Griechenland: Arbeitslosigkeit im Mai auf Rekordhoch

Im März ist die Arbeitslosenquote in Griechenland erneut kräftig angestiegen und nun doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Eurozone. Angesichts der schlechten Wirtschaftsprognosen ist auch in der zweiten Jahreshälfte keine Erholung am Arbeitsmarkt in Sicht.

Kurz vor den Neuwahlen in Griechenland zeigen die hohe Staatsverschuldung, die nicht wettbewerbsfähige Wirtschaft und die straffen Sparmaßnahmen noch einmal ihre Auswirkungen. Im März ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat noch einmal angestiegen: Von 21,4 auf 21,9 Prozent und erreicht somit ein neues Rekordhoch. Das ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt in der Eurozone – nur Spaniens Arbeitslosenquote ist hier höher.

Für die zweite Hälfte des Jahres erwartet die EU-Kommission einen Einbruch des BIP um 4,7 Prozent und erst im nächsten Jahre eine Stagnation. Angesichts dieser Prognosen und den schlechten Wirtschaftszahlen, die sich mit der Umsetzung weiterer Sparmaßnahmen noch verstärken werden, kann in diesem Jahr mit keiner wirklichen Erholung des griechischen Arbeitsmarktes gerechnet werden.

Kommentare

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  1. Zwingmann sagt:

    Die hohe Arbeitslosigkeit sieht auf den ersten Blick nur nach einem griechischen
    Desaster aus, doch das Gewitter zieht mit Riesenschritten auch nach
    Deutschland. Ich habe gerade die Meldung bekommen, dass der positive Target 2 Saldo der Deutschen Bundesbank Ende Mai 2012 auf sage und schreibe 700 Mrd. Euro gestiegen ist (ganz exakt: 699 Mrd. Euro). Die PIGS-Länder exportieren jetzt ihre
    Arbeitslosigkeit auch nach Deutschland, indem sie mit Sicherheit ihre negativen Target 2
    Salden nicht ausgleichen werden. Wie hoch die Steigerung der negativen griechischen Salden im Mai war, konnte ich noch nicht herausfinden. Und ein kleiner Blick von Griechenland nach Spanien. Die Spanier haben ebenfalls eine gigantische
    Arbeitslosigkeit, Leute, die Spanier sind richtig clever, morgen, wenn 50% oder 75% der Bevölkerung Deutschland gegen Portugal genießt, soll in einer absolut
    vertraulichen EFS-Telefonkonferenz mal eben über 100 Mrd Euro oder mehr an
    Spanien und seine Banken entschieden werden, natürlich ohne irgendwelche Auflagen. Warum auch Auflagen: Das Geld wird dann in krimineller Art und Weise an Pleitebanken vergeben. Dass wegen dem Straftatbestand der Insolvenzverschleppung in Deutschland normale Bürger schon empfindliche Haft- und Geldbußen hinnehmen mußten, wenn interesiert das. Für Merkel und Schäuble, die
    in diesen Deal natürlich verwickelt sind, gilt dann: Legal, illegal, scheiegal.
    Dass diese Aktion ein glasklarer Rechtsbruch sein wird, wen interessiert das schon.
    Ich habe das ungute Gefühl – einige haben mich nach Vorträgen auch als Kassandra bezeichnet- dass nicht nur wir Deutschen am 11.6.2012 mit einem mörderischen ökonomischen Kater wach werden.
    Vielleicht sollten wir uns noch mal einen alten Insterburg Song anhören, in dem es dann heißt: Ich liebte ein Mädchen aus Griechenland, die die Liebe am schönsten beim Kriechen fand. Pardon, aber jetzt bleibt wohl nur noch Zynismus.
    Immerhin gut, dass jetzt unsere EU-Diktatur auch die letzten Hollywood- Fassaden und
    Potemkinschen Dörfer niedergerissen hat, damit wir -wie Griechenland als Vorhut-
    die Qualitäten des Abgrunds zu schätzen lernen, in den wird uns Mutti Teflon mit
    ihren Sumokämpferqualitäten dann hinunterbefördern.

  2. Lilly sagt:

    Dazu passt …

    „My big fat Greek divorce“

    http://www.economist.com/node/21556583?fsrc=scn/tw_ec/my_big_fat_greek_divorce

    Gute Analyse, wie es nach der Wahl weitergehen könnte.