Griechenland: Nun soll Technokraten-Regierung kommen

Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias will am Dienstag mit allen Parteien über die Errichtung einer Regierung aus Technokraten verhandeln. So soll die Krise in Athen beigelegt und doch noch eine EU-freundliche Regierung installiert werden.

Um die festgefahrenen Verhandlungen über eine neue griechische Regierung doch noch zu einem Erfolg zu bringen und Neuwahlen zu verhindern, hat der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias am Montag einen neuen Vorschlag eingebracht: Er will eine Regierung aus Technokraten und Persönlichkeiten formen. Alle Parteien außer der rechtsextremen Chrysi Avgi sollen zu Gesprächen eingeladen werden.

PASOK-Chef Evangelos Venizelos hält diese Lösung für denkbar, weil man in außergewöhnlichen Zeiten manchmal ungewöhnliche Lösungen finden müssen. Der Chef der demokratische Linken, Fotis Kouvelis, hält die Idee für weniger gut. Dies wäre eine Niederlage für die Politik. Der Chef der Nea Demokratia, Antonis Samaras, glaubt, dass es egal sei, welche Persönlichkeiten in der Regierung sitzen. Wichtig sei es, dass möglichst viele Parteien die neue Regierung unterstützen.

Der Chef des radikalen Linken-Bündnisses Syriza, Alexis Tsipras, wird zwar an den Gesprächen am Dienstag teilnehmen. Er konzentriert sich jedoch auf den Umbau des Bündnisses zu einer neuen Partei, die dann auch in den Genuss der 50 Extra-Sitze kommen kann, wenn sie die Wahlen gewinnt. Tsipras ist nur bereit, eine Regierung zu unterstützen, die die Troika-Sparmaßnahmen zu den Akten legt.

Kommentare

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  1. CarmenSchneider60 sagt:

    Na, diese Idee ist ja jetzt vom Tisch. Es wird im Juni neu gewählt. Spannende Zeiten stehen uns bevor. Die griechische Bevölkerung kann einem nur noch leid tun. Vior ein paar Tagen las ich, daß seit der Auflösung des Parlaments im April keine Sozialleistungen mehr ausgezahlt werden. Scheinbar ist da momentan niemand für zuständig!? Was ist denn da los? Stimmt das oder wird das einfach so hingenommen? Schwer zu glauben.

  2. Margrit Steer sagt:

    Und welche „Experten“ meine der griech. Präsident?
    Die Leute von Goldman-Sachs?
    Na dann ist ja alles im Sinen der EU-Brüssel, diesem Dreckhaufen, klar. Löuft also ganz nach Plan