Einkaufsmanager Deutschland auf Rekord-Tief gefallen

Zum ersten Mal seit sechs Monaten schrumpfte die gesamte deutsche Privatwirtschaft. Die deutsche Industrie ist stark verunsichert über die aktuelle Situation in der Eurozone. Der Einkaufsmanager-Index fiel auf den tiefsten Stand seit Juni 2009 und der Ifo-Geschäftsklimaindex sank erstmals wieder.

Die Unsicherheit über Griechenlands Verbleib in der Eurozone, der angeschlagene Bankensektor in Spanien und die sich ausweitende Rezession in den europäischen Ländern bereitet der deutschen Industrie zunehmend Sorgen. Im Mai fiel der Einkaufsmanager-Index um 1,2 auf 45,0 Punkte, wie das Markit-Institut am Donnerstag mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Juni 2009.

Beunruhigend ist auch die Geschwindigkeit, mit der der Index abgenommen hat. Es ist der schnellste Rückgang seit drei Jahren. Ursprünglich wurde mit einem leichten Anstieg des Einkaufsmanager-Index gerechnet. Das Dienstleistungsbarometer verharrte bei 52,2 Punkten. Nimmt man beide Sektoren zusammen, so schrumpfte die gesamte deutsche Privatwirtschaft zum ersten Mal seit sechs Monaten wieder: Der Composite-Index verlor 0,9 Punkte und landete bei 49,6 Zählern.

Tim Moore von Markit betonte, dass außerdem das Neugeschäft der Industrie stark zurückgegangen sei und die Exportaufträge seit elf Monaten kontinuierlich sinken. Hier zeigt sich ebenfalls die schwache Kaufkraft der anderen Euro-Länder, die mit einer sich verstärkenden Rezession im eigenen Land zu kämpfen haben. Aus diesem Grund kürzten die deutschen Industriebetriebe so viel Personal wie zuletzt im Februar 2010.

Die Ergebnisse des Einkaufsmanager-Indexes spiegeln sich auch im Ifo-Geschäftsklimaindex wieder. Dieser sank im Mai von 109,9 auf 106,9 Punkte – zuvor war es sechs Monate gestiegen. „Die deutsche Wirtschaft steht unter dem Eindruck der in letzter Zeit gestiegenen Unsicherheit im Euroraum“, erklärt auch Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Situation.

Kommentare

Dieser Artikel hat 14 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. biersauer sagt:

    Die Ölpreise werden weiter steigen mit dem fallenden Euro.
    Öl ist aber nicht wirklich wichtig fürdas Zurücklegen von Wegstrecken von A nach B.
    Zukünftig wird dazu nur Strom zur Verfügumng stehen und der Konsument wird sich damit abfinden.
    Was wir allerdings nicht haben in D. und Ö. sind die dazu nötigen Lithium-Akkumulatoren, weil solche nur in Fernost erzeugt werden und diese Tatsache berührt unserte Politiker überhaupt nicht.
    Der Markt für Li-Zellen wird in den nächsten 10 Jahren an die 25 Milliarden sein und dieser Brocken geht somit nach China, anstatt dass hier Vollbeschäftigung betrieben wird.

  2. Michael sagt:

    Nebenbei gesagt, die Weltwirtschaft i.e.S. wird durch die unbescheidenen Ölpreise durchaus gebremst. „Wachstum“ ließe sich recht einfach durch Abwürgen der Ölpreise schaffen. Das scheint nicht wirklich gewollt, denn das Abwürgen der Finanzmärkte durch administrative Vorgaben wäre durchaus möglich. Aber offenbar werden Risiken und Nebenwirkungen befürchtet. Der US-Präsident überzeugt nicht, sonst hätte er dem Kartell längst Stachelhalsbänder angelegt.