Falsche Defizit-Zahlen: EU schickt Kontrolleure nach Spanien

Weil Spanien wiederholt keine korrekten Angaben über seine Verschuldung liefern konnte, werden jetzt EU-Beamte mit der Prüfung beauftragt. Die angeschlagenen spanischen Banken sollen ebenfalls einem Stresstest unterzogen werden. Sie könnten weitere Hilfsgelder benötigen.

Weil vergangene Woche bekannt wurde, dass Spanien erneut keine korrekten Angaben über sein Defizit machen konnte, werden nun Beamten der EU nach Spanien entsannt. Sie sollen die Daten überprüfen und verlässliche Zahlen liefern.

Spaniens Wirtschaft wird auch im zweiten Quartal dieses Jahres schrumpfen. Das Bruttoinlandsprodukt wird zwischen April und Juni um 0,3 Prozent zurückgehen. Dies verkündete der spanische Wirtschaftsminister, Luis de Guindos, heute in Madrid.

Um die spanischen Banken endlich stabilisieren zu können, wurden zwei Unternehmen beauftragt, die den Bankensektor genau überprüfen sollen. Bis Ende Juni sollen sie die spanischen Banken einem Stresstest unterziehen, der klären soll, ob die Banken weitere Staatshilfen brauchen. Bisher wurden bereits vier solcher Versuche unternommen, das Vertrauen in spanische Banken zurückzugewinnen. Außerdem sollen weitere Wirtschaftsprüfer den Zustand jede einzelne Bank feststellen.

Der spanische Premierminister, Mariano Rajoy, versicherte der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, zwar, die spanischen Banken würden keine Hilfe mehr brauchen. Dennoch steigt die Sorge, dass Mittel aus den europäischen Kriseninstrumenten aufgebracht werden müssen, um die Banken zu stützen.

Kommentare

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  1. Korsar sagt:

    In EUROLand wird nur noch gelogen und betrogen. Jeder wartet auf den ESM und die EURObonds um seine Schulden den Deutschen aufzuhalsen. Wehe uns geht das Geld aus. Aber der neue Fürst Metternich, in seinem Rollgefährt, wird dafür sorgen, das wir Deutsche zahlen und zahlen, dafür nehmen die lieber eine Diktatur in kauf.

  2. Fred Kirchheimer sagt:

    Na ja, wenn Madrid schon ein Problem mit den Zahlen aus den Provinzen hat, dann muß doch auch gefragt werden, ob denn das tatsächliche Defizitzahlen Spaniens nicht vielleicht sogar niedriger sind als veröffentlicht.

    Die Provinzen haben doch ein vitales Interesse daran, ihre Situation so schlecht wie möglich darzustellen, in der Hoffnung so mehr Ausgleichszahlungen zu bekommen.

    Warum Brüssel, resp. eurostat jetzt erst aktiv wird, die Abläufe in ESP zu überprüfen, zeugt nur ein weiteres Mal davon, daß die Politik immer nur den Ereignissen hinterher läuft.

    Bei allen unsicheren Kantonisten muß sofort eine Prüfung erfolgen wenn auch nur der leistete Verdacht besteht, daß die in eine für die Steuerzahler teuer werdende Schieflage kommen. das wäre dann Teil eines Risikomanagements.

  3. Schleswig sagt:

    Äh ja, war da nicht im letztem Jahr ein EU Stresstest? Wenn ich mich erinnern kann – auch für spanische Banken. Die sich doch über zu harte Auflagen beklagten. Wo ist das EZB Geld, also auch unser Geld das spanischen Banken förmlich wie eintrockner Schwamm aufgesogen haben.

  4. Thomas Sondowski sagt:

    Mit dem bedingungsloses Grundeinkommen hätten wir ENDLICH das faire Wirtschaftsmodell das wir schon lange haben sollten, gemäß VWL/BWL Logik.

    Hier sauber nachgewiesen:

    http://www.global-change-2009.com/blog/arbeitsmarktgleichgewicht-in-abhangigkeit-vom-sozialsystem/2010/06/

  5. Tommy Rasmussen sagt:

    21.05.05. Professor Dr. Dr. Wolfgang Berger — Finanzkrise — unbedingt sehenswert!

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=1Ks_CAbL4ro

    • jay twelve sagt:

      Tommy R., der Beispiel mit dem Karussell finde ich sehe zutreffend.
      W. Berger, im Gegensatz zu „berühmten“ Ökonomen, versteht wovon er spricht.

  6. Kpt. Picard sagt:

    Und die EU – Kontrolleure werden in Spanien genauso aus dem „Staunen“ nicht mehr rauskommen, wie dereinst in Griechenland.
    Und sie werden die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
    Und etwas später dann in Portugal, dann in Italien, dann in …
    Oder glaubt denn jemand ernsthaft, in SP sieht es viel anders aus, als beispielsweise in griechischen Finanzämtern?
    Ein sehr, sehr lockerer Umgang in Fragen der Buchhaltung, ist in den südlichen Ländern ganz normal und gehört dort zum allgemeinen Standard.
    Da nehmen sich alle Mittelmeeranlieger nicht viel. Ob das jeweilige Land nun zum Kontinent Europa gehört oder zu Afrika. Die Mentalitäten und die damit verbundenen „lockeren“ Umgangsnormen sind ähnlich.
    Wie sagt man in Deutschland immer so blumig? … „kulturelle Eigenarten“ LOL

    • louis-portugal sagt:

      Wenn Sarazzin etwas darüber schreibt isst es eine Schande nach Meinung von Steinbrück.
      Deutschland hat eine grosse Verantwordtung seit 1945 sagt er.