Portugal-Hilfe: Nächste Tranche kommt, Milliarden für die Banken nötig

Die Troika gab grünes Licht für die nächste Tranche des Rettungspaketes für Portugal. Das braucht das Land dringend. 6,6 Milliarden Euro müssen nun in drei große, heimische Banken gepumpt werden, um deren Finanzlücke zu stopfen. Aber nicht nur die Banken auch die geschätzte Verschuldung des Landes für 2013 bereitet Sorgen.

„Wir haben alle quantitativen Kriterien und auch alle strukturellen Ziele erfüllt“, sagte der portugiesische Finanzminister, Vítor Gaspar am Montag. Die Troika habe grünes Licht für die nächste Tranche des Rettungspaketes gegeben. Sie hätte empfohlen, den vierten Teil des 78-Milliarden-Rettungspaketes in Höhe von vier Milliarden Euro auszuzahlen.

Portugal sei in der Lage, die Neuverschuldung des Landes für 2012 auf 4,5 Prozent des BIP zu senken, so Vítor Gaspar. Allerdings habe die Regierung ihre Schätzung für den Gesamtschuldenstand im kommenden Jahr auf 118 Prozent der Wirtschaftsleistung erhöht. Die Rezession im Land mache eine die Sanierung der Staatsfinanzen schwer. Nach einem Schrumpfen des BIP um 1,6 Prozent im vergangenen Jahr, geht die EU nun von einem Rückgang des portugiesischen Wirtschaftswachstums in Höhe von 3,3 Prozent aus.

Hinzu kommt der angeschlagene Bankensektor des Landes, der nun nach Geldspritzen in Milliardenhöhe verlangt. Am Montag teilte das portugiesische Finanzministerium mit, drei nationale Banken mit mehr als 6,6 Milliarden Euro zu unterstützen. Die Banco Comercial, die Banco BPI und die staatliche Caixa Geral de Depositos sollen die Finanzspritzen erhalten. Mit 3,5 Milliarden Euro erhält die Banco Commercial die höchste Unterstützung. Banco BPI soll rund 1,5 Milliarden Euro erhalten.

Die Banco BPI und die Geral de Depositos zählen zu den fünf größten Banken des Landes. Die Finanzmittel zur Unterstützung der Banken stammen aus dem 78-Milliarden-Euro-Rettungspaket, von dem zwölf Milliarden Euro für angeschlagene Banken vorgesehen sind, damit diese die neuen Kapitalvorgaben erfüllen können.

Kommentare

Dieser Artikel hat 14 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Paulo (aus Portugal) sagt:

    Dieses Geld wird nie die realWirtschaft treffen.
    Als nächstes, darf schon bei uns die französische Revolution wie ein kinderspiel aussehen können.
    Schöne Grüsse aus dem tiefen Atlantik…

    • 1984 sagt:

      bei Euch gibts halt auch nicht wirklich jemand der den Mut hat das Ruder herumzureissen .

      Der Escudo würde Portugal wieder wettbewerbsfähig machen und das soziale Drama im Land eindämmen – aber Brüssel will ein kontrolliertes Europa erzwingen .. „1984“ George Orwell ist nah .
      Und viele Portugiesen meinen tatsächlich dann kämen „paradiesische Verhältnisse wie in Deutschland “ nach Portugal.
      Nur haben wir das hier nicht ( nur im Fernsehen) und zum anderen braucht Portugal mehr Struktur -Management in der Wirtschaft und weniger Korruption. Und viele Deutsche meinen in Portugal sei doch schon das Paradies.

  2. Lacantun sagt:

    Tja, so ist das halt, wenn Wahnsinn rationales Denken ablöst. Banker zocken und das Volk bezahlt. Ich werde nie verstehen, was so schlimm daran sein soll, einige dieser Banken pleite gehen zu lassen. Wenn sich erst einmal in der Branche herum gesprochen hat, dass Zockerei mit Kundengeld und Misswirtschaft bestraft wird, werden es sich die anderen Banker in Zukunft dreimal überlegen, ob sie so weitermachen wollen.

    Aber solange die Gauner von staatlicher Seite subventioniert werden, passiert gar nichts!!!