Asmussen: Striktes Sparen ist die einzige Medizin gegen Euro-Krise

Die Eurostaaten dürfen nicht zögern, umfassende Strukturreformen umzusetzen. Der Fiskalpakt und Hilfen durch die EZB können diese Maßnahmen nicht ersetzen. Dass Wachstum und Sparmaßnahmen einander nicht ausschließen, sieht Jörg Asmussen anhand von Lettland bewiesen.

Die angeschlagenen Länder der Eurozone müssen unbedingt tiefgreifende Strukturreformen durchführen. Auch der geplante Fiskalpakt und die Interventionen der Europäischen Zentralbank könnten diese Einschnitte nicht ersetzen. Dies sagte Jörg Asmussen, Vertreter Deutschlands im Direktorium der EZB, bei einer Rede in Riga.

Asmussen zufolge könnten nur strikte Sparmaßnahmen und Reformen die aktuelle Eurokrise lösen. Die EZB und andere europäische Institutionen könnten die Länder dabei zwar unterstützen, diese Maßnahmen aber nicht ersetzen. Eine Verzögerung der Reformen sei nicht sinnvoll: „Unter dem Strich bedeutet das: Wenn Anpassungen nötig sind, ist es besser die Medizin sofort zu nehmen, als das Fieber über Monate steigen zu lassen“, sagte er.

Als positives Beispiel führte Asmussen Lettland an. Es habe darauf verzichtet, seine Währung abzuwerten – wie es von den meisten Beobachtern geraten wurde – sondern habe harte Sparmaßnahmen gesetzt und ambitionierte Reformen durchgeführt. Das besondere dabei: Der lettische Premierminister wurde trotz des harten Sparkurses zwei mal wieder gewählt und konnte seine Reformen weiterführen. In der Eurozone wurden hingegen bisher beinahe alle Regierungschefs abgewählt, die Reformen und Einsparungen vorantrieben.

Lettland sei damit nicht nur Vorbild für die strauchelnden Eurostaaten, sondern auch der Beweis dafür, dass Sparmaßnahmen und Wirtschaftswachstum einander nicht ausschließen müssen.

Lettland hat sein Defizit alleine im Jahr 2009 um 9 Prozent gesenkt. Damit konnten es früher als geplant an die Kapitalmärkte zurückkehren.

Kommentare

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  1. chriwi sagt:

    Ich weiß ja nicht welches Lettland Assmussen da bereist hat, aber es ist ja nichts neues, dass unsere Eliten sich die Realität zurechtbiegen wie sie es brauchen

    http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de/2012/06/lehren-aus-lettland.html

    Ich stimme Assmussen nur insoweit zu, dass wir sparen sollten und zwar an Experten wie ihm. Er war beteiligt an den Deregulierungen vor der Finanzkrise und an der Rettung der Banken währenddessen. Ein Feuerteufel, der Feuerwehrmann spielt. Wieso sollte man ihm zuhören?

  2. Agincourt sagt:

    Ich hatte letztmals im Sommer 2008 Lettland bereist, sozusagen während der letzten Viertelstunde der Party.

    Ein Zombi-Staat – verrotende Infrastruktur noch aus Sowjetzeiten in der Fläche des Landes, aber vor jeder der überall im Lande herumstehenden Bruchbuden ein kreditfinanzierter Neuwagen als Zeichen der neuen Brüsseler Konsumherrlichkeit.

    Holzhütten im Wald ohne Stromnetzanschluß wurde zu absurden Preisen verkauft (ich meine, 60,000 oder mehr Euro).

    Im Spätjahr 2008 dann platzte mit vielen andere auch die lettische Blase, die ebenfalls – in Ermangelung industrieller Kerne – dem privaten Konsum auf Basis von schuldenfinanzierter Immobilienspekulation geschuldet war.

    Man erinnert sich noch an die Idee z.B. des estischen Regierungschefs, die Regierungsgebäude zu verkaufen, während sein lettischer Kollege sich aufs Betteln verlegte.

