Angst vor dem Crash: Spanier plündern ihre Bankkonten

Der Aktienkurs der verstaatlichten spanischen Bank Bankia ist massiv eingebrochen. Weil die Kunden der Bank Angst um ihr Geld haben, heben sie es nun massenhaft ab. Dies könnte einen Bankrun auslösen, der kaum kontrollierbar wäre.

Verunsicherte Kunden des spanischen Bankhauses Bankia haben in der vergangenen Woche eine Milliarde Euro von ihren Konten abgehoben. Nachdem die Bank zum Teil verstaatlicht worden war und Kleinanleger 2 Milliarden Euro verloren hatten wollen sie ihr Geld in Sicherheit bringen. Der Aktienkurs der Bank fiel um 27 Prozent auf 1,21 Euro, nachdem die spanische Zeitung El Mundo berichtet hatte, Kunden würden massenhaft Geld von ihren Konten abheben.

Bankia teilte mit, die Entwicklung der Einlagen seien „saisonal bedingt“. Ein Bankenanlyst sagte der Financial Times, mit dem Verfall des Aktienkurses würden die Kunden nervös – auch wenn dies nicht mit den Kontobehebungen zusammenhängen müsse.

Auch in Griechenland zeichnet sich offenbar ein Bankrun ab: Karolos Papoulias, der bis zu den erneuten Wahlen am 17. Juni Griechenlands Staatschef ist, soll Medienberichten zufolge die Parteichefs gewarnt haben, die Griechen würden bereits verstärkt Geld von ihren Konten abheben. Papoulias berief sich demnach auf Angaben der griechischen Zentralbank und sprach von 800 Millionen Euro, die alleine am vergangenen Montag abgehoben worden sein sollen.

Die griechischen Bankkunden sind verunsichert, weil es keiner der Parteien gelungen war, nach den Wahlen eine Regierung zustande zu bringen. Die Folge war eine offene Diskussion über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone.

Beobachter warnen, dass ein Bankrun – wenn er erst einmal eingesetzt hat – kaum mehr zu stoppen sei und sich äußerst schnell ausbreiten könnte. Damit erklären sich auch die vehementen Beteuerungen der Banken, es hätte kein Bankenrun eingesetzt.

Kommentare

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  1. Rolf Kurt Neumann sagt:

    „Weg mit dem Euro! Appell von 14 deutschen und französischen Wirtschaftsexperten an die europäischen Regierungen“ lt. Junge Freiheit Nr.24/12
    „Wenn dieser Euro- Rettungspolitik nicht unverzüglich ein Ende gesetzt
    wird, wird das Abenteuer der Gemeinschaftswährung dramatisch enden:
    Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, ausufernde Arbeitslosigkeit, soziale
    Unruhen, zunehmende extremistische Tendenzen, Wiederaufflammen alter
    Konflikte, Auflösung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – alle diese
    negativen Faktoren führen dazu, daß die Länder Europas unregierbar wer-
    den…“
    Wie schon vor 15 Jahren von mir prognostiziert: http://educulture.yooco.de/warum_der_euro_nicht_funktioniert_1861997
    „Die Europäische Union darf nicht weiter Spielball der auf Zerstörung unserer Lebensgrundlagen ausgerichteten globalen Finanzoligarchien bleiben. Ist
    es nicht beschämend zu sehen, wie sie sich Politik und Wirtschaft untertan
    machen und nach ihren Interessen vor sich hertreiben?“

  2. Michele sagt:

    Es ist schon der Hammer, dass der europäische Steuerzahler die private Kapitalflucht von Einheimischen ect. kompensieren und das zurückgebliebene Land liquide halten soll.

    Möchte nicht wissen, wieviel privates Kapital schon in Nicht-Euro-Ländern geparkt worden ist.

  3. Rico Coracao sagt:

    Bankia macht nun den Bock zum Gärtner: Spanien heuert Goldman Sachs an

    http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/bankia-sanierung-spanien-heuert-goldman-sachs-an_aid_754864.html

    Nur ein naiv denkender Mensch wird glauben, die geben sich mit einem Beraterhonorar zufrieden.. schöne & tiefe Einsichten für zukünftige Geschäfte & Spekulationen..

  4. Dasein sagt:

    Wenn die Zensur von DMN (warum werden Mahner und Warner zensiert?) zuschlägt, drei Interview (neu) von Wilhelm Hankel auf Youtube (hörenswert):
    WilhelmHankel – Europa am Abgrund

    http://www.youtube.com/watch?v=BRVRoSDX8YY&feature=relmfu

    • Anna sagt:

      @ Dasein!

      Danke für dieses Video, ist sehr aufschlussreich.
      Die Lösung nach Prof. Hanke könnte der EU helfen ohne Krieg eine gute und wünschenswerte Basis zu sein.

    • Michele sagt:

      DMN hält die Kommentare für einige Stunden in Quarantäne, zensiert nach eigenen Angaben nicht. 🙂

      • redakteur sagt:

        Manchmal dauert es in der Tat etwas länger, bitte um Verständnis. Die Redaktion

        • Michele sagt:

          @Redaktion

          Ist ja auch ganz gut so, so sind die Kommentatoren unbeinflusster und können die eigenen Gedanken äussern.

