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Spanien-Krise verschärft: Zentralbank-Chef tritt zurück

Die Lage in Spanien spitzt sich zu: Die Europäische Zentralbank hat Pläne der Spanier zur indirekten Rettung der angeschlagenen Bankia brüsk zurückgewiesen. Der Gouverneur der Zentralbank steht vor dem Rücktritt. Die EU gerät unter Druck. Ein Bailout wird immer wahrscheinlicher.

Die Idee schien bestechend, doch die EZB macht nun den findigen Spaniern einen Strich durch die Rechnung: Die Regierung wollte die Rettung der angeschlagenen Bankia durch Staatsanleihen besichern (mehr hier). Am Montag hieß es noch, die EZB sei eingeweiht und hätte grundsächlich nichts dagegen. Am Dienstag kam, so die FT, „die knallharte Ablehnung“ der Idee durch die EZB. Dies berichten EU-Offizielle. Offenbar ist diese Art der undurchsichtigen Finanz-Arithmetik der EZB zu heiß geworden.

Stattdessen hat die EZB den Spaniern offenbar mitgeteilt, dass die Finanzierung von Regierungen dem EU-Regelwerk widerspricht. Die Bank müsse ordnungsgemäß rekapitalisiert werden.

Dies bedeutet eine schwere Schlappe für die spanische Regierung – und vor allem für den Gouverneur der spanischen Notenbank, Miguel Angel Fernández Ordóñez. Die logische Folge: Fernández Ordóñez muss zurücktreten. Die Notenbank gab bekannt, dass Fernández Ordóñez Ende der kommenden Woche ausscheiden werden, ein Monat früher als geplant.

Fernández Ordóñez war noch von der sozialistischen Vorgängerregierung eingesetzt worden. Er stand in Spanien schon seit einiger Zeit in der Kritik, weil er in der spanischen Bankenkrise offenkundig eine sehr schlechte Figur gemacht hat.

Mit der Abfuhr gerät die spanische Regierung erneut unter Druck: Premier Rajoy hatte mehrmals fast flehentlich gefordert, die EZB müsse Spanien retten (hier). Zwar hofft er auch noch auf den ESM, räumte jedoch ein, dass die Zeit nicht mehr reiche, bis der permanente Rettungsschirm etabliert ist. Rajoy hatte wie andere gefordert, der ESM müsse auch zur Bankenrettung verwendet werden können.

Aber auch für die EU ist die Entwicklung unangenehm: Nachdem die Zinssätze für spanische Staatsanleihen am Montag auf 6,5 Prozent gestiegen sind, wächst auch in Brüssel die Sorge, Spanien komme ohne europäischen Bailout nicht über die Runden. Dem Land droht der Ausschluss von den Kapitalmärkten.

Ein Berater der spanischen Regierung sagte der FT, dass der Poker um die Spanien-Rettung begonnen habe. Auf die Hilferufe der Spanier anspielend, sagte er: „Ich glaube nicht, dass Spanien blufft.“

Kommentare

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  1. Atreides sagt:

    Barroso hat gerade heute wieder betont, der Euro sei nie mehr rückgängig zu machen. Aber in der geschichte sind schon viele Dinge plötzlich umgekippt, und so wird es sich zeigen, ob an der Maya-Prophezeihung etwas dran ist und einiges rechtzeitig zu Weihnachten von selbst umkippt. Bis jetzt läuft alles so wie angekündigt: Alles schleppt sich hin (oder wird verschleppt), bis in den Sommer hinein, und dann geht nichts mehr. Da können Barroso und die frühere FDJ-Propagandachefin noch so viele Märchen erzählen.

  2. Gast sagt:

    Keine Panik!!

    Es ist doch schon der ESM im Gespräch, welcher ja eigentlich nur Länder retten sollte.

