Griechenland: Krankenhäuser können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen

Um bei einem Austritt Griechenlands aus der Eurozone oder einem Ausfall der Zahlungsfähigkeit des Landes ein paar Monate die medizinische Notfallversorgung sicher zu stellen, arbeitet die Pharmaindustrie derzeit an einem Notfallplan.

Schon jetzt ist das griechische Gesundheitssystem stark angeschlagen. Die nationalen Kliniken sind bei den Herstellern mittlerweile mit rund 1,2 Milliarden Euro im Rückstand, so der griechische Pharmaverband. Etliche Pharmakonzerne liefern nun mehr nur noch bei sofortiger Bezahlung. Viele Griechen erhalten nicht mehr die notwendigen Medikamente gegen schwerwiegende Krankheiten oder entsprechende Therapien, weil die Kliniken sich dies nicht mehr leisten können oder Apotheken nicht genügend finanzielle Mittel haben, da sie auf Zahlungen der öffentlichen Krankenkassen warten müssen.

Aber auch die Lohnkürzungen und die Arbeitslosigkeit tragen zu dieser Situation bei, da sich etliche Griechen den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil an den Kosten, die zwischen 10 und 25 Prozent liegen, nicht mehr leisten können. “Die Zahl der Patienten, die einen Zugang zur Versorgung haben, hat massiv nachgelassen – wegen der Wirtschaftskrise”, erklärt Apostolos Veizis von Ärzte ohne Grenzen.

Wie Reuters aus Branchenkreisen berichtet bereitet die Pharmaindustrie eine Notversorgung mit Medikamenten für die Griechen vor, für den Fall, dass das Land den Euro verlässt oder in Zahlungsnot gerät. Seit Ankündigung der Neuwahlen für Mitte Juni werden die Pläne verstärkt vorangetrieben. „Es gibt eine moralische Pflicht, die Versorgung fortzusetzen”, sagte Simon Friend Pharmaexperte bei PricewaterhouseCoopers der Nachrichtenagentur Reuters. „Griechenland ist kein großer Markt, die meisten Pharmaunternehmen können sich das also leisten.”

Ähnlich wie in Argentinien 2002 arbeitet die Industrie an einem Plan, der sich kurzfristig umsetzen lasse und für einige Monate die Versorgung mit den wichtigsten Medikamenten sicherstelle. “Wir halten sehr engen Kontakt mit der Europäischen Kommission sowie der griechischen Task Force, und wir beobachten die Entwicklung”, bestätigt der Chef des Europäischen Pharmaverbands, Richard Bergstrom, die derzeitigen Bemühungen.

 

Kommentare

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  1. Fred Kirchheimer sagt:

    Tja, so tragisch kann die Lage nicht sein, denn auf dem Foto sind sechs Autos zu sehen. Wo es Geld dafür gibt, sollte es eigentlich auch Geld für Medikamente geben, oder?

  2. Michele sagt:

    „Die Not und die Ungerechtigkeiten werden überhandnehmen“
    „Es wird eine so trübselige Zeit sein, die Sonne und der Mond werden den Schein verlieren und die Menschen werden den Tod suchen und nicht finden“
    „Wenn ihr die Zeichen sehet, so erhebet eure Häupter…“

    Zitate der Bibel, der Offenbarung über die letzte Zeit (die der Widerkunft Christi vorausgeht).

    Nicht dass jemand denkt, das sei auf meinem Mist gewachsen 🙂

  3. Fred Kirchheimer sagt:

    Heute ist wieder so ein Tag, an dem der Moderator sich voll auf die Seite der Verlierer und ewigen Opfer geschlagen hat und jeden Weckruf sofort als unwillkommen blockierte. Gut, das überrascht jetzt nicht wirklich bei einer Zeitung die in Berlin , der Hochburg des organisierten Verbrechens und der 20% Arbeitsscheuen, gemacht wird.

    Wie wäre es eigentlich damit, die Zeitung unzubenennen in „Opfer-Forum“.

