Draghi: EZB kann aktuelle Euro-Krise nicht lösen

EZB-Chef Mario Draghi will von den EU-Regierungschefs ein schnelleres Vorgehen gegen die Krise sehen. Man benötige nun einen „tapferen Sprung“, da sich die Europäische Union nun an einem „entscheidenden Punkt in ihrer Geschichte“ befindet. Ein klarer Schritt, um den Druck auf die EZB abzuwenden.

Während Angela Merkel schon erste Zweifel plagen, dass eine politische Union tatsächlich möglich ist (hier), erhöht nun die EZB erneut den Druck auf die Staats- und Regierungschefs der Euroländer. Die politischen Führer müssten nun einen „tapferen Sprung der politischen Phantasie“ hin zu mehr Fiskalunion wagen, um eine Vertiefung der Schuldenkrise zu verhindern, sagte EZB-Chef Mario Dragi am Donnerstag bei einer Rede in Rom.

Es müssten mutigere Maßnahmen ergriffen werden. Angesichts der Zerfahrenheit beim letzten EU-Gipfel scheint dies jedoch nicht so einfach zu sein, vor allem bis Francois Hollande eine Mehrheit im französischen Parlament erlangt hat. Er muss sich gegen Angela Merkel behaupten, um diese Mehrheit zu erreichen. Und auch Angela Merkel kann nur auf eine diese Mehrheit hoffen – denn ohne sie wird es für den französischen Präsidenten nicht einfach sein, entsprechende europapolitische und nationale Entscheidungen auf den Weg zu bringen.

Die EZB hat mit ihren Tendern im Dezember und Februar viel Geld in die Banken gepumpt und verlangt nun eine entsprechende Durchsetzungsfähigkeit der europäischen Politiker, auch wenn kaum etwas von dem Geld bisher in der Privatwirtschaft angekommen ist. Die Europäische Union, so Mario Draghi, befindet sich an einem „entscheidenden Punkt in ihrer Geschichte“ und die Regierungen der Euroländer müssten nun „gemeinsam und unumkehrbar ihre Vision der wirtschaftlichen und politischen Konstruktion festlegen“, um die gemeinsame Währung zu erhalten.

Diese Worte sind jedoch auch als Abwehr gegen die Forderung gegenüber der EZB, noch mehr Verantwortung zu übernehmen, zu verstehen. Etliche Länder wollen dass die EZB auch direkt an Staaten Kredite vergibt und ihr Kaufprogramm von europäischen Staatsanleihen fortsetzt. Nicht zuletzt die spanische Regierung hofft auf eine solche Unterstützung, die die EZB zumindest offiziell aber nicht geben will.

Kommentare

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  1. Finni sagt:

    Der ESM ist erst einmal durch das Bundesverfassungsgericht auf Eis gelegt, da macht es nun auf dem Umweg über den Ankauf von Staatsanleihen.

    Dieser Vorgang ist für die EZB laut Ihren Satzungen illegal.

    Nur unser Finanzminister hat nix dagegen einzuwenden. Ist unsere Regierung vielleicht vom den ganzen Pleiteländern gekauft worden? Einsperren müßte man das ganze Pack – verschenkt es den letzten Rest des deutschen Staatsvermögens.
    Und die SPD ist wohlmöglich noch schlimmer.

    Die Bundesbank ist auch dagegen. Ist aber isoliert in Ihrr Meinung. Wen wundert es, schießlich zahlt Deutschland die Hauptlast. Fast alle anderen Länder sind Nutznießer. Welcher Idiot hatte eigentlich zugestimmt, daß wir das gleiche Stimmrecht wie jeder andere Eurostaat im EZB haben. Dann sollten wir auch nicht mehr Geld als die anderen einzahlen.

    Einzig die FDP wirkt in meinen Augen glaubhaft und duckt sich nicht wie Merkel&Co. vor Frankreich, Spanien, etc.- aber da es passt gut zur politischen Öde unseres Landes – wenn alle meinen, die FDP gehöre abgeschafft.

    Wenn eines Tages Null Money für Rente, Kindergärten und Gesundheitsversorgung da ist, wird das böse Erwachen aber noch kommen. Bis dahin ist jeder noch so dümmliche Skandal, Sportereignisse, erbärmliche Reality Soap, usw. viel wichtiger als das Thema.