    Was ist ein europäisches Land? Ein begrenztes Gebiet geführt von einer gewählten unabhängigen politischen Regierung oder eine Bank deren Interessen von abhängigen fälschlicher Weise gewählten so genannten Politikern vertreten werden. Die Frage ist sehr schnell beantwortet, denn der ESM war NIEMALS dafür entworfen eine Bankenrettung zu vollziehen. So könnten auch Unternehmen wie Schlecker, Kaufhof und andere vom ESM gerettet werden und damit natürlich die Steuergelder der noch Angestellten. Da die Politiker aber auch nur Zocker auf einer etwas anderen Ebene sind, ist Steuergeld für Bankster eine echt demokratische Entscheidung unter Zockern. Da ja noch kein Politiker gesagt hat woher die finanziellen Mittel des ESM kommen, kann man davon ausgehen das dieser durch Neuverschuldung ( des Volkes ) und damit verbunden Steuereinnahmen finanziert wird.

    Die Politik soll nur versuchen Steuergelder dafür zu verwenden und dann ist jedes Verständis für diese Bande am Ende und ein Grund zur Zahlung von Steuern welche zweckendfremdet werden sehr fragwürdig – so wie die ganze Politik sowieso recht fragwürdig ist.

  3. Steppenwolf sagt:

    Nur noch Scherzbolde am Ruder ! Ordentlich rekapitalisieren finde ich prima,
    vor allem bei der deren Bilanzierung, es gab mal Zeiten da wurde man wegen
    solchen Bilanzierungsmethoden verurteilt und weggesperrt. Aber so etwas ist
    ist eben alternativlose VerarsXXX .

  4. Brainsworld sagt:

    Ich kannte den Begriff Bailout bisher nur von der italienischen Mafia, wenn Geschäfte doppelt betrieben und genutzt wurden und anschließend abgbrannt wurden um noch Versicherungsgelder zu kassieren.

    Wenn ich heute bei Wikipedia schaue steht da: „Bail-Out – Der Begriff Bail-out (englisch aus der Klemme helfen) bzw. Rettungsschirm bezeichnet in den Wirtschaftswissenschaften den Vorgang der Schuldenübernahme und Tilgung oder Haftungsübernahme durch Dritte, insbesondere durch den Staat oder staatliche Institutionen, im Fall einer Wirtschafts-, Finanz- oder Unternehmenskrise.“

  5. Lilly sagt:

    Der neueste Hit:

    EU Weighs Direct Aid to Banks, Euro Bonds as Crisis Antidote

    Die EU – Achtung: nicht die ECB – erwägt direkte Hilfe für Banken über den EMS als Krisen-Heil bzw. Gegenmittel der Krise

    http://www.bloomberg.com/news/2012-05-30/eu-weighs-direct-aid-for-banks-common-bonds-as-crisis-antidote.html

  6. Margrit Steer sagt:

    Kohl müßte für diesen Mist noch vor Gericht gestellt werden
    Und Schröder hätte auch besser daran getan, vor der Einführung noch einmal gründlich nachzudenken.
    Es sit unfassbar, dass die uns ohne nachzudenken, in Grund und Boden rammen

