Schweizer Nationalbank: Gewinn mit Gold, Verlust mit Euro

Im vergangenen Quartal konnte die Schweizer Nationalbank noch einen leichten Gewinn verbuchen, doch nun wurde der Kampf gegen den starken Franken doch sichtbar. Die Notenbank machte im ersten Quartal Verluste in Milliardenhöhe.

Noch immer kämpft die Schweizer Notenbank mit dem starken Franken und dem Emblem als sicherer Hafen. Mit Devisenkäufen versuchte die Schweizer Nationalbank (SNB) sich gegen die Flucht in den Franken zu wehren. Besonders für die Exportwirtschaft ist ein starker Franken alles andere als gut. Wohingegen sinkende Importpreise eine Deflation ankündigten. Doch genau dieser Kampf, den Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken zu halten, kostete die SNB nun Milliarden.

Im ersten Quartal verbuchte die Schweizer Nationalbank einen Devisenverlust in Höhe von 2,6 Milliarden Franken, der nur durch den steigenden Goldpreis gemildert werden konnte. Letzterer bescherte der SNB einen Gewinn von 800 Millionen Franken. Und so belief sich der Konzernverlust insgesamt auf 1,7 Milliarden Franken (1,4 Milliarden Euro). Im Quartal zuvor war noch ein Gewinn von rund 1,9 Milliarden Euro erreicht worden. Auf das ganze Jahr ließe sich der SNB zufolge aber das Quartalsergebnis nicht hochrechnen. Zu stark seien die Schwankungen am Markt.

Derzeit hält die SNB ausländische Währungen in Höhe von ca. 245 Milliarden Franken. 28 Prozent davon in Dollar und 51 Prozent in Euro.

Kommentare

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  1. jay twelve sagt:

    Die Schweiz kommt mir vor wie der „Einsame Herzen“ Tanzlokal, postiert Mitte drin im Reeperbahn, vernetzt mit vielen Tunnels zu jedem Bordell, Vergnügen ohne Ende.

    Im EH-Tanzlokal findet man keine Damen zum tanzen, dafür Reihenweise Waschmaschinen für die Bordellbesitzer und Zuhälter. Dort werden die Scheine von Sperma gewaschen, Unterwäsche alle mal.

    Schweiz ist eben puritanisch, etwas zu viel vatikanisch, ich meine die 10% Obolus macht dem Petrus beim Geld zählen zum Sisyphus.

  2. Michael sagt:

    Warum wird eine Deflation angekündigt ? Die Schweiz steckt heute am Rande einer Rezession bei gleichzeitiger längst existierender Deflation. Wie kommen denn die Dänen, Norweger und Schweden mit dem Europroblem zurecht ? Nur Norwegen steht halbwegs gut da. Man kann aber feststellen, dass in der Schweiz, Dänemark und Schweden die deflationäre Talsohle in den nächsten Monaten durchschritten wird.

    Alles nur Dummenfang….

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    Goldklötzchen-Handel und Währungsspekulationen, oder überhaupt eine „Gewinn- und Verlustbilanz“ zu führen, sind nicht die Aufgaben einer Zentralbank! Wenn eine Volkswirtschaft funktionieren soll, hat die Zentralbank (besser: das Währungsamt) nichts anderes zu tun, als die Währung (konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung), proportional zu einem repräsentativen Konsumgüter-Preisindex, mit einer direkten Geldmengensteuerung absolut stabil zu halten. Alles andere ist Währungspfuscherei.

    Von einem geordneten Geldwesen konnte überhaupt noch nie gesprochen werden. Die Währungspfuschereien (das Geld ist die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung) und das ebenso unrektiert aus der Antike übernommene Bodenrecht sind die eigentlichen Ursachen für alle selbstgemachten Katastrophen in der gesamten Kulturgeschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit.

    • Stefan Wehmeier sagt:

      @ admin

      Im Unterschied zu der hier betriebenen, gänzlich unreflektierten Zensur denke ich mir etwas bei der Auswahl meiner Links. Wenn Sie das Niveau (falls man es so nennen darf) dieses Portals erhalten wollen, beschränken Sie sich bitte darauf, Inhalte zu löschen, die offensichtliche Denkfehler und Vorurteile beinhalten; nicht solche, die wissenschaftlich einwandfrei sind, auch wenn Sie Ihren Horizont übersteigen mögen:

      http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/04/krieg-oder-frieden.html

      • redakteur sagt:

        Wir denken uns sehr wohl etwas. Der Kommentarbereich ist jedoch keine Linkfarm. Danke, die Redaktion

        • klimperkasten sagt:

          @Stefan Wehmeier
          Ich kann der Redaktion nur zustimmen. Vor allem, wenn es sich IMMER um die selbe verlinkte Website handelt – die übrigens noch dazu in keinster Weise „wissenschaftlich“ ist, sondern ein Sammelsurium esoterischen Gedankenwirrwarrs.

  4. Gautier Irgendwo sagt:

    Viel bejubelt wird die Schweiz dereinst, einmal als beliebtester Geld – Spielball,
    in der Finanz Geschichte eingehen?

  5. Armageddong sagt:

    „Derzeit hält die SNB ausländische Währungen in Höhe von ca. 245 Milliarden Franken. 28 Prozent davon in Dollar und 51 Prozent in Euro.“

    Arme Schweizer, eure Zentralbänker sind genau so bescheuert wie die in den anderen Ländern. De facto ist die Schweizer Bundesbank somit auch pleite wenn der EURO crasht.

