Domino-Effekt: Spanischen Banken fehlen 30 Milliarden Euro

Die spanische Bankenkrise weitet sich aus. Den Instituten fehlen mindestens 30 Milliarden Euro. Die Regierung will sich das ganze Ausmaß des Desasters immer noch nicht eingestehen.

Die spanische Regierung will angeschlagenen Banken die Möglichkeit geben, Kredite in Anspruch zu nehmen, um die neuesten Rücklage-Forderungen zu erfüllen. Die Regierung verlangt nun, dass die Banken weitere 30 Milliarden Euro zurücklegen.

Mitte der Woche versicherte der spanische Premierminister Mariano Rajoy, dass die Regierung die Stabilität des gesamten spanischen Bankensystems garantieren werde (mehr hier). Eine teilweise Verstaatlichung des bedrohten spanischen Finanzinstituts Bankia wird bereits umgesetzt (hier). Um das weitere Vorgehen der spanischen Regierung zu demonstrieren, präsentierte die spanische Regierung am Freitag nun ihren Rettungsplan.

Demnach müssen die Banken zusätzliche 30 Milliarden Euro aufbringen, um ihre faulen Kredite zu decken. Mariano Rajoy geht jedoch davon aus, dass der Rettungsfonds für die Banken nur einen Umfang von 15 Milliarden Euro benötigt. Angesichts der schlechten Defizitzahlen des Landes ist schon fragwürdig, wie die spanische Regierung so einen Rettungsfonds überhaupt stemmen will (mehr hier). Bisher verlangte die Regierung Rücklagen in Höhe von 54 Milliarden Euro, die schon für einige Banken wie etwa die Bankia kaum erreichbar waren. Die 30 Milliarden kommen nun noch oben drauf.

Um die Anforderungen erfüllen zu können, können die Banken Kredite vom Rettungsfonds in Anspruch nehmen. Diese sollen die Banken bis zu fünf Jahre halten können – sollten die Kredite nicht zurückgezahlt werden können, können sie mit Anteilen ausbezahlt werden, was je nach Umfange einer teilweisen Verstaatlichung entsprechen würde. Der Guardian berichtet, der Zinssatz auf die Kredite solle bei zehn Prozent liegen.

Zwei unabhängige Prüfer sollen nun erst einmal die Portfolios der Banken überprüfen, um einen genauen Überblick über die faulen Kredite der Banken und ihre Bilanzen zu erhalten. Auf die Frage von Journalisten, ob dies bedeute, die Regierung vertrauen nicht auf die bisherige Evaluierung der spanischen Zentralbank, wollte der spanische Minister für Wirtschaft und Wettbewerb Luis de Guindos nicht beantworten.

Kommentare

Dieser Artikel hat 43 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Atreides sagt:

    De Guindos ist Wirtschaftsminister, nicht Finanzminister. Montoro ist Finanzminister.
    Economía = Wirtschaft, Hacienda = Finanzen

    Bankia ist im Grunde schon vorher eine staatliche Bank gewesen, denn sie besteht aus Sparkassen, und die gehören dem Staat bzw. den Autonomen Gemeinschaften und Städten. Durch die Sparkassenverschmeldungen sind die daraus hervorgegangenen Banken wie Bankia oder Caixabank direkt der Regierung unterstellt und nicht den „Ländern“. Die Versaatlichung hat also schon mit den Verschmelzungen begonnen. Der Unterschied jetzt ist, daß Bankia direkt von der spanischen Zentralbank „Bank von Spanien“ kontrolliert wird.

  2. Erich Paus sagt:

    Mehr nicht?
    Bisher war immer von 750 Mrd. Euro die Rede.
    Laßt es krachen.
    Domino-Effekt jetzt.
    Besser gestern als heute.
    Volle Haftung für Bankster, Plünderer und Spekulanten.
    Dann bekommt die Wirtschaft wieder Zugriff auf Geld zum Investieren und zur Kapitalbildung.

  3. Jorge sagt:

    Wenn Spanien kippt wegen der Bankenkrise im Land und als Konsequenz bald Hilfe aus den diversen Rettungsfonds beantragt, wird es erst richtig lustig… Mal sehen, was Schäuble und Merkel dann noch so einfällt, um die Deutschen zu beruhigen, dass alles nicht so schlimm wird.

    Komisch, dass man von Schäuble gar nicht mehr hört, wie toll doch der Euro für Deutschland sei und wie viel Gewinn wir mit den Rettungskrediten machen. Achja, gerade wurden ja die möglichen Verluste Deutschlands alleine bei der Griechenland-Rettung publiziert, 77 MRD. EURO alleine für die Griechen, die wir abschreiben können – und werden.

