EZB-Chef Draghi: „Ich verstehe die Wut der Menschen“

Er könne die Wut von den Sparmaßnahmen betroffenen Bürger verstehen, bemerkte EZB-Chef Mario Draghi bei einer Pressekonferenz in Barcelona. Gewalt lehne er jedoch ab. Er wolle den Politikern auch keine Ratschläge geben. Auch Mario Monti könne ohne seine Hilfe regieren.

Über 8.000 Einsatzkräfte waren in Barcelona vor Ort, um das EZB-Ratstreffen ohne Verzögerungen stattfinden zu lassen. Zwar wurde wie erwartet nichts am Leitzins geändert, aber der Wirtschaftsausblick sei unsicher, die Signale nicht eindeutig, räumte Mario Draghi während der Pressekonferenz ein. Die meisten Länder seien 2011 gut mit der Haushaltskonsolidierung vorangekommen. Das wirke sich zwar kurzfristig auf das Wachstum aus, werden aber einen positiven Einfluss auf die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen haben und somit auf die Rendite der Staatsanleihen.

„Wir wissen, dass regionale Diskrepanzen in der wirtschaftlichen Entwicklung normal sind“, so Maria Draghi. Allerdings normalisieren sich derzeit die Ungleichgewichte. Mit Blick auf Griechenland, Portugal und Spanien lässt sich dieser Aussage Mario Draghis allerdings nur schwer Glauben schenken. Auf die Frage, ob es angesichts der dramatisch hohen Arbeitslosigkeit nicht sinnvoller wäre, den Kurs weg vom Sparen zu führen, betonte er, sowohl ein Fiskal- als auch ein Wachstumspakt seien notwendig. „Aber die Konsolidierung muss gleichzeitig weitergeführt werden.“

„Ich frage mich nie, ob die Politik meinen Vorschlägen folgt. Die Politiker brauchen meine Empfehlungen nicht, sie sind klug genug“, sagte Mario Draghi, als er gefragt wurde, ob die aktuelle Politik von Mario Monti im Einklang mit seinen Anregungen stünde (Monti und Draghi kommen beide von der Investmentbank Goldman Sachs – mehr bei DMN hier). Aber er verstehe auch die Wut der Menschen, die hart von den Sparmaßnahmen getroffen seien. Aber wenn so etwas in Gewalt umschlage, sei er gegen solche „Ausbrüche“. „Aber das heißt nicht, dass ich nicht verstehen kann, dass die Leute so empfinden“, fuhr der EZB-Chef fort. „Wir müssen Politik machen, von der wir überzeugt sind, dass sie die richtige ist. Wir müssen unsere Politik so gut wie möglich machen und auch Fehler eingestehen.“

Hinsichtlich der Situation der spanischen Banken sagte Mario Draghi zunächst, die EZB sei zuversichtlich, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. „Wir hegen keinen Zweifel, dass die Maßnahmen so zügig und transparent umgesetzt werden, wie es die anderen Länder und die Märkte einfordern.“ Eine Rekapitalisierung der spanischen Banken wäre nützlich, wenngleich sie keine fiskalische Konsolidierung oder Reformen ersetzen könne. Der EFSF hätte jedenfalls nicht effektiv gearbeitet, fügte er hinzu, und die EZB wolle sicher gehen, dass der ESM so arbeiten könne, wie es notwendig sei. Dies könnte bedeuten, dass sich Mario Draghi und die EZB dafür aussprechen, dass der ESM den Banken direkte Geldspritzen injizieren kann.

Kommentare

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  1. spöke sagt:

    Zu dem fällt mir nur noch was Kirchliches ein!!

    Johannes 8, 44
    Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

  2. fan sagt:

    Eine Balken-Inschrift – (Weisheit 6/1) – an einem alten Fachwerkhaus in der Hamelner Altstadt:

    „Ungerechtigkeit verwüstet alle Lande und böses Leben stürzt die Stühle der Gewaltigen“.

    Herr Draghi, auch Sie werden eines Tages gestürzt, und niemand wird Mitleid haben mit dem, was man dann mit Ihnen macht!

  3. keingutmensch sagt:

    „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten,
    vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.

    Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten,
    dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.“

    Von Carl Theodor Körner

  4. Selbstdenker sagt:

    Wieder mal was Neues (oder eigentlich auch nicht) vom ESM.
    Und trotzdem bekomme ich wieder auf`s Neue eine Gänsehaut:

    http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP09012_040512.pdf

  5. Charly Firpo sagt:

    Was Draghi hier in guter alter Goldman Sachs Manier plant (Banken dürfen sich direkt am ESM refinanzieren) ist nichts anderes, als ein Ermächtigungsgesetz für private Bankier´s! Davon mal abgesehen, dass der ESM noch nicht alle Parlament in der EU „erfolgreich“ durchlaufen hat, das Bundesverfassungsgericht in Deutschland noch nicht geurteilt hat (sollte der ESM den Bundestag passieren sind von mehreren Seiten Verfassungsklagen geplant) geht der feine Herr hier schon davon aus, das der ESM in Kraft tritt.
    Dieser Schritt den der Goldman Sachs Bruder da plant ist vergleichbar der Machtergreifung der privaten FED 1913 in den USA! Damit haben die privaten Banken ihr Ziel erreicht. Sie haben unkontrollierten Zugriff auf das Volksvermögen der europäischen Länder, ohne das dies juristisch angreifbar wäre (siehe ESM-Vertrag).

