-Plünderunssystem sorgt schon dafür, daß der Steuerzahler (das sind leider wir) für die Zockerei haften wird.
      Und der genannte link verheißt auch nichts Gutes, auch wenn nur die Hälfte dessen stimmt, weil ja auch hier wiederum der Autor sich ein anderes Geschäft erhofft.
      Irgendwie paßt alles zusammen in diesem liederlichen EU-Gebilde. Ich denke diejenigen, die sich von der Verlautbarungspresse verabschiedet haben, wissen wovon sie sich sonst auch noch trennen müssen.

  6. Fred Feuerstein sagt:

    Also wieder zuerst der Tiefschlag: Italien und Spanien: Viele Kreditnehmer kapitulieren !

    Dann die Freudenbotschaft: Kein Problem ! Nach eingehender Prüfung ist man bei der EZB (was sie zwar bisher nicht durfte) zu der alternativlosen Überzeugung gelangt, um die Verwaltungswege abzukürzen, den Banken in Zukunft direkte Hilfestellungen anzubieten ! – Ich denke, dass mir die Formulierung schon wie einem echten Politiker gelungen ist !

    Bisher hat man immer geglaubt, nur Länder dürfen Kredite empfangen, um über die arbeitenden Menschen die Sicherheit zu haben, dass sie im Nichteinbringungsfall dafür gerade stehen müssen. Jetzt dürfte man aber schon wissen, wenn die EZB solche Kredite an Banken vergibt, dass es eigentlich keine Probleme geben wird, denn die Eigentümer der EZB sind ja wieder die nationalen Zentralbanken und somit wieder die arbeitenden Menschen, als Letzte, die vom Hund gebissen werden.

    Theaterfestspiele bis zum St.Nimmerleinstag ? Oder besser, morgen das Geld von der Bank abholen !

    • dparvus sagt:

      Schön formuliert, wie ein echter Politik- Lügner.

    • Dagmar sagt:

      „Dann die Freudenbotschaft: Kein Problem ! Nach eingehender Prüfung ist man bei der EZB (was sie zwar bisher nicht durfte) zu der alternativlosen Überzeugung gelangt, um die Verwaltungswege abzukürzen, den Banken in Zukunft direkte Hilfestellungen anzubieten“

      Wenn man die Gunst der Stunde nutzen würde und die unterstützten Banken dann verstaatlichen würde, hätte man zumindest den Spatz in der Hand. Direkte Hilfestellung für Staaten ist die fette Taube auf dm Dach, die wir nie bekommen.

    • xdl sagt:

      @ Fred Feuerstein,

      ….. denn die Eigentümer der EZB sind ja wieder die nationalen Zentralbanken und somit wieder die arbeitenden Menschen, ….

      Wenn mich nicht alles täuscht ist die EZB ein Bankenkartell, ähnlich wie die FED im Amiland.
      Die Banken würden sich dann selbst helfen. Tun sie aber nicht.
      Denn sie wollen ja an unser Eigentum und an das Staatseigentum.
      Und da kommen dann die Politgangster ins Spiel.
      Die Regierung leiht sich also bei den „notleidenden“ Banken die Milliarden und hinterlegt als Sicherheit Anleihen (Staatseigentum), um dann mit den geliehenen Milliarden den Banken zu helfen.
      Und der dumme Otto-Normalverbraucher zahlt obendrein über die Steuern auch noch Zinsen dafür.

      Das ist der Beschiß des Jahrtausends!

    • schlaumeister sagt:

      Ja, falls noch nicht geschehen, bevor es Abhebebeschränkungen gibt
      wie in F und andern Südstaaten. Wenigstens kann man bei uns pro
      Tag noch 15000 Euro ananym in Edelmetall anlegen, wie lange noch?