    Wobei ich das Wort Rettungsfonds schon nicht mehr hören kann – die DM musste in ihrer gesamten Geschichte nie gerettet werden.

    Der Euro ist gescheitert, komplett und unwiderruflich. Höchste Zeit, daraus die Konsequenzen zu ziehen, bevor auch Nordeuropa mit untergeht. Aber ich fürchte, dass die deutschen Politiker in ihrem Eurowahn – Euro, Euro über alles – dies nie begreifen werden. Mit Ausnahmen wie Schäffler, Bosbach und ein paar wenigen anderen.

    Das Volk hat diese Währung nie gewollt, und wieder einmal hat das Volk mit seinem Bauchegfühl recht behalten. Man darf schon jetzt gespannt sein, wie Historiker in 20 oder 30 Jahren solche Leute wie Schäuble und Merkel in den Geschichtsbüchern beurteilen werden…

    • otto936 sagt:

      Das ist der Punkt. Eine Währung die permanent „gerettet“ werden muß sollte ernsthaft überdacht werden. Merkels Lösung ist keine – sie spielt wie immer nur auf Zeit.
      Jedermann weiß, daß es am Ende nur EINE echte Lösung gibt: Die Transferunion.
      Da Merkel das aber nicht offen zugeben kann und darf (die dämlichen Wähler !) verschleudert sie lieber hunderte Milliarden anstatt den Kern des Problems anzugehen – und den Deutschen endlich reinen Wein einzuschenken: WIR zahlen unbegrenzt oder der Euro kollabiert, ein Land nach dem anderen.

      Deshalb wahrscheinlich auch der ESM – der macht das verdeckte Zahlen einfacher und verschreckt die Wähler nicht (sofort). Auch ein stetig tropfender Wasserhahn füllt den Eimer.
      Es geht darum gegen die Deutschen die Währungs- mit einer Transferunion zu verbinden. Wir sind auf gutem Wege dahin 🙂

    • DS3 sagt:

      was wären ihre konsequenzen? der austritt deutschlands aus dem euro? mag was sympathisches haben, helfen wird es letztendlich nicht. ich stimme ihnen zu, dass der euro nicht zu halten sein wird. aber nicht nur dieser!

      als ehemaliger banker (seit 2001 aus dem beruf raus – heute sozialarbeiter) mit 9 jährigem einblick in die „hochfinanz“, habe ich schon 2005 vermutet, wenn die immoblase in den usa platzt, kommt was gewaltiges. ein ehemaliger lehman-mitarbeiter sagte anfang 2008: „…da rollt eine megatsunami auf uns zu“. er wird leider recht behalten. und mir ist nicht klar, ob einigen kommentatoren hier auf DMN, wie z.b. über ihrem post (erich paus), klar ist, welche konsequenzen diese krise für jeden einzelnen haben wird. „Laßt es krachen. Domino-Effekt jetzt. Besser gestern als heute.“ schreibt er!

      so was ähnliches schreiben viele hier nach diversen artikeln auf DMN(die ich sehr schätze).

      keiner weiss, wie diese krise enden wird, auch ich nicht. aber sie wird wahrscheinlich nicht gut enden. dazu braucht man kein prophet sein oder an einem sogenanntem „kassandra-syndrom“ leiden. und sie wird uns noch eine lange zeit begleiten und sich verschärfen. sie wird eruptiv verlaufen mit zunehmender heftigkeit. ich persönlich halte es sogar nicht für völlig ausgeschlossen (vergleich krise ende 20iger jahre des letzten jahrhunderts), dass es mit einem großen krieg endet (das wäre das schlimmste szenario).

      viele hier und anderswo entladen ihren frust dadurch, indem sie schuldzuweisungen (wer ist verantwortlich für diese krise – manche denken, es gibt gar keine krise) bestimmter gruppen (politiker, staaten, bankster, investoren usw.) zuweisen. aus meiner sicht (das ist nur eine meinung) völlig falsch. nur wenige stimmen liest man (aber sie gibt es), dass es sich um ein systemisch, immanentes problem handelt. und da wäre ich in einer diskussion dabei.

      die frage, was bedeutet kapitalismus, was bedeutet „verwertungszwang“, wie entsteht geld und warum über kredite??? usw. schon allein bei diesen fragen würde mich weiter unten „werner “ als kommunist betrachten (lol), meinetwegen.

      naja, man kann nicht alles an gedanken ausführen hier. bereiten sie sich gut mental vor auf das, was auf uns zukommen könnte. ich gebe ihnen recht, dass es sich im jeden fall um ein historisches ereignis handeln wird (jetzt schon). ich wünsche uns allen viel glück.

      gehaben sie sich wohl

      • frau-nachbarin sagt:

        herr ds3, sie zeichenen ein düsteres bild ob der dinge, die die krise noch für uns bereit halten wird. allerdings muß ich ihnen recht geben, denn ich sehe dies ähnlich.

