Umwelttechnik boomt durch hohe Rohstoffpreise

Die Nachfrage nach Energiespar-Maschinen und -Anlagen "Made in Germany" steigt. Laut Außenhandelskammern haben Umwelttechnologien die größte Wachstumsdynamik.

Jedes neunte mittelständische Unternehmen will in diesem Jahr in den Bereichen Energieeffizienz und Umweltschutz investieren. Im industriellen Mittelstand ist es sogar jedes siebte. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 28.000 Unternehmen.

Ein wichtiger Grund für die verstärkten Investitionen ist der weltweit steigende Rohstoff- und Energiehunger. „Allein der Preisanstieg in den ersten Monaten des Jahres 2011 erhöht die Rohstoffrechnung in diesem Jahr um rund zehn Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr“, berichtet der DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann.

Derzeit sehen 72 Prozent der mittelständischen Industrieunternehmen in der Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise ein Risiko für ihr Geschäft. So versprechen sie sich einen Ausweg durch Investitionen in ressourceneffiziente und umweltschonende Technologien.

Chance für heimische Marktführer in der Umwelttechnik

Die große Nachfrage nach einer Ressourcen schonenden Produktion bietet Chancen für heimische Unternehmen, die weltweit führend in der Umwelttechnik sind. Der größere Impuls dürfte dabei aufgrund der finanziellen Möglichkeiten noch immer von den Industrieländern ausgehen. Doch auch in Schwellenländern gewinnen die Themen „Umweltschutz“ und „Energieeffizienz“ an Bedeutung. Ein anderer Vorteil des Vorsprungs im Bereich Umwelttechnik ist, dass viele deutsche Unternehmen im Vergleich zu ausländischen Wettbewerbern ressourceneffizienter produzieren können. So erscheinen die weltweit steigenden Rohstoff- und Energiekosten sogar als ein relativer Vorteil für deutsche Unternehmen.

Untrennbar mit einem Erfolg der Umwelttechnik auf den Weltmärkten verbunden, ist die kontinuierliche Weiterentwicklung und Forschung. Rund 41 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsdienstleister gehen von einer weiterhin guten Entwicklung ihrer Geschäfte im Jahr 2011 aus – auch dank des Wettbewerbsvorsprungs vieler deutscher Unternehmen in Sachen Umwelttechnik.

Weltweit ist die Nachfrage nach Umwelttechnologien „Made in Germany“ sehr groß

Im mittelständischen Maschinenbau erwarten rund 55 Prozent der Unternehmen bessere Exportgeschäfte, von einem Rückgang gehen nur fünf Prozent der Betriebe aus. Diese Tendenz schlägt sich auch in der Schätzung der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) nieder. Gefragt nach den Branchen mit der größten Wachstumsdynamik nennen rund 80 Prozent der AHK-Experten Umwelttechnologien.

Diese Tendenz lässt sich weltweit beobachten. In der EU erwarten die Unternehmen dieser Branche in fast allen Ländern signifikante Zuwachsraten, was aufgrund der hohen Volumina von besonderer Bedeutung sein dürfte. Auch sämtliche AHKs in Afrika gehen von einem Boom in der Umwelttechnologie aus. Zwar sind in Afrika die staatlichen Budgets für Investitionen in die Energieversorgung eher begrenzt. Jedoch dürften die von der internationalen Staatengemeinschaft angekündigten Maßnahmen zum Klimaschutz für die deutschen Anbieter ein enormes Potenzial bieten. In vielen Schwellenländern macht sich die höhere Sensibilität für das Thema „Umweltschutz“ bemerkbar: Wirtschaftliche Dynamik bei gleichzeitiger Begrenzung von Umweltschäden wird von immer größerer Bedeutung für aufstrebende Volkswirtschaften.

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