TUI: Bei Griechenland-Reisen viele Euros mitnehmen, falls Drachme kommt

Der Reiseveranstalter TUI hält eine Einführung der Drachme noch in diesem Sommer für denkbar. Entsprechende Hinweise finden sich in einem Interview auf der Website von TUI. Interessanterweise ist eine wichtige Passage auf der Website nicht aufzufinden.

Der Reiseveranstalter TUI reagiert auf besorgte Anfragen von Urlaubern und erklärt auf seiner Website, wie sich Griechenland-Reisende am besten verhalten sollten. Grundsätzlich bestehe kein Anlass zur Sorge, die Griechen freuten sich auf die deutschen Urlauber. Wenn es Streiks geben sollte, sei TUI gewappnet und könne Busse statt der gegebenenfalls streikenden Taxis einsetzen.

Wie ernst es TUI ist, belegt eine Passage in einem Interview, welches TUI mit dem für Südeuropa zuständigen Manager Markus Bruchmüller geführt hat. Die Nachrichtenagentur dpa zitiert aus dem Interview und schreibt, TUI rate besorgten Touristen, zusätzliche Euro-Reserven in das südeuropäische Krisenland mitzunehmen – für den Fall, dass die Geldautomaten plötzlich nichts mehr auswerfen. „,Urlauber, die sich selbst versorgen und etwas auf eigene Faust unternehmen, sollten etwas mehr Euro-Bargeld mitnehmen,‘ rät TUI-Deutschland-Manager Markus Bruchmüller auf der Internetseite des Unternehmens. Damit könnten sie vorsorgen, falls die Versorgung mit Drachmen bei einem Ausstieg des Landes aus dem Euro nicht flächendeckend gesichert sei.”

Auch die griechische Zeitung Kathimerini bringt diese Passage, offenbar basierend auf der dpa-Meldung.

Auf der Internetseite des Unternehmens ist in dem Interview mit Bruchmüller jedoch ausgerechnet dieser Satz nicht zu finden. Dies ist bemerkenswert, denn die Detailgenauigkeit, mit der der Manager den Eventualfall verhandelt, lässt darauf schließen, dass TUI die Einführung der Drachme schon in diesem Sommer für möglich hält. Ob der Passus aus bestimmten Gründen entfernt wurde, oder ob es gar eine Intervention gegeben haben könnte, war am Dienstagabend nicht zu erkunden.

Doch auch, wenn der Euro verschwindet, sei dies kein Problem. Bruchmüller: „Auch ohne Euro bleibt Griechenland ein attraktives Urlaubsziel. Mittelfristig müssten die Veranstalter mit den Hoteliers zwar neue Verträge aushandeln. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass der Euro auch nach einer Wiedereinführung der Drachme das Fundament der touristischen Zusammenarbeit wäre, um Wechselkursrisiken auszuschließen. Beispiele dafür sind Ägypten und die Türkei: Dort sind die jährlichen Vorauszahlungen an die Hoteliers und die Bezahlung der Unterkünfte auch an den Euro gekoppelt.”

Kommentare

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  1. Nimo sagt:

    Ich würde aus diesem Tui Interview nicht unbedingt darauf schließen, dass die Drachme wirklich zurück kehrt, sondern eher darauf, dass Tui seine Kunden vor möglichen und unbedachten Gefahren warnt. Besser vorbereitete Kunden, weniger Beschwerden und unliebsame Überraschungen – eine gute Sache.

  2. jay twelve sagt:

    ich melde mich an von antalya.