Schlecker gescheitert: 13.000 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Nun ist es offiziell, der Drogermiemarkt Schlecker wird endgültig abgewickelt. Der Gläubigerausschuss hat das Angebot des amerikanischen Finanzinvestors abgelehnt. Mehr als 13.200 Mitarbeiter werden ihre Kündigung erhalten.

Am Freitagnachmittag teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Betriebsräten des Konzerns mit, dass die Gläubiger des insolventen Drogermiemarktes für die Abwicklung des Unternehmens gestimmt haben. Der Gläubigerausschuss habe das Angebot des amerikanischen Finanzinvestors Cerberus abgelehnt. Verdi wollte bis zuletzt weiter verhandeln, aber den Gläubigern reichte das Angebot nicht. „Die Angebote waren nicht akzeptabel, weil sie deutlich unter einer Zerschlagung lagen“, so Arndt Geiwitz.

Nun wird Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz Schlecker in Einzelteilen verkaufen. Mehr als 13.200 Mitarbeiter werden ihre Kündigung erhalten. „Ich bedaure diese Entscheidung im Hinblick auf die vielen, zum Teil langjährigen Schlecker-Mitarbeiter sehr, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren.“ Seit des Insolvenzantrages Schleckers im Januar wurden bereits 10.000 Arbeitnehmer entlassen. Fast die Hälfte klagt bereits dagegen.

Kommentare

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  1. gm sagt:

    Verdi und die linken Medien haben gnadenlos gegen Schlecker gehetzt, jetzt können die Gewerkschafter die Arbeitlosen in ihrem eigenen Hartz 4-Betrieb einstellen, das ist alles, was die Sozialisten fertig bringen. Siehe Südeuropa, die gleichen Banditen am Werk.

  2. odin sagt:

    Es werden noch mehr Bankrott gehen,das erst der Anfang,das Gelaber der Politiker,
    Gewerkschaften usw.,alles Humbug,wer wollte die globale Wirtschaft,die ganzen Eliten
    und in der EU macht man sich selber Konkurrenz beim Abschöpfen der ganzen,doch
    so schönen Subventionen für Osteuropa,als Beispiel nur Nokia.

  3. Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

    zu Schleckers Niedergang und den Hilferufen:
    1.
    Schlecker hatte (wohl zu recht) eine schlechtes Immage und wurde von Seiten der Gewerkschaften u.a. auch wegen der schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen kritisiert.
    Was aber ist die Folge massiver Kritik und von Boykottaufrufen ?
    2.
    Die kleinen Filialen und ihre hohe Zahl sind allein aus (geänderten) steuerlichen Gründen ein Desaster. Denn der Staat benachteiligt kleine Läden.
    Soweit ich (Laie) weiß, wurden vom /der GesetzgeberInn dafür gesorgt, daß dies ein Wettbewerbsnachteil ist, denn die überproportional hohen Ladenmieten sind nicht steuermindernd sondern steuerpflichtig. Das wird aber nirgendwo thematisiert,
    schon gar nicht bei den Solidaritätsadressen der Verursacher.
    Man sollte mal Schleckers Verluste mit den betreffenden Steuernachteilen gegenrechnen.
    3.
    Die Gewerkschaften rufen nach einer Beschäftungsgesellschaft. Wer aber führt diese Gesellschaft und verdient daran ? Es sind eben die Gewerkschaften, d.h. Dritte, Unbeteilgte, ziehen ihren Nutzen daraus und nicht die Mitarbeiter. Wo wohl bleibt dann das meiste Steuerzahlergeld hängen ?
    4.
    Andere Ketten haben Schlecker´s Fehler nicht gemacht und ihn ersetzt. Sie haben Mitarbeiter, die es früher nicht gab, zahlen bessere Löhne, anteilig weniger Miete und Steuern und werden vom Kunden akzepiert, denn sonst verschwänden sie von Markt.
    5.
    Der Bedarf an Drogerieartikeln hängt von der Bevölkerungszahl und der Kaufkraft ab.
    Da ändert keiner was dran. Deshalb und wegen der o.g. steuerlichen und strategischen Sachverhalte gibt es keine Investoren. Auch keine Gewerkschaft würde Schlecker in Eigenregie ohne Subvention weiterführen.

