Spanischer Dienstleistungs-Sektor bricht ein

Ähnlich wie in Italien sanken in Spanien die Geschäftstätigkeit und die Neuaufträge im Dienstleistungssektor deutlich ab. Die Beschäftigung in diesem Sektor fiel den 50. Monat in Folge.

Die Rezession in Spanien nimmt Fahrt auf. Im April sanken sowohl die Neuaufträge als auch die Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor stark. Der Einkaufsmanager-Index fiel deutlich von 46,3 im März auf 42,1 im April. „Es scheint hinsichtlich der Probleme, die den spanischen Dienstleistungssektor und die breitere spanische Wirtschaft betreffen, für dieses Jahr kein Ende in Sicht zu sein“, kommentiert Andrew Harker von Markit. Ein wichtiger Faktor sei die weiterhin sinkende Nachfrage – sowohl im In- als auch im Ausland. Der Dienstleistungssektor macht in Spanien mehr als die Hälfte der Wirtschaft des Landes aus. Entsprechend der schlechten Aussichten fiel die Beschäftigung in diesem Sektor nun den 50. Monat in Folge.

In Italien ist die Situation der Dienstleistungsbranche nicht wesentlich besser. Der Einkaufsmanager-Index des italienischen Dienstleistungssektors ist angesichts der gesunkenen Neuaufträge und der Rezession des Landes im April von 44,3 auf 42,3 Punkte gerutscht – die niedrigste Marke seit fast drei Jahren. Insgesamt schrumpfte der Sektor den 11. Monat in Folge. Niedrige, verfügbare Einkommen, eine unzureichende Versorgung mit Krediten und die Unsicherheit über die zukünftigen wirtschaftlichen Gegebenheiten, wurden von den Unternehmen als Gründe für die geringe Nachfrage angegeben.

Auf EU-Ebene geht es im Dienstleistungsbereich nun seit drei Monaten bergab. Hier gingen die Auftragseingänge so stark zurück wie zuletzt im Oktober 2011 und der finale Service-Index Geschäftstätigkeit ging um 2,3 Punkte auf 46,9 zurück. Lediglich in Irland kam es zu leichten Zuwächsen bei Geschäftstätigkeit und Auftragseingängen. „In Deutschland wuchs der Service-Sektor zwar ebenfalls, doch ist fraglich, ob sich der Aufschwung angesichts leichter Auftragseinbußen in den nächsten Monaten fortsetzen wird“, heißt es in dem Bericht von Markit.

Kommentare

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  1. Michele sagt:

    Den Deinsleistungsbereich darf man ruhig unterscheiden in unfgefährlich und gefährlich.

    Banken ect. und Verwaltungsapparate, staatliche oder halbstaatliche, halte ich persönlich, bei bestehendem Missverhältnis zum erzeugenden Sektor, für gefährliche Dienstleistungsbereiche…

    • Michele sagt:

      Betrachtungsweise könnte man Dienstleistungen unterscheiden: Zum Nutzen des gesamten Volkes oder lediglich zum Nutzen einer abschöpfenden Minderheit.

    • Michele sagt:

      Anders ausgedrückt müsste man sich fragen: Wieviel Dienstleistungen kann sich ein Staatswesen überhaupt leisten.

      Ich denke mit zunehmendem Automatisierungsgrad, etwas mehr. Aber das Verhältnis darf auch nicht überspannt sein.

  2. bauagent sagt:

    Läuft doch alles nach Plan:

    – Erst im gesellschaftlichen System Europas für Chaos sorgen, um die Bevölkerung
    für eine spätere Zustimmung zur Zentralsiierung über Angst und Panik zu gewinnen.

    – Dann den untergehenden Ländern und deren Banken „großzügige“ Hilfe in Form
    von Krediten ( was sonst ) zu kommen lassen ( läuft gerade: LTRO über EZB, EFSF )

    – Dann in chaotischen Verhältnissen den ESM einführen, der nicht einfach ein Geld-
    beschaffungsinstrument ist, wie man uns weiss machen will, sondern der ultimative
    unbegrenzte Auftrag zur Einrichtung eines Suprastaats unter sozioalistisch –
    stalinistischer Führung durch die Industrieoligarchie und des Hochfinanz-Adels.

    Schutz durch Eurogendfor, Indect Überwachung und Internet – Zensur.

    Danach sind beide Ziele erreicht:

    Die alten Herren sind auch die neuen, das verarmte Europa wird Teil des amerikanischen Geld-Systems und den weiteren Kampf gegen die sich bildende neue
    Weltordnung bestehend aus Amerika ( Satelit Europa ), Eurasien mit Russland und Asien. Die Karawane zieht weiter zur Zerstörung des Eurasien-Kontinents.

    Wie beschreibt der BdSt den kommenden ESM?

