KfW: Mittelstand hat Vertrauen in europäische Politik verloren

Beim Geschäftsklima im deutschen Mittelstand kam es im Mai zu einem „regelrechten Einbruch“, so die KfW Bankengruppe. Die Mittelständler schätzten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter ein als noch im Monat zuvor.

Die Unsicherheit hinsichtlich der gescheiterten ersten Wahl in Griechenland und den Neuwahlen Mitte Juni hat die Stimmung im deutschen Mittelstand deutlich getrübt, teilte die KfW Bankengruppe am Dienstag mit. Im Monat Mai kam es zu einem „regelrechten Einbruch“. So sank der Leitindikator des Mittelstandsbarometers gegenüber dem Vormonat um 5,7 Zähler auf 12,9 Punkte. „Dies entspricht fast dem Dreifachen einer normalen Monatsveränderung“, so die KfW. Auch die Erwartungen der kleinen und mittleren Firmen sanken im Mai massiv: um 5,7 Zähler auf 12,3 Punkte.

Der deutsche Mittelstand schätzt der KfW zufolge sowohl seine aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen deutlich schlechter ein. „Zentraler Grund dürfte eine nach der ergebnislosen Wahl in Griechenland besonders stark gestiegene Unsicherheit sein, die bei der bisher robusten deutschen Wirtschaft zunehmende Besorgnis über den Fortgang der Schuldenkrise auslöst.“

Zwar beurteilt die KfW die Stärke des Rückgangs eher als „Panikattacke“, dennoch sei „die heftige Abwärtskorrektur des Geschäftsklimas sowohl im Mittelstand als auch bei den Großunternehmen im Mai“ eine „deutliche Warnung, die man sehr ernst nehmen muss“, erklärt Norbert Irsch, der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. „Das Vertrauen in die Krisenlösungskompetenz der europäischen Politik scheint nun auch in Deutschland zu schwinden.“ Wenn die Verunsicherung in den Unternehmen weiter steige und die auf die Privathaushalte übergreife, „dürfte auch die deutsche Konjunktur deutlich beeinträchtigt werden“,  heißt es in dem Bericht der KfW Bankengruppe.

Kommentare

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  1. Heinrich Ostkotte sagt:

    Vertrauen ist immer die Folge des Trauens…Sie entsteht Tief im Herzen und bindet sich
    durch die Warheit des geschehenen welches mann Traut oder mistraut.

    Die diskusion welche das neue Trauen in die Europäische Bankenwelt nur wieder erwecken kann,ist die wahre Tatsache das wir nicht über die geschehenen Fehler urteilen sollten,sondern erkennen müssen das die Fehler niehmals entstanden wären
    wenn sie nicht gemacht wurden.

    Ich kann als Kleiner Unternehmer nicht soviel fressen wie ich kotzen könnte wenn ich mich damit versöhnen müßte das die Rechte der Banken im bezug zur Wirtschaft
    Rechthaltig waren sind und werden.

    warum werden Banken nicht dem Wirtschaftssystem Gleichgestellt.

    Und warum gehen Sie nicht Pleite bei Mißwirtschaft…sondern werden von der Gemeinschaft aller Steuerzahler auf kosten unserer Kinder aufgefangen,zahlen Ihre Alten Gehälter die zu Unrecht entstanden sind mit der vom Staat zugeführten Insolvenzzahlung aus und bereiten sich auf den Neuen Betrug vor.

    Heinrich Ostkotte

  2. Fred K'heimer sagt:

    Ach nee, die KfW, eine Anstalt des Öffentlichen Rechts und somit Schmarotzer am Trog den der Steuerzahler zu füllen hat, weiß also, was den „Mittelstand“ bewegt. Ja woher denn, wenn man es doch nur mit Subventionsastaubern zu tun hat, die woanders kein Geld mehr bekommen.

    Es sei nochmals an folgende Sauerei erinnert: Die KfW hat noch am 15. September 2008 einen Betrag von etwa 350 Mio. Euro an Lehman Brothers überwiesen, obwohl deren bevorstehende Insolvenz absehbar war.

    Soll sich die KfW dazu äußern, wieviele wackelige Außenstände sie z.Zt. hat, auch weil sie als Handlanger der Regierung Projekte finanzieren muß, die kein anständiger Banker anrühren würde.