  4. Irrtum sagt:

    Wenn Schlecker denn jetzt definitiv abgewickelt wird- was heißt das für die Verbraucher?

    Beispiel: Ländliche Region – Rossmann hat im Dez. 2011 dicht gemacht.
    Dm usw. gibt es hier nicht. Es blieben in 2 Städten 3 Schlecker und 1 „Ihr Platz“ – also 4 Märkte. Davon schloss in jedem Städtchen jeweils 1 Schlecker.
    Fazit: Es gibt in jedem Städtchen noch eine einzige Drogerie – Schlecker….
    Wenn die nun abgewickelt werden, wo kaufen wir dann?
    Was ist mit den alten Leutchen, die nicht auf “ die grüne Wiese“ zu Aldi,Lidl usw. fahren können, die nicht online bestellen können?

    • Vanessa_ sagt:

      Das interessiert niemanden wirklich. Die Globalisierung verlangt das halt einfach ab. Ob es nun gut oder schlecht ist, davon kann sich nun jedermann selbst überzeugen.

    • eva sagt:

      Geschäftsidee:
      So wie früher der Eismann angefahren kam, könnte man so einen ländlichen Raum mit einem „Drogeriewagen“ versorgen.
      Oder eine Einkaufsgemeinschaft bilden, wo einer mit nem Auto alle 14 Tage in die nächste größere Stadt fährt und den anderen ihr Gewünschtes mitbringt.
      Oder gemeinsame Internetbestellung..oder …oder…vielleicht hat jemand noch ne bessere Idee.

      • KClemens sagt:

        Wie wäre es mit einer Genossenschaft, die regional operiert?

        So könnte in Ihrer ländlichen Region ja nicht nur eine Drogerie entstehen, sondern vielleicht auch Läden, die die landwirtschaftlichen Produkte der Umgebung direkt verkauft.

        Bei Spiegel online wird heute über Mikrokredite bis zu einer Maximalhöhe von €25.000 berichtet:
        http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/mikrokredite-darlehen-vom-staat-fuer-unternehmensgruender-a-836470.html

        Regional begrenzt, könnten so z.b. 10 Personen einen solchen Maximalkredit beantragen, das macht schon €250.000, und zusätzlich könnte man Genossenschaftsanteile ausgeben.

        So weit ich mich erinnere waren Genossenschaften in Deutschland mal eine recht starke wirtschaftliche Kraft. Und aus meiner Sicht wären sie auch in „globalisierten“ Zeiten ein gutes Modell. Denn die Verkäuferin oder Friseurin aus Oer-Erkenschwick steht ja nicht in direkter Konkurrenz zu der Verkäuferin oder Friseurin aus Lanzhou. Auch wenn uns das seit Jahren eingeredet wird.

        • KClemens sagt:

          Nachtrag:

          Und wenn so ein Modell im ländlichen Raum erfolgreich ist, führt das ja möglicherweise dazu, daß sich ländliche Regionen wieder verjüngen.

        • eva sagt:

          Was Landwirtschaft anbelangt, da kannte ich mal einen Hof (Schepershof in Velbert-Neviges), die hatten schon in den 80er Jahren eine Genossenschaft gegründet. Lief damals ganz gut. Da waren die Kunden quasi Anteilseigner und kamen auch gerne dort einkaufen im Hofladen (ich schreibe „kamen“, weil ich keine aktuellen Infos habe!). Und bei der Heuernte oder Rübenjäten durften sie auch gerne mithelfen.

          Mit ein bißchen Kreativität gibt es sicher viele Möglichkeiten, und das mit der Verjüngung im ländlichen Raum sehe ich wie Sie.

    • Walter Schneider sagt:

      @Irrtum

      Die Lücke, die Schlecker hinterlässt, wird von anderen (teilweise) gefüllt.

      @Vanessa

      Was hat Schlecker mit der Globalisierung zu tun?