      • Elli Pirelli sagt:

        Dass diese sog. „Krise“ von ganz bestimmten Kreisen inszeniert wurde, steht außer Frage. Es sind die Gleichen, die seit Jahrhunderten nach diesem Fahrplan agieren:
        * These (Chaos produzieren/inszenieren),
        * Antithese (Lösungen anbieten),
        * Synthese (Ziel erreicht)!

        Es geht um die Macht über die ganze Welt – nicht mehr und nicht weniger! Die EU war schon seit dem WKII geplant.
        Mit Schuldsklaven über Generationen, die nie wieder aus dem Hamsterrad der Zinszahlungen rauskommen! Die Schulden interessieren keinen,auch nicht die Rückzahlungen – bloß das nicht!
        Nur die Zins- & Zinseszinszahlungen!
        Wertloses, bedrucktes Papier gegen das Einsacken realer, geschaffener Werte! Privatisierungen waren ein erster Schritt dahin. Privare = griechisch = rauben. Es gibt da ein „Berner Gutachten von Ulrich Fleischhauer“; innerhalb des Gegenstandes zu diesem Gutachten ist alles (!) bestens beschrieben!

        Und jetzt lasse ich mich aber mal überrasche….

  4. jay twelve sagt:

    Die einzige Lösung der Spanier aus der Krise wäre:

    Alle Spanier bilden 100 Mann & Frau Investor-Gruppen, grünen jeweils eine Bank und bei der Eröffnungsbilanz weisen sie ein Rettungspaket von 1 Milliarde Euro aus.

    Von da an lebt man in Saus & Braus, das ESM rettet Mann und Maus.

    Viva la Spania!!!!

  5. FDominicus sagt:

    Man darf auch anders schreiben. Lasst und die Kreditexpansion noch ein bisschen weiter treiben. Wäre doch gelacht wenn wir nicht noch größeren Schaden anrichten könnten.

  6. schlaumeister sagt:

    Man will sich weiter über die nächsten Runden lügen. 30 Milliarden, dass ich nicht
    lache. Die geplatzte Immoblase wird wohl den Billionenbereich demnächst über-
    treffen. Man will etwas Zeit gewinnen, ein paar Wochen wird es schon wieder wei-
    tergehen.

  7. marcell sagt:

    Das Land ist nicht mehr zu retten.Bei CNN wurde heute morgen über Massendemonstrationen berichtet.

    • Atreides sagt:

      Also Massen waren das nicht, das sind die sogenannten „Empörten“ vom 15. Mai 2011, die ihren Jahrestag feiern. Die meisten von denen dürften noch keine Steuerzahler sein. Gesteuert werden die von linksextremen Gruppen.

  8. G.N. sagt:

    Bisher verlangte die Regierung Rücklagen in Höhe von 54 Milliarden Euro, die schon für einige Banken wie etwa die Bankia kaum erreichbar waren. Die 30 Milliarden kommen nun noch oben drauf.
    Um die Anforderungen erfüllen zu können, können die Banken Kredite vom Rettungsfonds in Anspruch nehmen.

    Hallo Frau Merkel, Ihr Einsatz bitte!

    Ich wette, während im Juni die Fußball-Europameisterschaft läuft, wird klammheimlich der ESM installiert, denn dann schaut Dumm-Michel wieder nur noch in die Glotze!

  9. Rico Coracao sagt:

    ich war in den 90ern so oft in Spanien, die Spanier waren glücklich und zufrieden mit den Peseten.. dann kam der Euro und die Verlockung der billigen Zinsen.
    Das die Südländer Portugal, Italien, Spanien und auch Griechenland schwach wurden, liegt in der Mentalität.. Es ist traurig was der Euro aus unserem einst schönen Europa gemacht hat, hier im Norden wurde gekürzt, gespart, Löhne eingefroren..
    ich behaupte: es war so geplant.. Schulden machen abhängig, im Kleinen wie im Großen.
    Wer hat den Nutzen? Die Hochfinanz.. sie wird sich durch Privatisierungen viele ECHTE Werte nun unter den Nagel reissen.. und wer steckt hinter der Hochfinanz die dies geplant hat? Macht euch Gedanken.. diese Gruppe vergiftet die ganze Welt, auch die USA, dort sitzen sie an den Schaltstellen, von der Wallstreet (Brot &) bis Hollywood (Spiele)