    Für mich ist doch die im Bericht genannte Studie nichts anderes als der dezente Hinweis darauf, daß die KfW demnächst einen größeren Kapitalbedfarf hat, weil aufgrund der „schlechten Stimmung“ die Forderungsausfälle drastisch stiegen.

  3. Gast sagt:

    Wenn man auf die falsche Politik setzt muß man das Vertrauen verlieren. SPD, FDP und CDU sind Vernichter von Demokratie, Sozialstaat und erarbeitetem Wohlstand zu Gunsten von Banken und deren Investoren ( die so genannten Bilderberger ).

    Auch wenn die Linken irgendiwe eine Krise haben, so ist Gysi der Einzigste der sagt was hier wirklich passiert und mit dem ESM dann endlich vollendet wird. Der ESM ist der totale, unabhängigem unkontrollierbare und unverhinderliche Kapitalfluß in die Taschen der Oligarchie, organisiert, gestützt und gefördert durch CDU, SPD und FDP.

    1,6 Billionen für Bankenrettungen seit 2008 aus Steuergeldern. Wer vertraut hier überhaupt noch einem Politiker und vorallem jenen welche gerade wieder den größten Deal des Lebens einfädeln.

    Ich kann nur dies hier empfehlen um mal etwas Durchblick zu bekommen:

    http://www.youtube.com/watch?v=hwO3XYkyYhw&feature=related

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      @ Gast
      ich habe seit vielen vielen Jahren absolutes Vertrauen in unsere Altparteien ! Denn ich wußte & weiß was sie vorhaben und wozu sie fähig sind. Bisher sind meine Erwartungen daher auch voll erfüllt worden, insbesondere bezüglich des €-Desasters: Denn es war klar, daß bei einem Sack voll Wohlfahrts-Schuldenmachern, Taschenfüllern und Großfinanz-Plünderern kein Versprechen,kein Vertrag und keine Zusage gehalten sondern irgendwie umgedeutet und verbogen wird..
      Was mich aber wirklich verblüfft ist die offene und unverfrorene Dreistigkeit mit denen Existentielle Verträge und sogar das Grundgesetz wiederholt, dauerhaft und bandenmäßig gebrochen wird.
      Denn fortgesetzter und bewußter Rechts- und Verfassungsbruch ist doch nichts anderes als Verfassungsfeindlichkeit.!?
      Tief gerührt bin ich hingegen von der unerschütterlichen Kontinuität und Sandhaftigkeit unseres Rechtswesens seit dem 19-ten Jahrhundert.

  4. Maria sagt:

    “ Wenn die Verunsicherung in den Unternehmen weiter steige und die auf die Privathaushalte übergreife, „dürfte auch die deutsche Konjunktur deutlich beeinträchtigt werden“, heißt es in dem Bericht der KfW Bankengruppe.

    Die Verunsicherung ist längst angekommen , damit nicht noch mehr passiert :
    1) in den Medien nur Positives berichten
    2) Konfuzianische Harmonie vermitteln
    3) Bücher verbieten ( stehen sowieso kaum mehr Klassiker in den Laden-Regalen )
    4) restliche Bücher in Privatbesitz verbrennen

    …. „Fahrenheit 451“ lässt grüßen ( wer kennt schon denn diesen Film heute noch ?)

  5. Sophokles sagt:

    Also hatte der Mittelstand zuvor Vertrauen in die EU-Politik! Wirklich blind und vertrauensselig! Da kann nun wirklich niemand helfen!

  6. Viola K. sagt:

    Was sowohl den Mittelstand als auch den deutschen Michel betrifft, den interessiert die europäische Politik absolut nicht.
    Sonst wären hier schon 10 Mio Unterschriften statt mickriger nicht mal 5000:

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=24314

    Selbst bei wesentlich weniger die Masse berührender Petitionen wie neulich gegen Zwangspflichtbeiträge zur Rentenversicherung für Selbstständige wurden in kurzer Zeit über 80 000 Unterschriften gesammelt.

    • Gast sagt:

      Naja, da sieht man mal was dem Bürger wichtig ist. Wenn es ihm an die Wäsche geht, dann kommt der Widerstand. Ein ESM kennt kaum jemand und versteht darunter vielleicht soetwas wie ABS, ASR, ESP oder so. Außerdem hat das Internet mehr zu bieten als Politk und unverständlichen Kram wie ESM. Da es im Schnitt ja nur 30 % bis zum Internetanschluß geschafft haben kann dort nicht viel passieren.

