Nervosität im Bond-Markt: Zinsen für Südeuropa steigen

Die Gefahr einer Ansteckung weiterer Staaten der Eurozone nimmt angesichts der Situation in Griechenland zu – vor allem Italien gerät immer mehr ins Blickfeld der Investoren. Wegen der unsicheren Banken sind aber auch die Zinsen spanischer Staatsanleihen kräftig gestiegen.

Der italienische Premierminister Mario Monti befindet sich derzeit in äußerst unbequemen Lage. Während er seine Reformen und den Sparkurs vorantreiben will, zeigen ihm die Lokalwahlen in Italien, dass der Rückhalt in der Bevölkerung schwindet und die großen Parteien, die derzeit seine Politik stützen, sich möglicherweise mit Blick auf die nationale Wahl bald gegen seine Politik aussprechen werden. Zusätzlich dazu wird aufgrund der undurchsichtigen Lage in Griechenland und der dramatischen Situation in Spaniens Bankensektor die Ansteckungsgefahr für Italien größer.

Diese aktuelle Lage spiegelte sich auch am Montag an den Staatsanleihenmärkten wieder. Das italienische Finanzministerium verkaufte Anleihen mit einer Laufzeit von drei Jahren zu einem Zinssatz von 3,91 Prozent. Im April lagen die Zinssätze noch bei 1,89 Prozent – sie haben sich dementsprechend mehr als verdoppelt. Zudem ist die Nachfrage deutlich geringer gewesen als noch bei der letzten Auktion dieser Art.

Erst am Freitag stellte die spanische Regierung ihren neuen Plan für die nationalen Banken vor. Doch angesichts der zusätzlichen Rücklagen, die die Banken nun bilden müssen, rechnen Investoren eher mit weiteren Schwierigkeiten für die Finanzinstitute. Zwar verfügt der Rettungsfonds über 15 Milliarden Euro, von dem Banken Kredite aufnehmen können, Ökonomen rechnen indes damit, dass der Rettungsfonds mindestens 50 Milliarden Euro vorhalten müsste. Die Ratingagentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit des Finanzinstituts Bankia, dessen teilweise Verstaatlichung bereits vorbereitet wird, von BB- auf C herab.

Wie wenig Vertrauen die Investoren in die Zukunft des spanischen Bankensystems haben, zeigte sich auch bei der heutigen Auktion von spanischen Staatsanleihen. Die Zinssätze für 12-monatige Bonds kletterten von 2,623 auf 2,985 Prozent und für 18-monatige Anleihen von 3,11 auf 3,3 Prozent. Insgesamt konnte Spanien Anleihen im Wert von 2,9 Milliarden Euro emittieren.

Kommentare

Dieser Artikel hat 5 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Korsar sagt:

    Das Bermuda Finanz-Dreieck

    Nach unserer Auffassung bilden Target-2 zusammen mit dem ESM und Finanzpakt eine Art „Bermuda-Finanz-Dreieck“, in dem systematisch und mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit sämtliche Vermögenswerte Deutschlands und seiner Bürger verschwinden, weshalb wir die Aktion http://www.stop-esm.org ins Leben gerufen haben, die auch Target-2 umfasst. Die Target-2-Operationen der Bundesbank haben schon längst jedes kaufmännisch vernünftige Maß um hunderte Milliarden überschritten und müssen sofort gestoppt werden: Entweder einseitig oder durch entsprechenden Druck auf die NZBs der schwachen Euroländer, die in diese rücksichtlose Plünderung involviert sind.

    http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/10028-target-2-strafanzeige-gegen-bundesbank

    Nach allem, was man lesen und analysieren kann, ist die Ruhe um das TARGET2 Dispositionskonto, für die Med- Staaten, zwingend. Würden die Länder, die ihre Salden nicht ausgleichen, dazu aufgefordert. Bräche das gesamte Finanzsystem dieser, zusammen. Somit wird Deutschland weiter ausgesaugt und ausgeplündert und die Medien, wie Presse, TV und Rundfunk, schweigen dazu, wie ein Grab.

  2. Norbert sagt:

    Wer hat alles auf die Pleite von Griechenland, Spanien, Italien, Portugal usw. gewettet? Ist zwar verboten aber dies gilt nicht für Großaktionäre sprich Finanzfirmen u. Banken. Europa wird ausverkauft, verschachert an Kapitalisten die ihre Macht dadurch stärken. Und, liebe Leser/innen die beschäftigt sind bei Polizei od. Militär, fragt euch ehrlich, wen beschützt ihr wirklich? Demonstranten werden wovor abgehalten? Schlagstöcke werden gegen friedliche Menschen genannt auch Staatsbürger, erhoben u. eingesetzt! Ich glaube die Exekutive sollte eigendlich die Bevölkerung schützen und zwar gegen ihre eigene Ausbeutung verursacht von Kapitalisten die vor nichts zurückschrecken u. Exekutive u. Militär dazu benutzen ihr eigenes Volk zu brechen u. zu morden! Im Schutze eurer Dienstkleidung dürft ihr euch noch sicher fühlen, aber wenn ihr euer Dienstkleidung abgelegt habt, gehört ihr dann auch zum Volk?

  3. stromerhannes sagt:

    Hier ein Lagebericht aus Italien:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=254850

    Es wird den Menschen derart Geld abgepresst, daß sie Suizid begehen. Ausserdem bringt man schon das Militär in Stellung, weil eine kleine Bombe geworfen wurde!

    Leider, leider in den Massenmedien KEIN Wort davon.

    • Wutbürger sagt:

      Deshalb die Massenmedien kündigen, kündigen, kündigen..

      • Korsar sagt:

        Es hat einmal ein Nachrichtenmagazin aus Hamburg gegeben, welches jetzt sogar versucht, den „Mainstreem“ zu überholen.