Arbeitslosigkeit in Italien erreicht Rekordhoch

Die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone hat im April die höchste Arbeitslosigkeit überhaupt erreicht. Mehr als 2,6 Millionen Menschen waren in Italien ohne Arbeit. Das ist ein Anstieg von 31,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gesamten Euroraum hat die Arbeitslosigkeit ebenfalls einen neuen Rekord erreicht.

Die Krise in der Eurozone spitzt sich weiter zu. Mit einer Quote von 10,2 Prozent erreichte die Arbeitslosigkeit in Italien den höchsten Stand seit den ersten Aufzeichnungen im Januar 2004. 2,615 Millionen Menschen waren im April ohne Arbeit. Das sind 1,5 Prozent mehr als noch im März und eine Steigerung von 31,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist im April ebenfalls gestiegen und liegt mit 11 Prozent so hoch wie noch nie. Eurostat zufolge waren im April 2012 im Euroraum 17,405 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind 110.000 mehr als noch im März. Die höchsten Arbeitslosenquoten waren in Spanien (24,3 5), Griechenland (21,7%) und in Portugal (15,2%) verzeichnet worden. Die niedrigsten Quoten lagen in Österreich (3,9%), Luxemburg und den Niederlanden (5,2%).

Kommentare

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  1. Josef sagt:

    Solange die Menschheit Zinsgeld (anfangs Edelmetallgeld) benutzt und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, wird die Arbeitslosigkeit weiter steigen, auch in Österreich, Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland.
    Nur wenn leistungslose Kapitaleinkommen nicht mehr möglich sind (kein Verbot) und alles Einkommen gleichzeitig eine Nachfrage auslöst (Konsum oder Investition), kann es ungewollte Arbeitslosigkeit nicht mehr geben.

    • wasser sagt:

      Oh je, Oh je, Da kommen sie wieder die Freigeld Anhänger. Es sin Ihnen sicher alle die Unwägbarkeiten und Nachteile bekannt. Das muss nicht zum wiederholten Male diskutiert werden. Das derzeitige Sytem hat sicher auch, wie wir sehen große, große Nachteile, aber auch große, große Vorteile.

  2. Richard sagt:

    Sollten die Italiener wirklich nur mickrige 2.6 Mio. Arbeitslose haben, kann man sie nur beglückwünschen.

    Würde man in D alle Arbeitslose zur Merkel-Statistik hinzurechnen, die in irgendwelche sinnentleerte Schulungen geschickt wurden, krank oder zu früh verrentet wurden, um aus der Statistik zu verschwinden, kurz, alle rechnen, die real arbeitslos sind – hätte die BRD vermutlich mehr als 8 Mio. Arbeitslose.

    Man kann die Rechnung auch von einer anderen Richtung aufziehen: Man nehme die Zahlen der in der BRD pro Jahr stattfindenden Arbeit, gemessen in Stunden, rechne sie auf Vollzeitstellen um und stelle sie den Zahlen der Arbeitsfähigen gegenüber. Dann wirds noch übler. Soweit ich mich erinnere kommt man dann auf fehlende Arbeit im Bereich jenseits der 10 Mio. Vollzeitstellen.

    Auch wenn diese Zahlen noch nicht präzise sind, geben sie doch eine Vorstellung davon, wie weit Merkels Arbeitslosenstatistik auf einen anderen Stern gehört.

    Ich schätze die Arbeitslosigkeit der BRD auf etwa 10 Mio. fehlende Vollzeitstellen bzw. 23%.

    Glückliche Italiener!

  3. Tacheles sagt:

    Spanien hatte vor Euroeinführung rund 20 Prozent Arbeitslose.

    Nach Euroeinführung begann ein Bauboom, weil man sich billig verschulden (genannt Eurodividende) konnte, das wissen wir ja und die Arbeitslosenzahlen sanken natürlich.

    Dieser Arbeitslosenrückgang und dieses Wachstum waren aber unnatürlich, weil kreditfinanziert.

    Auch wenn es bitter ist für Spanien, natürlich tut einem das Leid, aber man muss das auch ganz klar sehen.

  4. fan sagt:

    Unser ehemals schönes und Lebens-wertes Europa wird von dummen und tumben Menschen für unerklärliche Interessen und Absichten zersetzt und geopfert.