  6. Paul sagt:

    Dazu passt folgender Artikel von Michael Morris (http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2012/02/29/eine-erfolgsgeschichte/) dessen Buch „Was Sie nciht wissen sollen“ ich in dem Zusammenhang nur sehr empfehlen kann.

  7. Gautier Irgendwo sagt:

    Statt so wie ursprünglich ihren eigenen Weg zu gehen, wurden allem Anschein allzu oft, jedoch zum Nachteil der SNB, einige von Aussen aufgedrängte recht
    schädliche Anpassungen, eingeleitet.

  8. Der einfältige Einsiedler sagt:

    Die Schweizer-Bundesgenossen wären gut beraten, ihre Koppelung zum elendigen
    „EURO“ und die Haltung zum staatsbankrottem US-Dollar aufzugeben und in andere rentabelere Währungen zu investieren…

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt, aber die Spatzen pfeifen es vom Dach,
    da währen als Alternative: Norwegische Kronen, Australische Dollars, Singapur Dollars…

    Gold in kleiner Stückelung, um Gottes Willen keine Barren, wären zum sichern des eigenen „Vermögens“ des kleinen Mannes/Frau der schönen Schweiz, keine schlechte Alternative…

    …just think, Ihr lieben Eid-Genossen…“EURO-SUCKS“…

    • Jörg Plaz sagt:

      Aus meiner Sicht hat das mit der Wirtschaftsstruktur der Schweiz zu tun.

      Nehmen wir mal an, die meisten Schweizer Firmen hätten eine Importabteilung, eine Verarbeitungsabteilung und eine Exportabteilung. Die Firmen würden also benötigte Rohstoffe und andere Ressourcen und Betriebsmittel aus den Zielländern der EU in Euro kaufen, in der Schweiz verarbeiten und schlussendlich wieder im Zielland in Euro verkaufen.

      Für eine solche Wirtschaftsstruktur wäre in der Tat keine Anbindung zum Euro erforderlich. Nur eine Stagnation oder ein Rückgang des Umsatzes bei Rezession in EU Zielländer, sowie eine Lohnsenkung der Löhne, die in SFr ausbezahlt werden, wäre die Folge. Damit könnte man leben.

      Es ist aber nicht so, leider.
      Vielmehr haben wir getrennte Import- und Exportbereiche. Die Importfirmen gaben aber den Währungsgewinn nicht weiter. Am schönsten sieht man das im Lebensmittelbereich und im Import von Autos. Die Importeure machen viel Gewinn – und die Schweizer reklamieren zu wenig und kaufen stolz weiter, sodass der Druck auf die Importeure, die Preise endlich nach unten anzupassen, einfach viel zu klein ist.

      Als Reaktion darauf sah sich sogar der liberale Wirtschaftsminister der Schweiz (Herr Ammann) gezwungen, ein Soforthilfe Paket für die Exportindustrie zu schnüren, welches dann aber aufgrund zahlreicher Widerstände kaum mehr zur Anwendung kam.

      Fazit: Würde die SNB die Untergrenze an den Euro fallenlassen, würde die Schweiz ihre Exportindustrie komplett verlieren. Ein Umbau der Industrie, um sie währungsresistenter zu machen, würde zu lange dauern.

      Dann noch zur Einwanderung von in der Tat vielen eher jungen und qualifizierten Deutschen:
      Die Kaufkraft der Löhne in der Schweiz ist hoch, besonders für Leute, die teilweise Geld für Ausgaben daheim tätigen.
      Gewerbe und Industrie in der Schweiz lassen das zu und haben Wachstum, eine Rezession kann so verhindert, oder hinausgeschoben werden und die Schweiz versucht damit auch, die Altersverteilung (1964er Knick) zu stablisieren, um die AHV und Renten finanziell halten zu können.
      Problem dabei: Falls die Schweiz trotzdem mal von einer kräftigen Rezession getroffen wird, haben auch die zugewanderten Arbeitskräfte (nach einer gewissen Frist) Anspruch auf ALV und Sozialleistungen, was natürlich gerecht ist, meiner Meinung nach.

      Ich sehe es vereinfacht so:
      Die Schweiz wächst momentan schnell, vielleicht zu schnell.
      Kommt eine Krise, könnte sich das nachteilig auswirken.

      Zuletzt noch zum Beitrag über die SVP Nationalrätin Rickly unten, vom Herrn Alt-Badener:
      Frau Rickly hat einen guten Spürsinn und weiss, dass teilweise viele gute Schweizer Arbeitskräfte via PFZ nun von BewerberInnen aus der EU konkurrenziert werden und damit das Finden eines Arbeitsplatzes für einen Schweizer oder eine Schweizerin schwieriger wird. Das ist der Fall 🙂 und erzeugt natürlich Spannungen und Aversionen gegen ‚Ausländer‘, was sie halt benutzt.

  9. Alt-Badener sagt:

    Das Problem ist ganz einfach zu lösen. Dem Vorschlag von Frau Rickli von der SVP folgen und keine Deutschen mehr ins Land lassen und am besten 100.000 Deutsche wieder zurückschicken. Das schwächt dann den Franken, er fällt vielleicht wieder 1,50 zum Euro und alles ist in Butter. An der ganzen Entwicklung sind nämlich nur die vielen Deutschen in der Schweiz schuldig. Man sieht, die Frau Rickli ist schon eine sehr intelligente Frau.

  10. nachdenklicher bürger sagt:

    danke liebe redaktion für den tipp:

    mit dem euro geht der franken unter…

    eine frage:
    könntet ihr über den morgigen occupy mayday berichten?
    wie es so zuging etc…

    mfg