G 8: Staatschefs finden keine Antwort auf die Krise

In Camp David konnten sich die G 8-Gipfelteilnehmer keine Einigung über Maßnahmen gegen die Krise erzielen. Offenbar haben sich die Staats- und Regierungschef in ihr Schicksal ergeben und erwarten nun das Urteil der Märkte.

Goldman Sachs-Berater Der italienische Ministerpräsident Mario Monti wurde auf dem G 8-Gipfel in Camp David zum Moderator bestellt, um zwischen dem Wachstums Flügel (Obama, Hollande) und der Sparer-Fraktion (mehr oder weniger nur Merkel) zu vermitteln.

Es gab viele höfliche Floskeln, wie jene, dass alle wachsen und zugleich sparen wollen. Im Schlußstatement las sich das dann so: „Unser Ziel ist es, Wachstum und Jobs zu schaffen. Die globale Wirtschaft zeigt gewisse Anzeichen der Erholung, aber auch einige starke Gegenwinde. Vor diesem Hintergrund fühlen wir uns verpflichtet, unsere Volkswirtschaften zu stärken. Wie räumen ein, dass die richtigen Maßnahmen dafür nicht dieselben für alle von uns sind.“

Damit ist klar, dass die unterschiedlichen Auffassungen über die Lösung der Euro-Krise nicht harmonisiert werden konnten. Ebenso wie bei der Finanztransaktionssteuer, wo der französische Vorschlag abgelehnt wurde, gibt es eben im Moment keine Übereinstimmung, wie die europäische Staatsschuldenkrise gelöst werden kann.

Man konnte bei dem Gipfel den Eindruck gewinnen, dass sich die Staatsoberhäupter der G 8 damit abgefunden haben, dass sie diese Krise nicht mehr lösen können. Ob sie hoffen, dass noch ein Wunder geschieht, oder ob sie einfach nur noch gleichgültig das Urteil der Märkte erwarten – über die Motive für die beispiellose Untätigkeit haben wir keine Belege. Klar wurde nur, dass US-Präsident Barack Obama keine weiteren Turbulenzen in Europa wünscht, weil er gerne im November wiedergewählt werden möchte. Klar wurde auch, dass die EU mit José Manuel Barroso und Herman Van Rompuy zwei Vertreter entsandt hatte, deren Anwesenheit nichts beitragen konnte, was zu mehr Einigkeit geführt hätte.

Der beste Beweis dafür, dass die Regierungschefs mit ihrem Latein am Ende sind, ist die erneute Betonung, dass sich alle Beteiligten der Dringlichkeit des Problems bewußt seien. Diese Phrase begleitet nun wirklich schon wortgleich jeden Gipfel. Noch nie sind jedoch wirkliche Taten gefolgt. In dieser Hinsicht reiht sich Camp David nahtlos in die Reihe der bisherigen Gipfel ein.

Kommentare

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  1. Yannick Mantsch sagt:

    Allmählich bin ich es leid, dass sie ständig sagen, sie wären sich des Problems bewusst, beraten sich dann eine Zeit lang, nur um zu dem grandiosen Schluss zu kommen:
    „We agree to disagree“.
    Am besten wäre es, völlig neue Regierungen einzusetzen, die die Wirtschaftssysteme völlig neu gestalten sollen – das ist eine von wenigen radikalen Ideen meinerseits.
    Eine beschwinglichere Idee fällt mir leider nicht ein.
    Aber auf jeden Fall soll sich endlich etwas ändern, denn ich habe es als Bürger wirklich endgültig satt, stets vertröstet zu werden und nur noch „Krise hier und Krise da“ zu hören.
    Wenn es nicht mehr auf dem legalen Weg geht, dann wird es wohl bald zu Revolutionen kommen – und zwar in Europa und Amerika. Arabien hat es nämlich vorgemacht. 😉

  2. Franz-Josef Sünneke sagt:

    …..ganz einfach: entweder: Zerschlagung der Banken (Sigmar Gabriel.SPD) oder zu mindest: Ein Trennbankensystem dringlich einführen!!!

  3. Franz-Josef Sünneke sagt:

    viel geschrieben, viel berichtet! aber der Kern unserer derzeitigen Finanzkrise wird nicht behandelt, ja, sicherlich Finanztransaktionssteuer ist wohl nicht die Messplatte!!!

    Sigmar Gabriel SPD, berichtete vor einiger Zeit darüber, dass ein Trennbankensystem oder besser noch, Zerschlagung der Banken, wegen der leidigen Casino-Wirtschaft der bessere Weg wäre, um die Finanzkrise 2012 zu beenden!!!!

  4. Grottenlurch sagt:

    Warum sollten die Verursacher der Krise, eine adäquate Antwort finden wollen? Wenn Obama wieder gewählt werden möchte, so er kann er doch mal wieder über´s Wasser laufen und „yes we can“ skandieren. Selbst der Pöbel fällt nur einmal darauf herein. Ansonsten werden wohl bald die ganzen Kasperköpfchen ausgetauscht. Die Puppenspieler werden wohl mittlerweile gemerkt haben, dass diese Figuren nur noch schwer vermittelbar sind.

  5. Walküre sagt:

    Traurig aber wahr! Sie müssen das aber wohl sagen den die Wahrheit ist mit Sicherheit nichts für das Volk das sie vertreten und würde ihr „Spiel“ offen legen. Ausserdem ist es wohl Sinnlos zu hoffen von den Verursachern eine glaubhafte Antwort bzw. Lösung zu bekommen.

  6. Anna 1950 sagt:

    Das sie keine Antwort finden, macht mich mißtrauisch.

    Es könnte etwas ehrliches sein.

    Es könnte aber auch sein, daß der übliche Ruf nach mehr Unterstützung von Seiten Deutschlands, deshalb nicht im Vordergrund steht, weil selbst diese Herren erkennen, daß Deutschland schon bis zum Hals in Rettungsmaßnahmen drin steckt, daß wirklich nichts mehr geht.
    Nur eine Vermutung, wäre aber für uns, das schlimmste Signal.

    Ein Wachtstumspaket wurde doch beschlossen!
    Frau Merkel soll wohl Wert darauf gelegt haben, das es nicht Konjunkturprogramm heißt.
    Macht das Sinn, oder will sie ihre Wähler beruhigen?