    Und dafür gibt sich auch eine deutsche Bundeskanzlerin und ehemalige DDR-Anhängerin her. Oder gerade deshalb.?

    Deutschland – wie tief bist Du mit diesen unseren Politikern gesunken

  5. Work Aholic sagt:

    Ja, ja wir Österreicher wissen eben, wie Statistiken geschönt werden! Z. B. werden hierzulande Menschen, die in AMS-Schulungen „stecken“, nicht zu den Erwerbslosen gezählt (ca. 50-60 tsd). Ebenso scheinen Jugendliche, die noch nie einem versicherungspflichtigen Einkommen nachgegangen sind (Schulabgänger) und nicht beim AMS (Arbeitsmarktservice) gemeldet sind, in der Arbeitslosenstatistik auf (wir wollen ja schließlich zumindest unser AA-Rating beibehalten!!!).

    Richtig gerechnet liegt die Quote in Öst. wahrscheinlich bei 6 – 7 %

  6. Endzeit sagt:

    Man fragt sich, ob sich ein seriöser Ökonom mal hinsetzt und wirklich vergleichbare Daten auf den Tisch legen kann.

    Beschäftigungsverhältnisse, die staatliche Zuschüsser umfassen, Arbeitslose > 58 Jahre und Hartz 4 – Empfänger sowie sonstige, die über ein Jahr arbeitslos sind, würde auch unsere bislang „lupenreine“ Statistik relativieren.

    Man stelle sich vor – alle sind arbeitslos -. Nach einem Jahr haben wir eine Arbeitslosenquote von 0 %.

  7. shobozenzo sagt:

    Auch DE wird keine Insel der Seligen bleiben. Wer soll unsere Waren noch kau-
    fen im Ausland bei exzessiver Arbeitslosigkeit? Es sein denn, wir verschenken un-
    sere Exporte über Target2, wie es derzeit ständig passiert!

    • Rico Coracao sagt:

      Es gibt ja auch noch die BRIC Staaten, schlecht läuft`s ja (nur) im Euroraum und den USA.. Die BRIC Staaten zahlen auch.

      • Tacheles sagt:

        Mit BRIC und Co würde es für Deutschland ohne EU und ohne Euro sogar besser laufen, weil uns Brasilien z.B. aufgrund des Binnenmarkts keine oder weniger landwirtschaftliche Produkte verkaufen kann, können sie uns auch nicht so viele Maschinen abkaufen!!

        • Richard sagt:

          Das könnte ein zweischneidiges Schwert sein.

          Brasilien produziert z.B. Zucker mit regelrechten Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen. Da werden teilweise von den Großgrundbesitzern sogar bewaffnete Milizen eingesetzt, die schon Gewerkschaftler über den Haufen geschossen haben. Man google mal bei kirchlichen Organisationen und Menschenrechtsorganisationen.

          Würde die nun mit ihrem Billig-Zucker nach D exportieren dürfen, können die deutschen Zuckerbauer gleich bankrott anmelden und zum Arbeitsamt laufen.

          Und diese Großgrundbesitzer brauchen kaum Maschinen – die Wanderarbeiter sind so verteufelt billig, dass sich die Investition in Maschinen nicht lohnt. Sind sie krankgearbeitet – rausschmeißen, Neue einstellen.

          Am Ende würden dann in Brasilien noch mehr Sklaven gehalten und gut bezahlte Jobs in D wegfallen. Ist das wünschenswert?

      • Tacheles sagt:

        Überhaupt ist trotzdem unser Handel mit Drittländern, also nicht EU und nicht Eurostaaten seit Euroeinführung viel stärker gestiegen als mit der Eurozone.

        Ist schon eigenartig, oder. Weil einem doch immer erzählt wird, wir bräuchten den Euro für die Exporte. Das ist völliger Quatsch.

      • Skyjumper sagt:

        Autsch ! Besser mal ein wenig weiter über den Tellerrand schauen. BRIC =

        Brasilien… hat grad die Zinsen gesenkt um die Konjunktur vielleicht nochmal angekurbelt zu bekommen
        Russland…. kriegt spätestens dann Probleme, wenn die Rohstoffpreise, insbesondere Öl und Gas weiter fallen
        Indien ….. hat gerade ein massives Währungsproblem
        China …. ist gerade am Einschlafen und hofft noch auf eine sanfte landung

        Oh no Sir: In 4-6 Monaten beginnt auch in DE das grosse Erwachen