Stromspeicher macht Photovoltaik zuverlässiger

Ein neuartiger Stromspeicher soll kurzfristige Schwankungen bei der Erzeugung von erneuerbaren Energien ausgleichen. So sollen Leistungseinbrüche von Photovoltaikanlagen überbrückt werden, die beispielsweise durch Wolken entstehen können.

Siemens hat einen Energiespeicher für die Pufferung von elektrischer Energie entwickelt. Gepuffert werden sollen kurzzeitige – sekunden- oder minutenlange – Schwankungen der Leistung aus erneuerbaren Quellen.
Der modular aufgebaute Speicher basiert auf Lithium-Ionen-Akkus und passt in einer großen Ausführung in einen üblichen Transportcontainer. So speichert er 500 Kilowattstunden Strom, das entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 50 Haushalten.

Der italienische Energieversorger Enel hat kürzlich die erste Anlage mit einem Megawatt Leistung in Betrieb genommen. Enel will damit in seinem Mittelspannungsnetz untersuchen, wie Spannung stabilisiert werden kann.
Die Stromproduktion von Photovoltaik-Anlagen schwankt nicht nur saisonal oder zwischen Tag und Nacht, sondern auch mit dem lokalen Wetter. Ziehen beispielweise Wolken über die Module, sackt die Stromerzeugung für Sekunden oder Minuten ab. Die Folge sind kurzzeitige Spannungseinbrüche im Stromnetz.

Energiespeicher können solche Schwankungen innerhalb von Millisekunden bereits im Netz abfangen, ohne dass in die Steuerung von Kraftwerken eingegriffen werden muss – was immer Verluste bei der Effizienz oder höhere Kosten zur Folge hat.

Zur Entwicklung arbeitete Siemens mit einem der weltweit größten Hersteller für Lithium-Ionen-Akkus zusammen. Der modular aufgebaute Speicher lässt sich auf Kapazitäten von etwa zwei Megawattstunden und Leistungen von acht Megawatt ausbauen. Von Siemens stammt die komplette Lösung inklusive des Umrichtermoduls und der Steuerung, die den Speicher in das Stromnetz einbinden.

Enel wird auch untersuchen, wie gut sich der Speicher eignet, um ein Stromnetz nach einem kompletten Blackout kontrolliert zu starten. Dazu muss der Umrichter des Speichers die passende Spannung und Frequenz vorgeben, damit das Netz wieder kontrolliert hochgefahren werden kann. Solche Lösungen sind interessant für kleine, eigenständige Stromnetze auf Inseln oder in abgelegenen Gemeinden, die andernfalls aufwändig an benachbarte Netze angekoppelt werden müssten.

Kommentare

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  1. biersauer sagt:

    Lithiumakkumulatoren wären tausenfach wichtiger!