    • Michele sagt:

      Wenn der Bericht stimmt, wieder ein Fall für „Ärzte ohne Grenzen“.
      In diesem Falle können die europ. Steuerzahler sicher nicht nein sagen.

    • Fred Kirchheimer sagt:

      Ist doch bemerkenswert, daß keiner widersprochen hat, daß ich Berlin als Hauptstadt des organisierten Verbrechens (jüngstes Beispiel: Flughafen BER)
      bezeichne. Und die 20% der Bevölkeung, die auf Kosten der (westdeutschen) Steuerzahler leben, werden auch achselzuckend als gottgegeben hingenommen. Na, dufte!

      • klimperkasten sagt:

        Ja, Fred Kirchheimer, Sie sind echt ätzend, aber Sie treffen den Nagel oft ins Schwarze, indem Sie immer wieder alles Gesagte (bzw. Berichtete) in Frage stellen. Auch wenn ich oft nicht auf Ihrer Linie bin, freue ich mich über denkende, skeptische Menschen wie Sie. Oft geben Sie mir zu denken, und das ist gut so.
        Und da ich in Berlin lebe, kann ich Ihnen in puncto organisierte Kriminalität, Flughafen, Planlosigkeit, Chaos etc. nur Recht geben. Allerdings verstehe ich nicht, wen Sie mit diesen 20% Prozent der Bevölkerung meinen. Sollten Sie auf Migranten anspielen, dann liegt hier zu allererst ein Versagen des Staates vor. Jeder Mensch, auch Sie, würde bei Perspektivlosigkeit im Heimatland dahin gehen, wo er mit offenen Armen empfangen wird.

  4. Kanty sagt:

    JP Morgan- sind 100 Milliarden Dollar futsch?

    http://www.marktorakel.com/index.php?id=4528159085438220753

  5. rundertischdgf sagt:

    Dr. Peter Gauweiler gestern Abend auf einer Veranstaltung in Frontenhausen wörtlich, „ich lasse mich lieber aus dem Bundestag tragen, bevor ich dem ESM zustimme!“

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/21/gauweiler-im-vilstal/

  6. wunderbares Griechenland sagt:

    es ist an der Zeit, dass eine linke Regierung an die Macht kommt, die sich die Politik Venezuelas und Argentiniens zunutze macht. Enteignung und Verstaattlichung von Vermögen ausländischer Gesellschaften und Kapitals, sei es als Pfand oder zum Ausgleich der verlangten Reparationszahlungen.

    Kampf dem Kapital – Sieg für das Proletariat und den Sozialismus.

    • FDominicus sagt:

      Warum sind Sie nicht ehrlich uns schreiben. Wein, Weib Gesang für die Partei, Untergang für die Anderen?

      Es scheint mit auch so als ob sich das Proletariat gerade zu Tode siegt.

    • frame sagt:

      Genau.
      Wie meine Oma schon sagte, die Kommunisten sind Diebe.

      > Kampf dem Kapital – Sieg für das Proletariat und den Sozialismus.

      Weißt du Avatar eigentlich, daß Mussolini und Hitler auch Sozialisten waren ?
      Deswegen war in der schönen DDR der Ausdruck „Nationalsozialismus“ tabu, er war nämlich viel zu nah an der Wahrheit.

  7. rundertischdgf sagt:

    Durch einen Blogger erfahren wir so ganz nebenbei, daß auch die italienische Autoindustrie gerettet werden will.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/05/21/sollen-wir-deutschen-auch-die-schwachelnde-autoindustrie-italiens-subventionieren/l

    • Richard sagt:

      Na prima, warum nicht?

      Dann können wir ja auch so nebenbei die Hartz4-Empfänger bzw. ihre Kinder aus der Kinderarmut retten.

      Sagen wir 100 € mehr pro Monat. Macht pro Jahr grad mal lausige 5,5 Mrd.€.
      Hey, sowas findet der Angestellte Hollandes mal eben so als „Ungenutzte Mittel“ in der EU-Kasse.

      Oder wäre dann der Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr?

      So von wegen „Spätrömische Dekadens“?