      Wenn der ESM ähnlich wie ein Solizuschlag auf dem Lohnzettelt stehen würde, dann wären alle dabei. Der ESM holt sich sein Geld von den Bürgern aber auf einem anderen Weg der wirklich nicht klar verständlich ist. Staatsverschuldung, Neuverschuldung und damit steigende steuerliche Belastung für die Zukunft.

  7. niekohle sagt:

    die Schalfmützentruppe von IHKs, Mittelstandsvereinigung u. a. hat auch schon kappiert, was mit ihren Mitgliedern geschieht. Mich wundert, dass von dort kein konzertierter Widerstand gegen die unendlichen Rettungsaktionen für Banken und Banken mit Werkstätten oder gar Privatbanken von Magnaten, Potentaten, Oligarchen, zu bemerken ist. Der Mittelstand hat wohl noch nicht kappiert, dass er mit im Boot sitzt, welches die CDU/FDP/SPD/CSU Regierung gegen den Eisberg steuert. Über bleiben bei „weiter so“ nur ein paar große Oligopole, das Kleinvieh wird ausgekehrt. Es wäre schön, wenn die, die für sich immer in Anspruch nehmen, die meisten Arbeitsplätze in D anzubieten, die meisten Innovationen in D zu liefern endlich auch mal dafür einträten, dass das so bleibt bzw. in ihrem Sinne besser wird. Anscheinend sind aber die Inhaber derweil ebenfalls so satt, dass es sich ruhiger auf Cayman Island leben läßt.
    Hurra D, der Mittelstand, die Mittelschicht, dank der Parteiendiktatur geht alles den Bach runter, alle schauen zu, alle machen mit und keiner wehrt sich.

    • Mittelständler sagt:

      … das Eis ist bereits dünn , „1984“ nicht mehr fern ,
      und Mittelständler tragen auch Verantwortung für ihre Mitarbeiter,
      wobei sich das Hamsterrad immer schneller und enger dreht damit sie kaum mehr Zeit finden ….

  8. Wutbürger sagt:

    Grad hat der Postler meinen ESt-Bescheid gebracht. „Mithin sind zuviel entrichtet“ steht da und eine fette Zahl dahinter. Tja, der Mittelstand hat jetzt klar den Rückwärtsgang drin. Und diesmal bestimmt für viel länger als letztes Mal. Willkommen in der Rezession. Oder Depression? Oder deflationärer Depression wie ab 1929? Time will tell.

  9. Grauber sagt:

    Die „mainstream“ Presse spielt immer noch das seichte Verbraucher-Schlaflied.

    Dumm nur, dass der billige Pöbel irgendwann ohnehin erwachen muss – dann ist was los in Liliput !

  10. shobozenzo sagt:

    Die Insel der Seligen, Deutschland, kapiert langsam, dass die Rezession und be-
    ginnende Rezession ringsherum, uns nicht ungeschoren lassen wird.

    • tessa sagt:

      Es ist unglaublich, endlich wachen die Leute mal auf! Hoffentlich lassen sie die Augen auch offen und verschliessen sie nicht wieder!

      • Nexus90 sagt:

        @tessa
        Doch! Wenn sich die Lage ein wenig beruhigt, werden die Glubscherchen schön wieder zu gemacht. Das war früher so, ist heute so und wird in Zukunft auch so bleiben. So ist der Deutsche nunmal.

        • tessa sagt:

          Oh man, das ist echt zum kotzen! Frage mich mich wirklich wieso sich kein Mensch mal dafür intressiert was um einen geschieht! einfach nur traurig!

      • Knatterton sagt:

        Und wenn die Deutschen mit offenen Augen Revolution machen und den Bahnhof besetzen wollen, ist spätestens am Bahnsteig der Aufstand beendet, weil das Kleingeld für die Bahnsteigkarte ausgegangen ist……

        • gregor.domiz sagt:

          @Knatterton… Wenn das mit dem Bahnhof für Sie Revolution ist (war), dann endgültig gute Nacht Schland!

      • SV1000 sagt:

        Die Wut der Leute wird dann sicher in die politisch korrekte Richtung gelenkt. Alle Schafe werden somit folgsam in diese Richtung blöken. Mal sehen, wer als Wolf ausgemacht wird.