IWF fordert höhere Löhne in Deutschland

Der IWF fordert von Deutschland eine Angleichung der Löhne an das höhere Niveau in Frankreich und Italien. Dies sei notwendig, um die Eurozone ins Gleichgewicht zu bringen.

„Die Aussichten für den Aufschwung in Deutschland sind günstig, doch wird der Ausblick eingetrübt durch externe Risiken“, heißt es im neuen IWF-Länderbericht zu Deutschland, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Gerade weil Deutschlands Wirtschaft sich auf einem guten Weg der Erholung befindet, müsse die größte Volkswirtschaft der Eurozone nun jedoch „aktiver“ darin werden, dem Rest der Eurozone zu helfen, mit der Eurokrise fertig zu werden, schlussfolgert der IWF.

So müsse die deutsche Regierung „klarer die von der Wirtschafts- und Währungsunion geteilte Vision von einer angemessenen Architektur nach der Krise artikulieren“. Dies würde helfen, das Vertrauen der Märkte wieder herzustellen. Darüber hinaus macht der Bericht des IWF aber auch ganz konkrete Vorschläge, wie Deutschland besser bei der Bewältigung der Krise helfen könnte.

Da die deutschen Exporte derzeit weiter nach oben gehen, seien „die Bedingungen für eine Stärkung der Binnennachfrage durch Investitionen und Konsum sehr gut“. Zudem solle Deutschland seinen Arbeitnehmern erlauben sollte, höhere Löhne zu erhalten. Nicht nur in den Peripherie-Ländern sind die Löhne höher als in Deutschland – Frankreich kritisiert dies ebenfalls. Dadurch konnte Deutschland die Produktion und die Exporte steigern, so der IWF, aber eben auf Kosten der weniger „wettbewerbsfähigen“ Eurostaaten.

Schließlich solle man in Berlin eine etwas höhere, von der EZB verfolgte Inflationsrate akzeptieren, die den südlichen Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland und Portugal helfen würde, aus der Rezession zu kommen. Letztlich, so der IWF, sei dies nur im Interesse Deutschlands, da eine Verschlimmerung der Euro-Krise auch Deutschland wehtun würde, ganz gleich „ob sie sich direkt über reale finanzielle Kanäle oder indirekt über gedämpfte Zuversicht bei Unternehmern und Verbrauchern ausweiten würde.“

Kommentare

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  1. sakrihittn sagt:

    Es scheint man hört doch langsam auf Ratschläge der Prof. Sinn und Flassbeck

    http://youtu.be/mfKuosvO6Ac

  2. Gegen Politclowns sagt:

    Seit wann genau, hat der IWF irgendetwas von Deutschland zu fordern?

  3. Karin Jürgens sagt:

    Klar, Frau Lagarde, höhere Löhne und höhere Inflation. Dann sieht es so aus, als hätte man etwas getan, ist in Wirklichkeit aber wieder bei +/- Null.

  4. Klaus sagt:

    Von der EZB wird also Inflation verfolgt.

    Jetzt ist die Katze aus dem Sack.

    Und Deutschland wird durch Inflation vernichtet.

  5. eva sagt:

    Ich vermute, die Frau Lagarde meint die Lohnstückkosten.

    • Michele sagt:

      Falls Lagard die Anhebung der Lohnstückkosten meint, dann nutzt die Angleichung der Lebensarbeitszeit an Frankreich auch nichts…

      Dann müssen wir die Maschinen stürmen oder hohe Maschinensteuern einführen, das hilft am schnellsten. Oder einfach etwas ineffektiver arbeiten. Oder vielleicht uns die Netto-Löhne doch etwas anheben lassen, auch damit der Markt nicht zusammen bricht; das nutzt aber auch nur dann wenn es gelingt gelingt, die privaten Fixkosten (wie Schere, Feuer, Licht) etwas zu senken. :-)

  6. Klaus sagt:

    Frankreich will uns über Inflation zerstören.

    Die finanzielle Repression wird immer stärker.

    Jetzt geht es los, da die EZB und sogar die deutsche Bundesbank gleichgeschaltet sind.
    Deutschland hat zu Zahlen und den französischen Interessen bedingungslos zu folgen.

  7. Lesefuchs sagt:

    Was ist denn hier los? Was würden die Kommentatoren sagen, wenn Lagarde Lohnsenkung in Deutschland fordern würde? Wie ich es oben so lese (Kritik an Forderung zur Erhöhung), würden wohl alle Hurraa rufen!? Oder arbeiten sämtliche Kommentatoren in der Exportindustrie und verdienen überdurchschnittlich gut? Aber vielleicht sind ja auch alle mit Merkels Lohnsenkungspolitik zufrieden und freuen sich wenn ein allgemeiner Höchstlohn von 5 Eur pro Stunde in De eingeführt wird!? Hier gibts ja wirklich noch Kommentatoren die noch nicht mitbekommen haben, dass an jeder Ecke das bischen Tarifautonomie intensiv ausgehebelt wird. Man Leute, beschäftigt euch lansam mit Makroökonomie und erkennt langsam warum es um uns rum bergab geht und wir am Schluss die Letzten sein werden die es dann trifft. Schuld sind dann natürlich wieder die anderen!!!

  8. annne sagt:

    Frau Legarde, wieviel dürfen denn die dt. Arbeitnehmer fordern , das nach Abzug der Abgaben noch die Erhöhung der Inflationsrate übrig bleibt ????
    Die Industrie wäre wohl mit 8.% nicht einverstanden, dafür gäbe es wohl stapelweise blaue Brief und Stempelkarten von dem Jobcenter !

    Haben wir verschlafen ? Sind wir schon im vereinigten Europa, das der IWF uns vorschreiben kann, was wir hier in Deutschland zu tun haben? Oder hat man uns die DDR wieder errichtet ?

  9. Noergling sagt:
    • Michele sagt:

      Nicht nur in den Peripherie-Ländern sind die Löhne höher als in Deutschland – Frankreich kritisiert dies ebenfalls. Dadurch konnte Deutschland die Produktion und die Exporte steigern, so der IWF, aber eben auf Kosten der weniger „wettbewerbsfähigen“ Eurostaaten.“

      Der Exportprofit stand im Vordergrund, wenn jetzt die Kaufkraft im Binnenmarkt und der NOCH vom Steuerzahler finanzierten notleidenden Länder aufgrund geschwächter Wirtschaft zusammenbricht, so braucht man darüber jetzt nicht weinen…es wurden letztendlich Güter erzeugt. Mehr Grund zum Weinen hätte man über den zunehmenden, perversen und nichtwerteschaffenden Finanzmarkt.

      Es nutzt leider wenig, wenn ich mit dem Hintern auf einer heissen Platte sitze und die Füsse in Eiswasser eintauche. Deswegen hasse ich Durchschnittswerte, wie z. B. Durchschnittseinkommen ect. .