    Hab es gerade noch geschafft, mein Geld ausserhalb des Euroraumes anzulegen. Bin gespannt wann der Dollar wieder 2 Euro und mehr wert ist.

  2. Siggi40.de sagt:

    „… auch wenn kaum etwas von dem Geld, den 1020 Milliarden Euro, bisher in der Privatwirtschaft angekommen ist …“

    Tja wo isses dann? Also schnellstmöglichst wieder zurückfordern!! Geht nicht, schon wieder alles im Spielcasino verzockt, ich weiß.

    Was machen wir mit „Parasiten und Lobbyisten der Bankster“, die die Ersparnisse einer ganzen Generation einfach so verschenken? Also Bankraub, nur umgekehrt.
    Den Euro wird es so lange geben, wie unsere Schwarzgeldkofferträger und Frau Merkel die Sparguthaben der Deutschen an die PIIG(F)S verschenkt. So bald der Nachschub der stupid Germans ausbleibt, wird ein Land nach dem anderem aus dem Euro ausscheren und mit der Rückkehr zur Landeswährung und entsprechender Abwertung wieder konkurrenzfähig werden. Dann hat die ganze Eurozone die Vermögen der Deutschen verfrühstückt, mit Hilfe unserer Hochverrätern bei CDU/CSU und SPD/Grüne. Und wie man mit Hochverräter umgeht, kann man in den Geschichtsbüchern nachlesen.

  3. Rico Coracao sagt:

    WeichEuroDraghi.. was will der uns erzählen?
    Diese ganze Bruesselbande ist ungewählt, diese Leute werden sich noch wundern,
    so historische Länder in Europa vergewaltigen zu wollen.
    Die Bürger sind auch diese ganze Propaganda in den Massenmedien satt..diese ewige Lügerei und Falschberichterstattung. heute(journal) z.B. ist eine runderneuerte „Aktuelle Kamera“ in 3D. Man wundert sich heute nur noch, wenn mal ein Eurothema der Wahrheit entspricht.. aber das ist schon (sehr) lange her.. hier: http://www.youtube.com/watch?v=DBvS-P3aR6s
    Untertitel: „Wer hat Herrn Kleber die Wahrheitsdroge gegeben?“ Der sollte sich sonst schämen, bekommt wohl 41.000€ je Auftritt (GEZ Geld!)
    Da bekommt man in der Schule beigebracht, wie schlimm das 3.Reich war und die DDR und die Propaganda und es wird heute perfektioniert.. Kein Wort und keine Aufklärung über den undemokratischen ESM, das ist die Wahrheit von heute..
    Kritische Journalisten werden mundtot gemacht oder auf Selbst-Zensur dressiert, sonst fliegen sie..Auch wenn Augstein wüsste was man mit -seinem- seriösen Nachrichtenmagazin gemacht hat.. das aktuelle Thema: „Die bösen Rocker“ Warum? Es geht nicht um die Drogen- oder Nuttengeschäfte, es geht um die Entwaffnung, das ist -der- Grund. Keine Waffen beim Volk, warum wohl? Es tun sich Abgründe auf..

  4. Inbrevi sagt:

    Noch vor einigen Tagen posaunte dieser Auftragsverbrecher „–// das Schlimmste der Krise ist überwunden//—„.
    Mann,oh Mann, solchen Kreaturen haben wir uns ausliefern lassen!

  5. Steuersklave sagt:

    Was ist los Herr Draghi, sind Ihre Druckmaschinen durch Überlastung ausgefallen oder
    haben Sie kein Papier mehr. Sie hätten auch mal die Bedienungsanleitung der
    Maschinen durchlesen müßen, aber sowas lernt man bei GS wohl nicht.

    • Taste sagt:

      Draghis Planung für Europa, lt Interview im Wallstreet-Journal im März:
      „Das Sozialstaatsmodell hat ausgedient“. Und vor allem: Der EU-Fiskalpakt liefere die Handhabe dafür, den Sozialabbau an den nationalen Parlamenten vorbei leichter durchzusetzen.

  6. FDominicus sagt:

    Ich verweise auf ein Zitat von Götz von Berlichingen. Genau das können mich diese ganzen „Amtsinhaber“.

  7. post-Demokratie sagt:

    Herr Draghi fordert im Namen der globalen Hochfinanz Handlungen….finale Handlungen….nun was hätten Sie gerne, Herr Draghi?