Zins-Senkung: China will Wirtschaft wieder in Schwung bringen

Die chinesische Zentralbank hat den Leitzins gesenkt. Beobachter interpretieren die überraschende Maßnahme dahingehend, dass entweder die Inflation zurückgeht - oder aber sich das Wachstum stärker verlangsamt als von der Führung in Peking erwartet.

Das erste Mal seit vier Jahren hat China nun seine Zinsen gesenkt. Dadurch wird es für die chinesischen Banken billiger, sich von der Zentralbank Geld zu leihen. Der Rabatt auf den Leitzins wird von 10 auf 20 Prozent erhöht. Der Zinssatz für Kredite mit der Laufzeit von einem Jahr wurde um 0,25 Prozent auf 6,31 Prozent gesenkt. Dies teilte die chinesische Zentralbank mit.

Die Maßnahme zeigt, wie besorgt die chinesische Führung offenbar über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ist. Das Wirtschaftswachstum hatte in den vergangenen Monaten stark nachgelassen. Ein Grund dafür ist die Krise in der Eurozone, die die Nachfrage stark zurückgehen ließ. Beobachter halten die Maßnahme für bedeutend, weil sie in eine andere Richtung geht als die jüngste Entscheidung der EZB. Mario Draghi hatte betont, dass das Problem der europäischen Schuldenkrise nicht mit Geldpolitik zu lösen sei.

Die Zinssenkung bedeute entweder, dass die Inflationsrate in China unter drei Prozent gerutscht sei, oder aber dass der Rückgang des Wachstums deutlich stärker sei als die Regierung in Peking ursprünglich erwartet hatte, sagte Donna Kwok von Greater China dem Sender CNBC.

Zuletzt war über zusätzliche Konjunkturpakete spekuliert worden, nachdem die großen Banken begonnen hatten, wieder mehr Kredite zu geben (mehr hier).

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