Fitch: Bei Griechenland-Austritt droht Downgrade für gesamte Eurozone

Die Ratingagentur Fitch hält einen Euro-Austritt Griechenlands für durchaus wahrscheinlich und warnt vor den „systemischen“ Risiken für die gesamte Eurozone. Sollte Griechenland den Euro verlassen, würden die Ausblicke für alle verbleibenden Eurostaaten auf negativ gesetzt werden. Dies hätte vor allem Folgen für Frankreich.

Die Finanzmärkte und die Politiker schauen gebannt auf Griechenland, das sich immer mehr einer Neuwahl nähert (Venizelos steht vor dem Scheitern – mehr hier). Auch die Ratingagentur Fitch schaut mit Sorge auf die Lage in Griechenland. „Die Wahl einer griechischen Regierung, die nicht in der Lage oder nicht willens ist, die Bestimmungen des derzeitigen EU-IWF-Programms einzuhalten, würde das Risiko eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone erhöhen“, bemerkt die Ratingagentur.

Die Folgen eines solchen Austritts wären „für die Eurozone höchst unsicher und würden davon abhängen, wie dies geschieht und wie die europäische Politik darauf reagieren würde“. Bei einem Verlassen der Eurozone, „würde Fitch wahrscheinlich die Länder-Ratings von allen übrigen Mitgliedstaaten des Euroraums auf Rating Negative Watch setzen“, da Fitch die „systemischen und länderspezifischen Auswirkungen“ neu einschätzen müsste.

Bereits in ihrem Bericht „Die Zukunft der Eurozone: Alternative Szenarien“, der am 3. Mai veröffentlicht wurde, merkte die Ratingagentur an, dass die Ratings von den Staaten, die derzeit einen negativen Ausblick haben – Zypern, Frankreich, Irland, Italien, Portugal, Spanien, Slowenien und Belgien – im Falle eines Austritts Griechenlands sehr wahrscheinlich umgehend herabgestuft werden würden.

Kommentare

Dieser Artikel hat 40 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Pascal Feldmann sagt:

    Eigentlich muss doch das Europäische Parlament nach Griechenland Regierungsvertreter schicken, die statt der Griechen die Führung dieses Landes übernimmt. Gemeinsam mit einem Teil der Griechischen Regierung.

    Wer Zahlt der Befiehlt. Die EU zahlt, also befiehlt sie auch. Klar kann Griechenland mitreden, das letzte Wort hat aber die EU.

  2. Kein ESM keine EUdSSR, sondern DM und Freiheit sagt:

    Fitch versucht im Namen seiner Bankenklientele um jeden Preis, den Griechenland-Austritt zu vermeiden, da dieser Abschreibungen und efreiung von Versailler Diktatjoch der Finanzoligarchie bedeuten würde. Da fehlt nur noch, dass Herr Soros alsbald kommt…

  3. Selbstdenker sagt:

    Aufruhr in Brüssel?
    Ach Gott, mir wird ganz schlecht…

    http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=16497

  4. Stefan sagt:

    Hier nochmals sagt die ARD (zu meiner Überraschung) die Wahrheit über den Geldtransfer an Griechenland damit endlich die Hetze der Medien gegen dieses Land ein Ende hat.

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=TYIlIKnc6QY