Griechenland mit Riesenschritten in die Zahlungsunfähigkeit

Die Steuereinnahmen sind im Mai um 10 Prozent hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Im Juli könnte es dazu kommen, dass die Regierung in Athen keine Gehälter und Renten mehr auszahlen kann.

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Weil die griechische Regierung einen großen Teil ihrer Steuereinnahmen für den Schuldendienst verwenden muss, könnte Athen bereits Anfang Juli zahlungsunfähig sein: Regierungssprecher Nikos Lekkas sagte, die Zahlungen an die Banken stellten ein immer größeres Problem dar, weil die Regierung ihren Zahlungsverpflichtungen im Land nicht mehr nachkommen können. Daher haben Offizielle angedeutet, man überlege, Gelder, die eigentlich für die Rettung der griechischen Banken bestimmt seien, umzuwidmen.

Die New York Times rechnet damit, dass Griechenland im schlimmsten Fall im Juli die Zahlungen von Gehältern, Renten und Medikamenten einstellen muss. Auch Energie-Importe werden dann nicht mehr möglich sein.

Trotz der kürzlich ausgezahlten 130 Milliarden Euro von der EU fehlen in der griechischen Staatskasse etwa 1,7 Milliarden Euro. Der Grund: Die Steuereinnahmen sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das griechische Finanzministerium meldete am Mittwoch, dass die Einnahmen im Mai 10 Prozent hinter der Prognose zurückgeblieben sind. Dies sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Griechen ihre Steuererklärungen zurückhalten – weil sie das Geld schlicht zum Überleben brauchen. Dies ist die Folge der anhaltenden Rezession, die vielen mittelständischen Unternehmen massiv zu schaffen macht.

Selbst wenn die Troika die nächste Tranche auszahlen sollte, rechnen Beobachter mit signifikanten Problemen bei der Zahlungsfähigkeit im öffentlichen Dienst.

Die Folge wäre die Zahlungsunfähigkeit – die eigentlich schon längst eingetreten ist. Eine offizielle Staatspleite wurde bisher nicht vermeldet. Beobachter rechnen daher, dass eine neue Regierung nicht umhin kommen werde, zu entscheiden, ob sie den Staatsbankrott anmeldet.

Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    “Auch Energie-Importe werden dann nicht mehr möglich sein.”

    Wieso, kauft “nur” der Staat die Energie ein? Also ist der griechische Staat der einzige Anbieter von Energie? Nun wenn das so ist, dann ist Griechenland aber noch weitaus “schlechter” dran als man es sich bisher vorstellen konnte.

  2. ratlos sagt:

    Was passiert mit den griechischen Euros, die bei uns im Umlauf sind? Ist Euro gleich Euro oder wird hier – wie von der Humboldt Universität zu Berlin vorgeschlagen – bald ein Unterschied gemacht. Ein interessanter Artikel hierzu unter: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/139/achtung-euroscheine-y-bald-wertlos.php

  3. Roger Smith sagt:

    Bekommen Griechische Bahnangestellte eigentlch immer noch 60’000 € im Jahr Gehalt?

  4. Reinhard FUCHS sagt:

    Nur der WERTSCHÖPFUNGSKUCHEN kann langfristig ohne Schulden im Staat umverteilt werden !!!

    Alles andere sind Lügen ökon. Halbgebildeter !!

    “Das Problem der Sozialisten ist, dass ihnen irgendwann (zum Glück) das Geld der anderen Leute ausgeht”.

    “Sozialismus ist Anmaßung” A. F. von Hayek.

  5. Mirko Magull sagt:

    Ich bin der Meinung,das in Griechenland aber auch in den anderen europäischen
    Ländern ein Rundertisch gebildet werden muß,wo echte Volksvertreter und auch Intelektuelle dran sitzen
    die kein Parteiheft haben oder einer wirtschaftlichen Lobby angehören.Wo alle Dinge Europas und auch gerade das Geld-Schuld-System auf den Tisch kommen.
    Es muß endlich mal auch die Warheit über dieses Kredit Geldsystem gesagt werden
    dürfen, auch für den kleinen Mann der nur die verdummenden Massenmedien kennt.
    Diese Staats und Geldsysteme sind nicht Natur oder auch Gott gegeben.Wir haben sie
    erschaffen und wir können sie auch wieder ändern.Wer nicht mitmachen will oder Veränderung will, die allen Menschen und der Natur und Umwelt dienen soll,der soll aufgefordert werden nach hinten zu treten.Das ist kein Aufruf zur Revolution denn es muß ein Miteinander geben sonst sind wir wieder da,wo uns gerne die alten Strukturen hinhaben wollen,nämlich in schwarz oder weiß,rechts oder links.Nach dem Motto dann wieder Teile und ….

    • Korsar sagt:

      Ja, das wurde ja hier schon vor Monaten angedacht. Aber es waren ja ausgerechnet die Intellektuellen, vielmehr diejenigen die sich so betrachten, die in Deutschland den EURO, als Waffe gegen anders und quer Denkende, missbrauchten. In dem Sinne, das derjenige, der den EURO ablehnte, ruckzuck ein Nazi war.

  6. Selbstdenker sagt:

    Wieder mal ein neuer Vorschlag: Die EU geht in die Insolvenz!

    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2012/06/eu-muss-fur-einen-neustart-in-die.html

  7. Leser sagt:

    Kurz am Rande: Das, was hier passiert, hat der seelige Bolko Hoffmann schon lange, lange im Voraus beschrieben und mit wenigen Worten formuliert.
    google bietet auch heute noch ein Bild einer Effecten-Spiegel Werbung aus den ganz frühen Jahren des Euros. Dort beschreibt Hoffmann, was passieren wird: Die Schwachländer werden ein Exportproblem entwickeln und daraufhin Subventionen fordern. Mit der Folge, dass Deutschland zahlen wird. Deshalb war er gegen den Euro.
    Leute wie Hoffmann wurden von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe als Spinner abgetan. Heute müssen auch diese erkennen, dass er recht hatte.
    Hoffentlich werden diese miesen Politiker Chirac, Thatcher (sie weiß warum), Kohl, Schröder, Papadimos etc. in Kürze zur Verantwortung gezogen. Zumindest sollten überall Schilder mit ihrem Abbild darauf aufgestellt werden, damit man sie besudeln kann.

  8. herbert sagt:

    ELA macht es möglich:

    Der Irish Independent berichtete am Wochenende, dass die irische Zentralbank ihre Kredithilfen an die heimischen Geschäftsbanken aufgestockt hat – um 6 auf 51 Milliarden Euro. Dieses Kredithilfeprogramm namens ELA (Emergency Lending Assistance) ist nicht neu, es läuft schon seit Monaten und es ist legal. Jede nationale Zentralbank des Eurosystems darf in einer außergewöhnlichen Notsituation ihren Banken unter die Arme greifen. Die irische Zentralbank verleiht also nicht Geld an sich selbst, sondern an ihre Geschäftsbanken, um sie vor Zahlungsengpässen zu bewahren. Doch es gibt einige Haken an der Sache:

    http://www.wiwo.de/politik/ausland/euro-krise-irlands-riskantes-spiel/5233570.html