    • Werner sagt:

      Interessant wie schnell die Wut von den eigentlichen Sündern, den SCHULDENMACHENDEN Politikern weggelenkt und auf die ideologische Feind-Truppe , die Banker / Hochfinanz gelenkt wird .
      Elegant !
      So wird der Blick von den eigentlichen Übeltätern , den sich hemmungslos überschuldenden Politikern weg , und hin zu hin zu einer ideologisch verhassten Gruppe , der Hochfinanz / den Banken hin gelenkt als ob die für die ielen Schulden verantwortlich wären .
      Das ist sozialistische / kommunistische Propaganda pur !
      Oder MUSSTEN gar die „armen“ Politiker diese Schulden machen weil die Hochfinanz / Banker existieren ?
      Schauderlich diese sozialistische Heuchelei den eigentlich Schuldigen aus der Schusslinie zu nehmen und dafür jemanden an den Schulden unschuldigen ,aber ideologisch verhassten zu präsentieren. Pfui !

      • Pemas sagt:

        Das ist unfassbar! Haben Sie sich schon mal mit unserem Geldsystem beschäftigt? Ihre Aussage verdreht die Tatsachen. Schauen Sie sich mal genau die Geldströme an. Wenn Sie dann immer noch diese Aussage verteidigen können haben Sie mich überzeugt!

      • Richard sagt:

        Setzt eine Selbstständigkeit bzw. Eigendynamik der Politiker voraus.

        Ist diese wirklich gegeben?

        Christian Wulf prangert die Machenschaften der Finanzlobby an – und ist im Handumdrehen demontiert, für Dinge, für die ein Geldkoffer-Schäuble hingegen Finanzminister wird – und dabei ganz auf Bankenlinie.

        Ein Westerwelle verkündet den Truppenabzug aus Afghanistan 2012. Prompt verliert er seinen Parteivorsitz. Jetzt kuscht er wieder den Strippenziehern.

        Selbstständige Politiker – oder bleibt nur übrig, wer schön auf Linie bleibt?

      • Moon sagt:

        Sie haben von unserem Geldsystem wirklich gar keine Ahnung!! Sicher tragen Politiker zu einer Beschleunigung des Zerfalls bei. ABER: Selbst wenn wir ausschließlich redliche Staatenlenker hätten, könnte die zunehmende Verschuldung nicht verhindert werden! Weil Geld nur entsteht, weil jemand sich verschuldet. Wenn Sie Geld haben wollen, geht das nur, wenn sich jemand verschuldet!! Verschuldung ist also systemisch bedingt und eben NICHT weil wir alle ständig über unsere Verhältnisse leben!!!! Also beschäftigen sie sich mal mit dem Geldsystem. Ich schlage Prof. Bernd Senf; Prof. Dr. Dr. Berger oder Dirk Müller vor. Bilden Sie sich und Sie werden feststellen, dass Sie auf dem völlig falschen Dampfer sind.

      • Elli Pirelli sagt:

        Oh mein Gott – unglaublich!
        Die sog. Politiker sind die nicht legalisierten Verwalter des vereinigten Wirtschaftsgebietes, genannt BRD Finanz GmbH, gegr. 09/1990, mit HR-Nr. in FFM
        GF: Angela Merkel, Stammkapital DM 50.000
        Der Bund hat eine Steuer-ID, ist also eine Firma.

        18.07.1990 Auflösung der BRD durch Abschaffung des GG, bis auf die Art. 73, 74, 75. SHAEF-Gesetze gelten in der BRDDR!
        Besonders Nr. 52 – mal googeln.
        Junge, die sog. Politiker sind die ergebenen Mandanten, Vasallen und Diener von Rothschild & Co.!!!
        Und genau dahin fließt alles, was an echten Werten je erarbeitet wurde; seit dem WKI.
        Mann, machen Sie sich mal schlau – brd-schwindel…

    • Elli Pirelli sagt:

      CoL = City of London
      Dort hocken die Herrschaften, die die Welt in Brand setzen wollen.
      Und natürlich auch in den USA.

  10. TheSpiritOfTheTimes sagt:

    Macht Schulden um eure Schulden zurueck zu zahlen!

    Wie dumm darf man eigentlich sein???