    Nun plötzlich – 3 Jahre später – soll also nach dem Parolen der staatssozialistischen Voodopriester des Euro – Asmussen und Konsorten – plötzlich wieder alles in Butter sein im eben noch bankrotten Lettland..

    Der Parteibuchkarriereritter Asmussen ist übrigens nur einer in Kohorten von verbeamteten „Marktexperten“, die seit einigen Monaten stereotyp das „Erfolgsmodell“ Lettland (dito Estland) preisen.
    Zweifellos vor allem deshalb, weil die große Mehrheit der Bevölkerung von diesen feudal apangierten, „EU“-sozialistischen Staatsnettobürokraten, die den von ihnen den Bürgern gepriesenen „Markt“ nur aus ihren sattsam bekannten, ideologischen Theoremen linksliberaler Menschheitsbeglücker vom Hörensagen her kennen, ohne jeden Skrupel auf Befehl der Bankster und FIAT-Geld Barone ins kalte Wasser geworfen wird.
    Schwimmen oder absaufen ist die Devise, wobei „schwimmen“ Überleben mit satten 400 Euro (netto) im Monat bedeutet – wohlgemerkt als „Beschäftigter“ und mit Verbrauchssteuern, die vielfach höher als in der BRD sind – auch das „EU“-typisch..

    Willkommen in der Brüsseler Sklavenkolonie.

    Häufig hilft ein Blick in statistische Nachschlagwerke, um ideologisch verklärte oder tendenziöse Betrachtung ins ins Licht der Tatsachen zu rücken:
    Da finden sich zum Beispiel im Fischer Weltalamanch aus 2011 (ein z.B. auch von Diplomaten oft genutztes Standard-Nachschlagwerk) folgende Zahlen zur Leistungsbilanz der lettischen Volkswirtschaft (wohlgemerkt handelt es sich um offizielle Zahlen, die man bereits als stark aufgehübscht erachten darf):

    Importe 6,93 Mrd. Euro
    Exporte 5,48 Mrd. Euro

    Macht ein Leistungsbilanzdeifizit von ca. 1,5 Mrd. Euro = 30% (!) der Exporte.

    Zum Vergleich: Großbritanien, gleichfalls ein chronischer Leistungsbilanzsünder, kommt nach den offiziellen Zahlen nur auf 27% (Zahlen lt. Fischer Weltalmanach).

    Nun ist Lettland ein sehr kleines Land – böswillig könnte man sagen: Ein aus der Konkursmasse der UdSSR hervorgegangener Saisonstaat -, das schon allein aus diesem Grunde nicht als Vergleichsmaßstab z.B. für Spanien taugt, was eigentlich einem „Chefökonomen“ Asmussen bekannt sein sollte.

    Wie nun aber ein wenn auch kleines Land mit 30% Leistungsbilanzdefizit sein (Haushalts- oder Staats?) Defizit in demselben Zeitraum um 9% gesenkt haben soll, muß uns der Herr Asmussen einmal verraten – offenbar sind ihm ganz besondere, mathematische Gesetze bekannt.

    Aber er ist ja auch ein Mann der SPD – dort hat ökonomischer Sachverstand oder auch nur einfache, arithemtische Begabung seit jeher eine sehr schmale Basis.

    Man entsinne sich nur an Hilferding, der für die Kriegsfinanzierung des Kaiserlichen Deutschlands flugs die „Papiermark“ erfand (umgesetzt wurde das ganze dann vom Beamten Helfferich, der „Sprung über die Parteigrenzen“ funktionierte schon damals fließend) – und in den 20er Jahren dann lange Traktate darüber verfaßte, wie es denn kam, daß das Volksvermögen von der 1923er Hyperinflation dahingerafft wurde.

    Hilferding war also so eine Art Asmussen des frühen 20.Jahrhunderts,

    Bezeichnend nur, daß das rollende Elend Europas, Schäuble, nachdem er mit Merkels Hilfe das Finanzministerium ergriff, die schräge Type Asmussen trotz CDU-Ferne sofort in allen Positionen beließ – Staatsnettobolschewisten unter sich.