    „Die Kündigung des Fiskalpaktes oder des ESM ist nicht möglich. Kein vernünftiger Bürger unterschreibt in Gelddingen, speziell bei Bürgschaften und Garantien, einen Vertrag auf Ewigkeit, verzichtet auf Rechenschaft, überlässt die Honorarfestsetzung seines Beauftragten diesem selbst und gewährt ihm zusätzlich, gewissermaßen als Sahnehäubchen, umfassende Immunität gegen Strafverfolgung auch bei Veruntreuung und Geldverdummung. Wer dies im normalen Leben tut, wird üblicherweise als nachweislich unzurechnungsfähig entmündigt. Und dabei geht es beim ESM sogar um Hunderte Milliarden, wenn nicht Billionen“.

    • klimperkasten sagt:

      @bauagent
      Volle Zustimmung. Sie haben die wahnsinnigen Pläne derer, die sich für „von Gott auserwählt“ halten, die Welt zu regieren, gut beschrieben.

  3. schlaumeister sagt:

    Sie brauchen Wachstumsagenda-Geld von uns, um die nächsten 6-8 Wochen
    zu überleben, ach seid doch nocht so geizig!

  4. Werner sagt:

    Gott oh Gott , welch Katastrophe wenn Länder die ÜBER den Stehkragen hinaus überschuldet sind um ca. 2 Prozent zurückteten müssen . Katastrophe !

    mfg. Werner

  5. ASTRO-WOLF sagt:

    Dereinst war die BESCHEIDENE europäische Wirtschaft auf KLEIN- & KLEINSTBETRIEBEN aufgebaut – es reichte oft gerade mal zum Überleben. Das HANDWERK dominierte das Wirtschaftstreiben. Dann wurden in Großbetrieben bzw. Manufakturen Material- und Lohnkosten gedrückt, und schließlich haben sich die Betriebe nach Fernost verabschiedet. (Um die MASSENHAFTE Geldvermehrung über günstigste Produktion rückwirkend zu rechtfertigen?)

    Der DIENSTLEISTUNGSSEKTOR (Tertiärsektor) war dann der SCHLECHTE Notersatz für die Millionen verschwundener Arbeitsplätze. Letztendlich braucht kaum jemand den Tertiärsektor. Im Gegenteil, je größer selbiger ist, desto abhängiger und UNFÄHIGER sind die Bürger, desto schlechter der Gesamtzustand eines Staates! (Ein Blick nach Osteuropa oder Südamerika reicht: Dort kann fast jeder Mann ALLES reparieren – vom Auto, übers Dach bis zu den Wasserleitungen. Dort würde ein „Dienstleister“ schnell in Konkurs gehen!)

    • wallawalla sagt:

      es ist Ziel der BWL Angebotsmonopolist zu werden. Da inzwischen die BWL zur VWL hochstilisiert und dogmatisiert wurde, nähern wir uns folglich einem Angebotskartell. Man chte nur mal auf Lebensmittel (Nestle, Unilever, Kraft..), Medizin (Pfizer, Merck, Sanofi…) Chemie (BASF, Bayer, DuPont…) Auto….etc. Übrig bleibt der Tertiärsektor, der dank Hungerlöhnen immer weiter ausgedünnt wird, Handwerker und Kleinbetriebe sterben…..

      Der Kapitalismus ist nicht behandelbar, verhandelbar, domestizierbar, entweder man erliegt ihm oder man erlegt ihn, ein Mittelding gibt´s nicht. Wer aber was anders will ist ein potenziller Systemfeind, Umstürzler und wird von allen fertig gemacht.

    • Michele sagt:

      „Dort kann fast jeder Mann ALLES reparieren – vom Auto, übers Dach bis zu den Wasserleitungen“.

      Die eingewanderten oder eingeheirateten „Alleskönner“ sind nun in Deutschland als selbstständige Einmannbetriebe oder Unterlieferanten im Kommen. Mit der gewohnten deutschen, qualitativ guten Handwerksarbeit, darf man die Leistungen allerdings nicht vergleichen.

  6. jay twelve sagt:

    Wozu die Aufregung, der s.g. Dienstleistung Sektor, das dürfte jedem von Anfang an einleuchtend gewesen sein, war zur 85% parasitär.

    Das gute Geld für die Entlohnung der Dienstleister, wo kommt es her?
    Wer hat jemals gewagt zu fragen: „Wieviel Dienstleister braucht ein Handwerker, Bauer oder irgend ein andere Waren Produzent?“
    Die s.g. „Finanzindustrie“, was produziert der Moloch mehr als Schuldenberge?

    Die Staatsdiener und Lobbyisten fahren auf breiten Pisten, für die Produzierenden reichen die Fahrradwege.
    Wenn ein Pferd mehr Zecke im Pelz trägt, als die Waren im Karren wiegen, der hat es verflucht schwer.

  7. FDominicus sagt:

    Subventionen und Kredtiexpansion beim Implodieren. Bezeichnend. Mal gespannnt wann die ersten nach Enteignungen schreien..