          Allerdings gefällt mir auch das Frage- und Antwort-Spiel.

    • Michele sagt:

      Hankel ist von der Annahme ausgegangen, dass die Wirtschaft auf Fremdkapital angewiesen ist.

      Langsamer voran mit Eigenkapital, das wäre mein Gedanke. Dazu müsste man die Inflation zurückfahren.

      Doch WER will schon langsam fahren, es soll ja alles rucki zucki gehen heutzutage.
      Deshalb auch so viele Unfälle 🙂

    • Rico Coracao sagt:

      Danke, Hankel hat auch ein neues Video auf Youtube (3Teile)

      Du wurdest nicht zensiert, ich hatte es gelesen (Mahner und Warner)

      Was Neues: „Mr. DAX“ Dirk Müller – Das ganze Interview ORF (17.05.2012)
      http://www.youtube.com/watch?v=WTW49tr-mNE
      (1 Stunde)

  5. jay twelve sagt:

    : „Spanier plündern ihre Bankkonten“. Diese Überschrift hört sich vergleichbar an wie: „Achtjähriger Pub vergewaltigt einen Bischof und 12 Nonnen, die Justiz rätselt.“

    Ich meine, der DMN Redaktion dürfte die Präzision der deutsche Sprache geläufig sein?

    • J. C., geb. Püschl sagt:

      Lieber `jay twelve´,

      das Wort `plündern´ stammt von `Plunder´ ab, das ist Hausgerät, Kleider, Wäsche, Bettzeug, kurz: aller Kram, den man so braucht.

      Plündern bedeutet allen Kram an sich zu nehmen (siehe Gerhard Wahrig: DAS GROSSE DEUTSCHE WÖRTERBUCH), und zwar `ratzeputz´.
      Das kennen wir im Sinne von `Beraubung´, aber auch im Sinne von `an sich nehmen, was einem gehört´.

      Wenn Sie morgen früh Ihre Vorräte plündern, vermeiden Sie deren Befall durch Schädlinge (z. B. Ratten).

      So sehe ich keinen wirklichen Grund, unsere geliebten DMN-Redakteure eines `verbalen Vebrechens´ zu beschuldigen! – 🙂

      • jay twelve sagt:

        lieber Püschel, die DMN Redaktion berichtete von „Plünderung der Banken“ und dort gibt es nur Geld zu holen, das der Banken nicht gehört, sonder den Sparer, wohl bemerkt.
        Als Mangupologe (Verhaltensforscher der Gottesgaukler & Ganoven-Kapitalverbrecher) bin ich ein Spaßvogel mit viel Sinn für Humor.

        In eine Verrückte Welt, die von Vollidioten ruiniert wir, verbleibt nur noch Humor als Abwehrmittel.

        • J. C., geb. Püschl sagt:

          Humor? – Prima!

          Haben Sie für die ruinösen „Vollidioten“ auch einen „tödlichen Witz“ auf Lager?

          Damit könnten Sie die Welt retten! 🙂

        • Michele sagt:

          🙂 richtig.

          Leider ist Oma anderer Ansicht, sie ist stocksauer!!!

  6. Knatterton sagt:

    Es reicht schon aus, wenn die Menschen nur 2 % ihrer Einlagen bei den Bankstern „plündern“.
    Die geringe Kernkapitalquote der Banken bringt diese dann zum Crash.
    Wäre es nicht verlockend, den ganzen Euro-Wahn schnellstmöglich zum verdienten Ende zu bringen?
    Billiger wäre es allemal, als noch länger deutsches Steuergeld zu verbrennen.

    • Michele sagt:

      2% sind rucki zucki mit Fiat-Geld aufgefüllt. 🙂

      • Knatterton sagt:

        Nur für einen Teil der Giralgeldmenge existiert im Rahmen der Mindestreserveanforderung von 2 % Bargeld zur Auszahlung.
        Banken sind darauf angewiesen, dass der Geldverkehr digital erfolgt, ohne grösseren Einsatz von Bargeld, das alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel ist.
        Die Geschäftsbanken können nicht beliebig hohe Kredite von der Zentralbank aufnehmen, da diese besichert sein müssen.
        Der Bankrun hat also durchaus einen Sinn, wenn man diese Zusammenhänge sieht.
        Die Pleite einer grösseren Bank wird einen Dominoeffekt erzeugen durch die weitgehende Interdependenz des Bankensystems.
        Also – auf Leute, „plündert“ eure Konten!!!

  7. Klotho sagt:

    Das haben Merkel und Schäuble von ihrer Sparpolitik, erzeugen nur Panik. Sie sollten mal an die betroffenen Menschen denken, anstatt kriminelle Spekulanten und sonstiges Gesocks zu retten.
    Wer rettet eigentlich die Bevölkerungen? Das kann doch nicht alles auf die Kosten der Bevölkerungen gehen.
    Wenn nur 1 % gerettet werden, wer rettet eigentlich die restlichen 99 %?

    • Michele sagt:

      Die restlichen 99 rettet evtl. der Liebe Gott. Zu Noah’s Zeiten waren es leider weit weniger…

    • Räumungs-Verkauf sagt:

      In anderen Worten:
      Wer rettet uns vor den sogenannten „Rettern“, die uns zu Tode retten wollen?