  7. Margrit Steer sagt:

    Wann begreifen die Euro-Fanatiker, das der Euro ein hochkriminelles Schurkentück war gegen die Europäer? Das Kriminellste seit Ende 1945.
    Man sollte alle diese Euro-Fanatiker in eine Hütte sperren und da können sie dann nachdenken über das was sie uns antun
    Es kann jetzt nur noch heißen, ordentliche Fachleute dransetzten, nicht selbsternannte Experten, die die Rückabwicklung zu unseren alten Währungen vorbereiten.
    Und dann erwarte ich Ehrlichkeit von der Politik etwa so „Leute, der Euro war ein Irtum, wir kehren zurück zu den alten Währungen, das wird vielleicht mal für ein Jahr hart für alle, aber danach geht es uns wieder besser“ Wenn man endlich mal ehrlich ist, machen auch alle mit
    Diese Fanatiker setzen unseren ganzen Wohlstand aufs Spiel und letztendlich auch den Frieden.
    Sie haben mi diesem Euro, den Schröder völlig falsch in Deutschland eingeführt hat, ja schon uns Bürger in die Armut getreiben, denn der Euro war und ist bis heute eine 100%ige Preiserhöhung.
    Also sollen sie jetzt endlich mal ihr Gehirn einschalten, so sie eines haben und diesen Unsinn beenden
    Was muß denn noch alles passieren?
    Erst Mord und Totschlag?
    Der Frieden in Europa ist ja schon angekrazt, es kommen ja schon wieder Anfeindungen und daran hat Merkel die Hauptschuld mit ihren Beschimpfungen gegenüber anderen Ländern
    Unsere Politiker sollten sich schämen, schon schlimm genug, dass sie nur unteres Mittelmaß sind und keine Ahnung haben, aber krampfhaft festhalten an einer Sache, die nur der Finanzwirtschaft und den Banken dient, das ist kriminell
    Irgendwann wacht auch der dümmste deutsche Michl auf, daran sollten unsere Politiker denken.
    Das römische Reich ist nicht untergegangen weil die Bürger so blöd waren, sondern es ist untergegangen an der Dekadenz seiner Eliten
    Und noch etwas: Ideologie und Fanatismus haben in der Politik nichts zu suchen. Aber genau das herrscht derzeit vor.

    • Steppenwolf sagt:

      Nicht aufregen ! Die Politiker sind nur Politschauspieler, die entscheiden
      sowieso nichts. Sie haben in der Grundschule doch auch Prozentrechnung
      gehabt. Da wir ein Zinses-Zins- Finanzsystem haben ist das Ende schon
      bei der Einführung vorprogrammiert, um das Ende hinauszuschieben werden
      die Grenzen immer weiter ausgedehnt, nicht nur bei der Zahlengrößen.
      Von den Staatenwährungen über den Euro bis zur Globalisierung. Jetzt
      ist aber die Überschaubarkeit der Zahlengrößen, am Wochenende schon
      von Trilliarden Verschuldung gelesen, nicht mehr gegeben und ET hat
      seine Kreditkarte beim Abflug nicht zurückgelassen. Daher wird nur noch
      hinausgezögert weil keiner mehr den Überblick hat und den großen Knall
      kalkulieren kann, denn das kann für Entscheidungsträger schmerzlich
      enden !

  8. ivan sagt:

    Liebe Kommentatoren,
    es ist die BRD, was Sie meinen,wenn Sie von Deutschland schreiben.
    Die deutsche Sprache ist komplex und sehr korrekt.
    Die BRD-Politiker stehen im Sold fremder Mächte und sind vom Souverän nicht legitimiert.

  9. otto936 sagt:

    „Ein Berater der spanischen Regierung sagte der FT, dass der Poker um die Spanien-Rettung begonnen habe“

    Hollande wird erst einmal den Einsatz erhöhen um zu sehen ob Merkel nachzieht – und großzügig wie die Dame eben ist wird sie sich sicher einen dreistelligen Milliardenbetrag, mit gaaanz schlechtem Gewissen, abschwatzen lassen. Wir wissen doch – die „Solidarität“.

    Dafür bekommt sie dann „knallharte Zusagen“ – an die sich alle halten 🙁

  10. Korsar sagt:

    Das was hier mit Europa gemacht wird, ist ein teuflischer Vorgang. Egal was hier passiert, die Krokodile sammeln sich.

    Das Warten der EURO- Staaten, am Ufer der EUROAuflösung, zieht mehr und mehr Krokodile an, die auf fette Beute spekulieren.

    Bis zum Schluss, stehen die „Mächtigsten Frauen und Männer der Welt“, am Ufer und warten auf Anweisung der Bilderberger und ihrer Zentrale.

    Soviel zu Demokratie und Rechtsstaat. Staaten, die sich wie eine Herde benehmen, gehen auch so unter.