    Mutmaßlich hat der Laufbahnbeamte Asmussen, dem noch Flassbeck in die Kaderakte schrieb „nur sehr durchschnittlich begabt, für höhere Verwendung ungeeignet“, einflußreiche Fürsprecher.

    Und wohl auch den richtigen Logenausweis als Nachweis rechtgläubiger Gesinnung.

    Der war im Staatskonstrukt BRD – dem „monstro simile“ (Pufendorf) des 21. Jahrhunderts – immer schon unendlich viel mehr wert als eine solide Qualifikation.

  3. jay twelve sagt:

    Ein völlig unschuldiger Mann wird zum Tod durch Hängen verurteilt. Er steht zitternd auf der Henkersbank mit dem Strick um den Hals.

    Der Priester Jörg Asmunssen erteilt ihm die letzte Ölung.

    Das Justizopfer pisst sich mächtig in die Hose und die Henkersbank wird nass.

    Priester Asmunssen wendet sich empört an den Henker: „Bei der nächsten Exekution müssen die zum Tod geweihten Pampers in den Hosen tragen.“

    Henker zu Asmunssen erbost: „Bedauere Euer Hochwürden, Merkel kann sich keine Pampers mehr leisten.“

  4. ichwillkeinefinanzdiktatur sagt:

    Vergessen Sie nicht, dass Asmussen Vater der Derivate ist und durch die Position bei True Sales Int. extrem profitiert. Vergessen Sie auch nicht seine Beziehung zur Börsen-Lobbyistin Peucker. Der arbeitet in bester Position fürs Groß-Kapital und gegen die Menschen in Europa.

    • kneipier sagt:

      Stimmt !

      Genau das habe ich Gestern geschrieben, indem ich meine Verwunderung darüber zum Ausdruck brachte, daß der Mann als Vertreter Deutschlands im Direktorium der EZB sitzt und nicht im Gefängnis.

      Offensichtlich wurden darin Beleidigung, Schmähung oder gar Rassismus erkannt, weil mein Beitrag nicht publiziert wurde.

      „Herr“ Asmussen gehört zu den Hauptverursachern der jetzigen Krise, die durch dessen Wirken, Tun und Unterlassen und nicht nur dem Agieren seit 2008 von Lehman Broth.+ HRE alle bisherigen Rettungsgelder erforderte.

  5. Fips Asmussen sagt:

    Nee is´klar Herr Asmussen, eine Mütze voller Witze!

  6. Pläne einer asozialen "Elite" sagt:

    Das Euro-Projekt soll so schnell wie möglich scheitern und dann muss man direkt nachtreten. So etwas darf dann nie wieder passieren, schützen wir nachfolgende Generationen vor diesem Menschenschlag.

  7. Brainsworld sagt:

    Ich musste einfach würgen als ich den Bericht dazu im Fernsehn gesehn hab. Mal wieder höchst fragwürdig dokumentiert. Da hat man sich eine Frau im Land rausgesucht die heute davon profitiert das die damals so viel gespart haben. Und sie lächelte natürlich immer weiter großzügig in die Kamera als sie davon berichtete, das sie 12-14 Std am Tag arbeiten musste und dabei kaum etwas zu essen hatte, alles garnicht so schlimm lächelte Sie, schaut wie es mir heute geht *smile*. Es können also alle in der EU zu Sklaven gemacht werden, 14 Std am Tag arbeiten hält jeder aus und nach 3 Jahren, könnt ihr Euch sogar wieder Brot leisten und müsst nur noch 11 Std am Tag arbeiten. Bitte hört auf die EU, die haben mein Leben verändert!

    Kannste einfach nur kotzen wenn man so ne Berichterstattung sieht!

  8. Roman sagt:

    Lächerliche Vergleiche:

    Lettland – 2,2Mio. Einwohner – 40 Mrd.US$ BIP – EU-Nehmerland!

    Deutschland – 82Mio. Einwohner – 3400Mrd. US$ BIP – EU-Geberland!

    Wo haben diese sogenannten Finanzexperten Deutschlands ihr Studium absolviert?
    Oder ist es einfach gezielte Volksverblödung zur Vernichtung Deutschlands?