    Woodrow Wilson der 1913 den Federal Reserve Act unterzeichnete sagte kurz vor seinem Tod:

    „Ich bin ein zutiefst unglücklicher Mann. Ich habe unwissentlich mein Land ruiniert.
    Eine große industrielle Nation wird von ihrem Kreditwesen kontrolliert. Unser Kreditwesen ist vereinigt.
    Daher ist das Wachstum unserer Nation und alle unsere Tätigkeiten in den Händen einiger weniger.
    Wir sind eine der schlechtregiertesten, meistkontrollierten und beherrschten Regierungen der zivilisierten Welt.
    Nicht länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger eine Regierung der Überzeugung oder des Mehrheitsentscheides,
    sondern eine Regierung der Ansichten und Nötigungen einer kleinen Gruppe herrschender Männer.“

    (Woodrow Wilson, Präsident der USA 1913-21 der, Unterzeichner des Federal Reserve Act )

  6. Michael sagt:

    Dann würde ich Dhragi antworten, dass der Euro nie in Gefahr war. Im Vergleich mit dem Dollar schließt er glänzend ab. Obamas Defizite pro Zeiteinheit sind schlicht rekordverdächtig. Dass sich die Politik durch die „Märkte“ in Panik versetzen läßt, disqualifiziert sie für weiteres Regieren. Wenn ich dann auch noch die „Opposition“ höre, kann ich nur nach dem Militär rufen. Befreit uns von diesem Gelumpe! Die laufende Idiotie ist eine Zumutung.

    Länder können pleite gehen. Das ist richtig. Aber nicht in ihrer eigenen Währung. Niemals! Die Eurozone hat netto keine Schulden in Fremdwährungszonen. Somit ist das Theater kein Problem.

    Was die Spanier mit ihrer Immobilienblase anbetrifft, die sollte ja wohl in einer bad bank der Spanier stundbar sein. Rezessionen sind total normal. Überall. Die Panik ödet mich an. Der ESM ist ein Verbrechen. Die Höchststrafe ist dafür angemessen. Man kann nämlich auch annehmen, dass mit der sogenannten Krise unzumutbare politische Ziele erreicht werden sollen. An genau an der Stelle ist eine Rote Linie, an der selbst ich auf die Straße gehen werde. Nämlich morgen. Dafür fahre ich auch ein paar hundert Kilometer nach Stuttgart. Ich bin nicht gegen Europa, aber diese Komödie lasse ich mir nicht länger bieten.

  7. Selbstdenker sagt:

    Obama hatte auch “Verständnis für die Occupay-Bewegung”.
    Am 31.12.2011 unterzeichnete er das Gesetz über die Errichtung von Konzentrationslagern in den USA (FEMA-Camps).

    http://www.mmnews.de/index.php/etc/9809-usa-ndaa-und-fema-vorbereitung-auf-kollaps

    Wenn die eingesetzte Marionette Dragi für irgendetwas “Verständnis” haben sollte, dann vielleicht dafür, dass das deutsche Volk jede Chance nutzen wird, diese unsägliche EU mit samt ihrem verbrecherischen EURO dahin zu befördern wo sie hingehört: IN DEN MÜLLEIMER DER GESCHICHTE!

    http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2012/05/03/high-noon-am-5-mai-die-letzte-chance-der

    • Observer sagt:

      „…., dass das deutsche Volk jede Chance nutzen wird….“
      Dass ich nicht in einen Lachkrampf ausbreche vor soviel Dummheit!

      Das genau ist der richtigerweise so genannt „deutsche Michel“. Ja wo ist er denn wenns darauf ankommt? Denn darauf angekommen ist es schon lange, nun ist nichts mehr zu korrigieren! Schalfe also ruhig weiter und hoffe auf bessere Zeiten. Nein, nein, nein, einfach nicht zu fassen!

  8. Stoppt den ESM=Neuer Versailler Vertrag fur Deutschland und Europa! sagt:

    Die Sorgen und die Wut vor der vorgesehenen heimlichen Enteignung und Versklavung Deutschlands per ESM in der angestrebten EUdSSR sollen die Politiker zu spüren bekommen, um vielleicht noch einen Sinneswandel zu erreichen!

    Bitte helft mit, den ESM konstruktiv zu stoppen: Über 770,000 email Petitionen sind in den letzten Wochen im Bundestag und mehr als 70,000 im bayrischen Landtag seit letzter Woche eingegangen!

    Bitte gleich anklicken und mitmachen. Dauert nur Sekunden und setzt ein Zeichen für Gerechtigkeit und Freiheit von Brüssel!

    http://www.abgeordneten-check.de/email/larumdarum/85.html

    http://www.abgeordneten-check.de/email/unentschieden/69.html

    Mehr zum ESM und warum er so gefährlich ist unter

    http://www.freiewelt.net/video-34/zivile-koalition

    http://www.stop-esm.org/home