Schweizer Industrie steht vor Personalabbau

Der Einkaufsmanager Index in der Schweiz ist im April stark gesunken. Die weitere Verschärfung der Eurokrise zwingt die Schweizer Industrie zu Personalabbau.

Der Einkaufsmanager Index (PMI) der Schweiz ist im April erneut gefallen. Er sank um 4,1 Punkte und erreichte damit wieder den Bereich, der einen Rückgang der Industrieaktivitäten in den kommenden Monaten erwarten lässt. Der Wert lag im April bei 46,9 Punkten. Erst ab 50 Punkten kann mit einem Wachstum der Industrie gerechnet werden. Noch im März hatte der Einkaufsmanager Index 51,1 Punkte betragen. Die negative Entwicklung spiegelt die Entwicklung in der Eurozone wieder, die erheblichen Einfluss auf die Industrie in der Schweiz hat.

Der Auftragsbestand Schweizer Industrieunternehmen war besonders stark vom Einbruch betroffen. Der Indexwert für den Auftragsbestand fiel um 7,4 Punkte. Auch die Produktion ging zurück und erreichte einen noch niedrigeren Wert von 46,2 Punkten. Die Auslastung der Produktion hat ebenfalls nachgelassen: Es gibt kaum noch Überkapazitäten, was sich im Einkaufsmanager Index in der erfassten Lieferzeit niederschlägt, sie ist zuletzt leicht gestiegen.
Die Unternehmen haben bereits auf die Verschlechterung der Situation reagiert. So reduzierten sie ihre Lagerstände für Ein- und Verkauf. Der Einkaufsmanager Index weist auch darauf hin, dass die Schweizer Industrie mit Personalabbau auf die schlechte Entwicklung reagieren wird. Der Subwert „Beschäftigung“ verlor um 3,1 Punkte und erreichte damit das schlechteste Ergebnis seit mehr als zwei Jahren.

Zu Jahresbeginn schien sich die Situation der Schweizer Industrie wieder entspannt zu haben, der aktuelle Stand zeigt aber, dass sich diese Entspannung nicht nachhaltig war. Dies liegt vor allem an der Lage in der Eurozone die sich ebenfalls zu Jahresbeginn zu verbessern schien. Ausgelöst von billigen Krediten für die Banken durch die Europäische Zentralbank erholten sich die Märkte kurzfristig. Inzwischen scheint die Wirkung der hohen Liquidität in der Eurozone wieder verfallen zu sein, die Eurokrise verschärfte sich durch die anhaltenden Probleme Spaniens, sein Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen.

Kommentare

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  1. jay twelve sagt:

    Das hat im wesentlichen damit zu tun, dass die Schweizer wenig Mut gezeigt haben, die wuchernde Bürokraten, die das Staatshaushalt strapazieren und die Tripel Agenten-Lobbyisten, die das wertvolle Know – How heimlich exportieren, weitesgehend zu einzudämmen.
    Chinesen kaufen alles, egal zum welchen Preis.

  2. paloma sagt:

    liebe redaktion
    die arbeitslosigkeit in der schweiz ist im vergleich zum vormonat märz von 3,2% auf 3,1% gesunken.

    quelle: NZZ.ch

  3. Durchblicker sagt:

    Die Schweizer werden vom gleichen Schicksal ereilt wie wires haben, sie werden zum Billiglohnland deklariert.

  4. Vernunft sagt:

    das tut mir echt leid, dass die Eurokrise nun auch die fleissigen, standhaften, demokratischen, vorbildhaften Schweizer erfasst.
    Da kann man nur hoffen dass diese bald mit Innovation und Geschick den Arbeitsplatzmangel wieder ausgleichen. Wir drücken die Daumen.