Spanien: Hohe Zinsen, wankende Banken, Sparer fürchten um ihr Geld

An den Märkten herrscht weiter Nervosität: Die Situation in Griechenland lässt die Kreditkosten für zehnjährige spanische Anleihen wieder über die 6-Prozent-Marke wachsen. Die Kreditversicherungen haben ebenfalls wieder deutlich zugelegt.

In Spanien hat am Mittwoch Ministerpräsident Mariano Rajoy die Sicherheit des Bankensystems garantiert. Beobachter zweifeln, dass die Spanier das ohne EU-Bailout überhaupt noch können (mehr dazu hier). Viele Sparer haben Sorge um ihr Erspartes – vor allem bei der am Mittwoch eilig verstaatlichten Bankia. Das Wirtschaftsministerium begründete die Verstaatlichung von 45% mit 4,47 Milliarden Euro aus Steuermitteln ausdrücklich damit, dass durch die Aktion die Einleger beruhigt werden sollen. Die Situation bei der Bankia scheint extrem angespannt zu sein. Ursprünglich war die Verstaatlichung erst für Freitag angekündigt gewesen. Offenbar zwangen aber nervöse Sparer die Regierung zu vorzeitigem Handeln.

Zugleich fürchten die Märkte die Ansteckung durch Griechenland. Die Entwicklung bei den spanischen Bonds ist besorgniserregend: Die Zinssätze für spanische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren haben erneut die 6-Prozent-Marke durchbrochen. Sie liegen derzeit durchschnittlich bei 6.022 Prozent. Im Gegensatz dazu ist die Rendite für deutsche Anleihen gleicher Laufzeit auf ein neues Rekordtief von 1,532 Prozent gesunken.

Zusätzlich dazu legten auch die Kosten für Kreditversicherungen (CDS) erneut zu. Die Kostenfür italienischen fünfjährige CDS stiegen 20 Punkte auf 450 Basispunkte, für französische CDS gingen sie zehn Punkte auf 211 Basispunkte hoch und für spanische 19 Punkte auf 512 Basispunkte. So würde es derzeit 512.000 Euro jährlich kosten, um spanische Schulden in Höhe von 10 Millionen Euro gegen eine mögliche Pleite zu versichern.

Kommentare

Dieser Artikel hat 25 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Klaus sagt:

    Sechs Prozent Zinsen sind viel zu wenig.

    Der Zins repräsentiert stets auch das Ausfallrisiko.
    50% wären somit angebracht.

    Dann muss Spanien halt Gold, Land und andere Güter verkaufen. Wer die Party gefeiert hat, soll sie auch bezahlen.

  2. Zeitzeuge sagt:

    Sie haben damals die AGB-Änderungen erhalten. Wenn BaFin oder das Finanzministerium die Geldinstitute anweist, keinerlei Geld auszuzahlen, gehen Sie mit leeren Händen nach Hause und können auf dem Kontoauszug nachschauen, was Sie mal besessen haben, was aber leider nie Ihr Eigentum war, sondern Ihnen nur vorläufig überlassene Kriegsbeute der Alliierten, verwaltet von der BRD GmbH…

  3. heide preiss sagt:

    offensichtlich hat sich die FIRMA BRD ein durchgriffsrecht auf das vermögen der banken und unsere sparvermögen gesichert, von langer hand vorbereitet. schon in 2009.

    HAB ICH DAS RICHTIG VERSTANDEN IN DIESER KONSEQUENZ???

    http://politikprofiler.blogspot.de/2009/09/die-vorbereitung-der-enteignung-durch.html

    http://www.youtube.com/watch?v=5myBx3U6fM8&feature=youtu.be

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      @heide preiss
      besten Dank für die links.
      Da bleibt einem die Spucke weg.
      Und alles in der BRD ist so herrlich formal sauber und so stinkverlogen.
      Es trieft hier ja nur so vor Rechtsstaatlichkeit !

  4. hui sagt:

    Konten plündern, bankrun, und Ag oder AU oder PT kaufen

  5. Werner sagt:

    Also Zinsen von 6 % für spanische 10-Jahres-Anleihen sind ja extrem niedrig. Ich würde den Spaniern mein Geld NIE gegen solch niedrige Zinsen leihen : Man weiss ja nicht ob man es überhaupt wiederbekommt.

    mfg. Werner