Angst vor neuer Eurokrise: Kreditversicherungen werden teurer

Die Wahlergebnisse in Griechenland und Frankreich trieben am Montag die Kreditausfallversicherungen in die Höhe. Die Märkte rechnen mit einer Verschlimmerung der Schuldenkrise und einer Ansteckung Italiens und Spaniens.

Im gleichen Zuge, wie die Zinssätze für Italien, Spanien und Frankreich am Montag anstiegen, erhöhten sich auch die Kreditausfallversicherungen für diese Länder. Die Wahlergebnisse für Frankreich und Griechenland kündigen einen neuen Kurs in der Europapolitik an, dessen Auswirkungen noch nicht absehbar sind. Zwar befürworten die Investoren grundsätzlich auch Wachstumsstrategien, doch die Befürchtung, die Länder könnten ihre Finanzen aus den Augen verlieren, nimmt wieder zu.

Entsprechend stiegen am Montag die Kreditausfallversicherungen (CDS) für italienische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 5 Jahren um 12 Punkte auf 442 Basispunkte. Damit kostet es jährlich 442.000 Dollar, um eine Absicherung in Höhe von 10 Millionen Dollar für den Fall einer möglichen Pleite Italiens zu kaufen. Die CDS für spanische Anleihen mit einer ähnlichen Laufzeit gingen um neun Punkte auf 486 Basispunkte hoch, die für französische um fünf auf 194 Basispunkte. Daten für griechische CDS sind aufgrund des Schuldenschnitts nicht verfügbar, da der Markt weiter illiquide ist.

Kommentare

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  1. Gautier Irgendwo sagt:

    Was der EU eigentlich noch fehlt, ist eine Krisen- und Blasen Versicherung…?

  2. Gast sagt:

    Welche „NEUE EUROKRISE“ ?

    Bevor eine neue Eurokrise kommen kann muß die alte Eurokrise erstmal vorbei sein. Dies ist sie natürlich nicht oder hat das irgendwie jemand geglaubt daß es so wäre. Die alte und dauergestützte Eurokrise ist präsent wie eh und je, auch wenn nicht soviel darüber geredet wird. Gerade weil solche Institutionen wie ESM und Fiskalpakt gegründet und auch gerne genutzt werden sollen ist ja die Eurokrise nicht vorbei. Dies wäre sie erst ohne solche fragwürdigen Maßnahmen einer dauerhaften Rettung der Schuldenländer und politisch verordneter Sparkrämpfe.

    Natürlich möchte man gern ESM, Fiskalpakt und EFSF als den normalen nicht nennenswerten Alltag sehen, um die weiterhin existierende Eurokrise zu verschleiern. Sollte es dann mit diesen Krücken zu einer Ausweitung der Eurokrise kommen, dann ist dies wohl keine neue sondern noch immer die erste und die letzte Eurokrise.

    Alles Neue macht der Mai aber die Krise war NIE vorbei!!!

    • Peter G. sagt:

      “We can only achieve a political union if we have a crisis,” Mr. Schäuble said. (in der NY-Times)

  3. paloma sagt:

    heute abend im fernsehen:

    „DIE GRIECHENLAND-LÜGE“ um 20.15uhr

    auf welchem fernseh-kanal müsst ihr schon selber suchen.
    den ich will keine werbung für diesen kanal machen.

  4. Dasein sagt:

    Worte eines klugen Mannes. Gibt es davon auch nur einen in unserer heutigen Parteienlandschaft?

    http://www.welt.de/kultur/history/article106269185/Die-Kanzlerin-kann-ihre-Rettungspakete-einpacken.html

  5. Ichweissnix09 sagt:

    Die Märkte rechnen mit einer Verschlimmerung…… ha ha ha

    Davon war vorgestern nichts zu sehen, Dies ist ein Phänomen wie sich der Dax, der
    an diesem Tag vormittags fast 10% in die Knie ging (man kann schon von einem Crash sprechen, die Medien sprachen in den letzten Monaten schon bei einem 3 % Rutsch von einem Crash) am Nachmittag wunderbar erholt hatte und sogar noch ein Plus hinlegte..

    An diesem ausserordentlichem Beispiel kann man sehen, wie die Zocker das Ruder in der Hand haben und mit Pokerface ganz gelassen der Sache entgegensehen.

  6. Ariovist sagt:

    Die BRD und Österreich dazu sollten so schnell als möglich aus dem Euro aussteigen, am besten gleich aus der EU! Wir sind nicht die Melkuh der EU – und das auf Dauer!!! Es droht zwingend allgemeine Verarmung und Niedergang! http://de.ibtimes.com/articles/25635/20120507/deutschland-muss-endlich-ber-einen-ausstieg-aus-dem-euro-nachdenken.htm

  7. Stefan Wehmeier sagt:

    In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gilt stets:

    Geldvermögen = Kredite + M1 – (über Fristentransformation verliehener Anteil von M1)

    (M1 = Bargeld + Sichtguthaben auf Girokonten)

    Die „Schuldenkrise“ ist also eigentlich eine Vermögenskrise. Weil aber die Geldvermögen konzentriert und die Schulden verteilt sind, fällt den Allermeisten nicht auf, dass die Verschuldung nicht „aus dem Nichts“ entsteht, sondern durch Zins und Zinseszins ansteigende Geldvermögen erzwungen wird. Und da der mittelständischen Privatwirtschaft die Schulden bereits „Oberkante Unterlippe“ stehen, muss sich der Staat weiter verschulden, um den Geldkeislauf aufrechtzuerhalten:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

  8. Lotus sagt:

    Richtig wäre zu schreiben, daß die EU-Kommission sich auf den EU-Austritt von Griechenland vorbereitet. Laut Udo van Kampen war dies die Sensationsnachricht überhaupt, was anscheinend kein Journalist wahrgenommen hat.

    Demzufolge ist dieser Artikel völlig unwichtig, weil Staatsanleihen überhaupt nicht mehr gekauft werden. Die Krisenländer werden die scheiß Dinger gar nicht mehr los. Völlig überflüssig dieser Artikel.

  9. Toni-Ketzer sagt:

    „Ich habe es nicht vermißt“
    In den parteifreundlichen Medien wird immer wieder gerne dargestellt, das es immer wieder eine neue s.g. „EURO-Krise“ gibt. Diese Darstellung ist schlicht falsch, dient nur den verantwortlichen Politiker und Manager sich über die Zeit zu retten, in dem neue Schulden gemacht werden. Die Reaktion der Investoren überhaupt keine Staatsanleihen zu kaufen, zeigt sich als einzig richtig. Sicherlich werden die lieben parteifreundlichen Medien dem lesenden Bürger diesen Umstand gesondert „Stück für Stück“ in reißerischer Aufmachung so verkaufen, das bloß die Sessel der verantwortlichen Politiker und Kommissare unangetastet bleiben.

    Yeah Angie! 😎

    • Dreamer sagt:

      Wenn keiner die Anleihen kauft, kauft sie halt die EZB – sei es nun direkt oder indirekt über LTRO Finanzierungen. Das geht solange gut bis die Kreditblase platzt oder der Euro in großem Stil abverkauft wird, z.B. im Zuge einer Flucht in Sachwerte.