Liquiditäts-Engpass: Italien hat EZB-Kredite schon verbraucht

Die italienische Banken haben ihren Anteil an den EZB-Tendern bereits ausgegeben. Nun können sie keine Staatsanleihen mehr kaufen. Die Zinsen für die Anleihen könnten deshalb stark steigen.

Italien hat sich bei der Europäischen Zentralbank insgesamt 114 Milliarden Euro geliehen. Nun ist die Liquidität, die italienische Banken bei den beiden Tendern abgerufen haben, aufgebraucht. Der weltweit größte Hedgefonds, Bridgewater, hat eine Aufstellung erstellt, wofür die Banken die Mittel der EZB verwendet haben. Demnach verfügen sie über keine Liquidität aus den Tendern mehr und mussten bereits 48 Milliarden Euro aus anderen Quellen aufwenden.

Bridgewater geht davon aus, dass die Banken seit der ersten Liquiditätsspritze durch die EZB im vergangenen Dezember 73 Milliarden Euro für Staatsanleihen ausgegeben haben. Für 26 Milliarden Euro wurden sonstige Anleihen gekauft. Um Verbindlichkeiten bei anderen Banken und durch Anleihen zu erfüllen, mussten 63 Milliarden Euro aufgewandt werden.

Weil italienische Banken über keine zusätzliche Liquidität mehr verfügen, rechnen Beobachter damit, dass die Zinsen für italienische Staatsanleihen schon bald stark steigen werden. Mit der Hilfe der EZB konnte die Nachfrage nach Staatsanleihen so stark angekurbelt werden, dass auch die Zinsen gesunken waren. Dies könnte nun vorbei sein und Italien vor ein ernstes Finanzierungsproblem stellen.

Beim letzten Mal, als die Zinsen stark anstiegen, konnten die Märkte nur noch mit einem Rücktritt des damaligen Premiers, Silvio Berlusconi, beruhigt werden. Bei Mario Monti dürfte sich dieser Effekt allerdings in Grenzen halten.

Kommentare

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  1. Pinke Panke sagt:

    EU = Dead Man Walking.
    Ist nicht mehr weit bis zur Zelle – egal, ob Todestrakt oder goldener Käfig für ihre politisch vereinten Bürger.

    Wir brauchen das alles nicht. Aufwachen, erwachen, nicht mitmachen!

  2. Maschmeyer sagt:

    Monti wird Italien sicher zugrunderichten! Ich freue mich jetzt schon auf die Entladung des Italienischen Volkszornes.

  3. Miller sagt:

    Macht nichts. Die EZB wird in Kürze einen neuen Tender auflegen. Diesesmal halt 2000 Milliarden, damit die Banken etwas länger durchhalten können. Das geht weiter bis die inflation nicht wie jetzt bei 10 Prozent liegt sondern bei 20 Prozent. Banken werden soviel von dem Tender nehmen wie sie bekommen und können ihren Managern für das tolle Geschäftsmodel ein paar Millionen Provision oder Sondervergütung extra ausschütten.
    Merkel kippt auch bald um und wird alles freigeben, damit sie das nächste mal wieder gewählt wird. Alles wird so oder so nur im eigenen Interesse entschieden. Von unserem Bundesgerichtshof oder Verfassungsgericht können wir auch nichts mehr erwarten, die entscheiden im Sinne der Regierung. Unsere Presse gibt auch nur noch das weiter was von der Regierung freigegeben wird. Unsere Zukunft sieht also rosig aus, egal ob wir in Griechenland, Spanien oder Deutschland leben. Der einige Unterschied wir stürzen von höher ab, da unsere Politiker nicht bereit sind aus dem Euro auszusteigen. Was bleibt dem mutigen ? Möglichst schnell auswandern und alles mitnehmen.

  4. diggikid sagt:

    entweder war der € einfach nur eine schnappsidee oder er war die bösartigste widerwärtigkeit die jemals in friedenszeiten einem kontinent angetan worden ist.

    den souverän hat niemand gefragt, ob er den € will und ob er das ganze rettungsgedöns in der folge will, darum erst recht nicht.

    artikel 20 grundgestz, den sollte wirklich jeder kennen!

    ich sach´ euch, am allerletzten ende stehen wir mit den gesamten schulden des kontinents am bein da und alle anderen freuen sich!

  5. Mirko Magull sagt:

    ZU Fred Feuerstein 8.56

    Da steht ja nicht mal mehr Banknote auf den Europapierfetzen!Geschweige von
    allem anderen was auf Papiergeld mal stand,vom nachmachen etc.Warscheinlich darf mann deshalb soviel von dem Zeug nachdrucken.Ha,ha,ha.
    Nur ne Unterschrift ohne Bezug vom Draghi,könnte mann auch auf nen Bierdeckel
    kritzeln.

  6. Bazookaaa sagt:

    Habt ihr was anderes von Italien erwartet?

  7. Richard sagt:

    Schaut man sich die zahlreichen Industrieunternehmen wie Exporte Italiens an und wirft dann einen Blick auf die mitunter weit verbreitete Armut der Bevölkerung, speziell in den südlichen Regionen, scheint einem die Inanspruchnahme von Krediten surreal.

    Wenn die Italiener ihre teilweise hochwertigen Industrieprodukte nicht konsumieren – ja wofür dann noch Kredite?

    Ich kenne nicht alle Details der italienischen Verteilung der Wertschöpfung, kann mich jedoch des Verdachts nicht erwehren, dass der Löwenanteil der Erträge Italiens in die Taschen von Aktionären und wohl auch in die der Mafia wandern.

    Die Italiener müßten sich eigentlich mit dem Umfang ihrer Agrar- wie Industriegüterproduktion selber finanzieren können. Für die BRD gilt dies übrigens noch weitaus mehr.