Griechenland: IWF soll Stromversorgung sicherstellen

Die griechische Regierung versucht verzweifelt, den drohenden Blackout zu verhindern. Es soll eine Übereinkunft mit dem IWF geben, einen weiteren Kredit zu überweisen, damit die Strom- und Gaslieferanten den Griechen nicht in der kommenden Woche den Hahn zudrehen.

Die griechische Übergangsregierung versucht verzweifelt, den landesweit drohenden Blackout zu verhindern. In verschiedenen Krisensitzungen wurde am Freitag versucht, die Energieversorger zu überzeugen, weiter Strom und Gas zu liefern. Der Staat schuldet den Unternehmen Millionen, weil Rechnungen nicht bezahlt wurden. Der Chef des staatlichen Energieunternehmens PPC sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die unmittelbare Gefahr eines Blackouts drohe.

Ein weiterer Vertreter der PCC soll einem Bericht der Zeitung Kathimerini zufolge mit Bob Traa, dem Vertreter des IWF in Athen, zu einer Übereinkunft gelangt sein: Demnach soll Traa zugestimmt haben, einen weiteren Kredit des IWF an den staatlichen Gasversorger DEPA auszuzahlen, ohne die dafür eigentlich geforderten Strukturreformen abzuwarten. Mit dem Geld soll zumindest ein Teil der offenen Rechnungen beglichen werden, um die Strom- und Gasversorgung sicherzustellen.

Die gesamte Energieversorgung in Griechenland könnte bereits in der nächsten Woche zusammenbrechen. Davor hatte der Chef des staatlichen Gasversorgungsunternehmens (DEPA), Haris Sachinis, bereits vor Tagen gewarnt. In einem Brief fordert er die Übergangsregierung auf, sofort Notfallgesetze zu erlassen, um die Finanzierung des Energiesektors sicherzustellen.

Die Angelegenheit könne nicht bis nach den Wahlen am 17. Juni warten, denn das Liquiditätsproblem am griechischen Energiemarkt würde immer schlimmer. Schon Anfang Juni könnte es zu einem Zusammenbruch der Versorgung kommen, warnt Sachinis.

Die Krise hat den Energieunternehmen in Griechenland das Kapital entzogen. Sie können nun nicht mehr für die Aufrechterhaltung der Versorgung aufkommen. Sollte die Regierung nicht schnell handeln, droht der Gasversorger DEPA den Stromerzeugern den Hahn zuzudrehen.

Davon wären vor allem Energiekonzerne betroffen, die hauptsächlich mit Gaskraftwerken Strom erzeugen. Sie schulden DEPA bereits über 300 Millionen Euro. Auch der Betreiber des Verteilernetzes ist mit 400 Millionen Euro verschuldet. Die Schulden der Energieunternehmen nehmen mit jedem Tag zu.

Kommentare

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  1. SU sagt:

    So sieht man, dass es schneller gehen kann als man denkt. Blackouts sind nur die Spitze des Eisberges. Wenn in einem Land der Strom ausfällt, dann wird binnen Tagen auch die öffentliche Ordnung zusammenbrechen.

    Beispiele gibt es ja genügend – wie man sieht
    http://survival24.org/2011/11/15/vorbereitung-auf-den-den-totalen-stromausfall/

  2. Radawumm sagt:

    Wenn griechische Politiker derart frech ihr eigenes Volk anlügen, dann sollte ruhig mal sowas wie ein Blackout eintreten. Wäre ganz heilsam. Ein Donnerschlag, der alle aufweckt.

  3. Schlechtmensch sagt:

    Lasst das mal so weitergehen, dann kann das uns auch blühen. Und es gibt eine – natürlich nicht publik gemachte – Studie des Innenministeriums die besagt, daß ein zweiwöchiger Blackout in Deutschland eine nationalen Katastrophe mit hunderttausenden Toten sein wird. Denkt mal drüber nach.

    • KClemens sagt:

      Kann uns doch nicht passieren! Wir machen doch in Energiewende!

      • FDominicus sagt:

        Ich biete folgende Wett an. Sollte das Stromnetz zusammenbrechen, werden von jetzt auf gleich auch die AKW wieder an’s Netz gehen.

        Man mag zu Atomstrom stehen wie man will, aber man ersetzt nicht von jetzt auf geich 20 % der Stromerzeugung.

        Das ist genauso „durchdacht“ wie der Beitritt der ehemaligen DDR. Wir träumen uns die Welt und ignorieren die Wirklichkeit ist eben kein Fundament.

  4. Lilly sagt:

    Pflichtlektüre: Wie Privatbankiers aus/in Griechenland vom „Rettungsschirm“ profitieren.

    http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Der-reiche-Grieche-vom-Genfersee/story/12013534

  5. fan sagt:

    Lasst den Griechen ihr Griechenland und uns Deutschen unser Deutschland.

    Es war der größte Fehler und die schlimmste Lebenslüge, alle EU-Länder in einen Pott zu werfen, um daraus einen sozialistisch-gleichmachenden Einheitsbrei zu machen.

    Die Zukunft wird diese totale Fehl-Einschätzung und schließlich den EU- und €uro-Zusammenbruch beweisen.

    Das erste große Drama wird sich ab Herbst/Winter ereignen – man sollte sich darauf vorbereiten.

  6. saito sagt:

    Griechenland mag ja die Demokratie (Sklavenhalterdemokratie) vor langer,langer Zeit erfunden haben, aber was ist heute? Wo bleibt denn heute die Demokratie?
    Reiche zahlen legal keine Steuern, Bodenschätze werden unter der Hand zur Ausbeutung frei gegeben.
    Das alles entspricht einem 3.Welt – Land. Dann sollen die Griechen die Zustände ändern oder auf dem Niveau eines Entwicklungslandes leben und nicht von den Europäern fordern, ihnen einen europäischen Lebensstandard zu finanzieren.

    mit freundlichen Grüßen