Elektronik soll Streit über Autoschäden beenden

Sensoren können künftig Schäden an Autos erkennen und so Streitigkeiten bei der Autovermietung vermeiden. Die neue Technik soll helfen, vor allem kleine Schäden sicher feststellen zu können.

Der Mobilitätsbedarf in der Gesellschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Davon haben auch Autoverleiher und Carsharing-Unternehmen profitiert. Mit den wachsenden Ausleihzahlen und Carsharing-Teilnehmern treten aber auch mehr Schäden an den Fahrzeugen auf.

Vor allem kleine Schäden führen zu Streitigkeiten zwischen Kunden und Unternehmen die Autos zur Verfügung stellen. Dies behindert auch die Entwicklung künftiger Mobilitätskonzepte. Nun sollen neuartige elektronische Systeme helfen, solche Schäden automatisch zu erkennen.

In einem Forschungsprojekt der Universität Bremen in Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen der Automobilindustrie soll nun ein elektronisches Schadenidentifikationssystem für Kraftfahrzeuge entwickelt werden. Das System soll Körperschallsignale auswerten und so Schäden erkennen können. Es wird bereits in einem Flottenversuches bei einem deutschlandweit tätigen Carsharing-Unternehmen erprobt.

Das elektronische System ermöglicht es, mit Hilfe eines Sensornetzwerkes, Bagatellschäden wie Dellen an Kraftfahrzeugen zu erkennen, zu klassifizieren und räumlich zuzuordnen. „Diese neuartigen intelligenten Sensorknoten ‚hören‘ permanent mit; sie bieten darüber hinaus weitere zukunftsweisende Nutzungsmöglichkeiten, um beispielsweise den Passanten- oder Insassenschutz des Fahrzeugs zu verbessern“, erklärt Manfred Meise, Geschäftsführer der Hella Fahrzeugkomponenten GmbH. Die erfassten Daten werden automatisch über einen Bordcomputer an das Fahrzeugmanagementsystem des Carsharing-Unternehmens übermittelt, um somit eine vereinfachte und schnelle Schadensabwicklung zu erreichen.

„Damit können unsere Unternehmensprozesse optimiert und die Kundenzufriedenheit nachhaltig verbessert werden.“, erklärt Joachim Schwarz, Geschäftsführer der cambio Mobilitätsservice Gesellschaft
Das elektronische System soll modular aufgebaut und somit vielseitig auch für andere Anwendungen nutzbar sein. Mögliche Produktvarianten können so bei einer späteren Markteinführung leicht Eingang in die Produktion von Fahrzeugen finden oder deren unkomplizierte Nachrüstung ermöglichen. Es ist aber auch denkbar, eine Systemvariante zu realisieren, die zur Überwachung im Logistikbereich eingesetzt werden könnte. Sie kann dann zum Beispiel Schäden beim Transport teurer Waren, wie sensibler Maschinen oder Hochvoltbatterien, sofort melden und dokumentieren. „Dies bietet insbesondere für uns als mittelständisches Unternehmen Chancen, neue Produkte für kleine Flotten oder spezielle Transportlösungen anzubieten“, sagt Jochen Retter, Entwicklungsleiter der Berger Elektronik GmbH aus Sindelfingen.

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