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Banken-Bailout: Wie Spanien zinsgünstig an 100 Milliarden Euro kommt

Der spanische Banken-Bailout erleichtert die aktuellen Liquiditätsprobleme der Regierung in Madrid. Er hat jedoch bei genauerem Hinsehen, erhebliche Risiken und Nebenwirkungen.

Das EU-Hilfspaket steht: Es soll bis zu 100 Milliarden Euro betragen, damit die Spanier ihre maroden Banken wieder mit Liquidität versorgen können. Der spanische Bankenrettungsfonds FROB wird das Geld über den ESM oder den EFSF bekommen. Die Zinsen für die neuen Kredite dürften bei 4 Prozent liegen. Der ESM wird einen bevorzugten Gläubigerstatus erhalten, was nach Einschätzung von Beobachtern den Bond Markt für Spanien und Deutschland erheblich belasten wird (mehr hier).

Der IWF hatte am Freitag grünes Licht gegeben und festgestellt, dass Spaniens Banken 40 Milliarden direkt brauchen , vermutlich jedoch mit der doppelten Summe das Auslangen finden könnten. Freilich bekommen die Spanier damit keinen Freibrief: Sie müssen hoch und heilig versprechen, dass sie ihre Banken sanieren werden. Konkrete Ziele oder gar regelmäßige offizielle Kontrollen wie im Falle der Bailouts für Griechenland, Irland oder Portugal werden dagegen nicht verlangt.

Dass die Bankia derzeit in einen gewaltigen Korruptionsskandal verwickelt ist, in dem Politiker aus allen Parteien verwickelt sind, scheint die EU nicht zu stören (mehr zu den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen – hier). Auch der Tatsache, dass die spanische Bankenmisere eigentlich nichts mit dem Euro-Raum zu tun hat, sondern auf eine gewaltige Summe von faulen Immobilienkrediten zurückzuführen ist, wird in der offiziellen Erklärung (im Original hier) nicht Rechnung getragen.

Auch sollen die 100 Milliarden Euro nur eine „Größenordnung für die Märkte“ darstellen, wie ein EU-Sprecher dem Wall Street Journal sagte. Ob sich die Märkte beruhigen werden, wenn man ihnen sagt, dass eine doch nicht ganz unerhebliche Summe nichts anderes ist als eine Hausnummer zu PR-Zwecken, bleibt offen.

Das Geld soll aus dem EFSF kommen, wenngleich noch nicht klar ist, in welcher Form die Zahlungen ablaufen sollen. Der EFSF hat den kleinen Schönheitsfehler, dass direkte Banken-Subventionen durch seinen gesetzlichen Auftrag verboten sind.
Hier ringe man noch um eine Lösung, is dazu aus Brüssel zu hören.

Am Samstagabend hatte der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos bekanntgegeben, dass sein Land ein offizielles Hilfeansuchen stellen werde (mehr hier).

Kommentare

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  1. Aussteiger sagt:

    An Ende drückt einer auf den roten knopf und die Menschheit wird resettet …

    Siehe Georgia Guidestones

  2. Gast sagt:

    Da habe ich doch richtig gedacht und auch so kommentiert. Der Spiegel schreibt:

    „100-Milliarden-Kapitalspritze für die maroden Banken: Spaniens Regierung geht davon, dass das Land dafür nur geringe Auflagen erfüllen muss. Zwar sieht das die EU ganz anders – doch die Spanien-Hilfen bringen die Griechen auf den Plan: Sie fordern eine Neuverhandlung des eigenen Rettungspakets.“

    Link: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-rettungsschirm-griechen-fordern-gleiche-bedingungen-wie-spanier-a-838254.html

    Wie war das nun mit dem Unfrieden stiften im vereinten Europa. Steckt da etwa Absicht dahinter um das sowieso schon abgewickelte Griechenland jetzt endlich zu verjagen. Und Portugal wird sich sicher auch nicht verstecken.

    Schade nur das die 100 Milliarden „Marktberuihigung“ schon im Laufe eines Tages sich in NICHTS aufgelöst hat und der Finanzmarkt wieder so skeptisch ist wie vor den 100 Milliarden. Da müssen die politischen Diener schon noch einen drauf legen, sonst wird es wohl nichts mit den Märkten. Wie wäre es mit Hilfe für Italien? Sollte demnächst soweit sein wenn die 100 Milliarden alle sind. Uppps ……. und Zypern braucht in ein paar Tagen schon Geld für die Banken, welche am Haircut schwer gelitten haben. Da ist es wieder, dieses Faß ohne Boden, nur viel schlimmer. Es fällt schneller unten heraus als es oben politisch Beschlossen hineingeworfen werden kann.

    Klasse wie sich jetzt die bedrohten Länder alle gegenseitig aufschaukeln und darum wetteifern wer welche Reform braucht für eine bestimmte Summe für das Rettungsloch. So rückt Europa näher zusammen …………. bis dann alle im Faß ohne Boden verschwunden sind.

    Ja, ich bin auch für Gleichberechtigung bei dem schon seit Jahren andauerndem sinnlosen Rettungsversuch von Banken und deren Staaten im Wert von lächerlichen 1,7 Billionen Euro. Es geht ja nicht an das die Betrüger sich nun auch noch selbst betrügen und die politischen Schiedsrichter hier laufend Vorteil gewähren wo eigentlich längst finanzielles Abseits war.

    Das ist, neben der „boykottierten“ doch stattfindenden EM, auch EURO-Live. Hier wird allerdings nur einer Gewinnen – das Zinsgeldsystem!!

  3. Elli Pirelli sagt:

    „Wir stellen erst etwas in den Raum und warten ab; wenn es dann keinen Aufstand und kein großes Geschrei gibt, gehen wir weiter, Schritt für Schritt – bis es kein Zurück mehr gibt.“
    Monsieur Junker in 1999

  4. RicoCoracao sagt:

    Habe sowas noch nie gesehen, schaut euch mal die Kommentare und die Empfehlungen auf der WELT an, unter diesem Artikel: „Die gigantischen Verluste bei der Rückkehr zur D-Mark“
    http://www.welt.de/wirtschaft/article106484172/Die-gigantischen-Verluste-bei-der-Rueckkehr-zur-D-Mark.html
    Der Bürger ist endlich wach geworden, das Riechsalz der alternativen Medien unter der Nase hat doch geholfen. Trotzdem: Der Crash ist gewollt, nicht nur hier in der EU & einem starken Land wie Deutschland…auch in der USA.. es gibt Leute, denen sind 99% der Länder und Bürger völlig egal, es ist erschreckend aber es ist wirklich wahr.. sie lachen dir ins Gesicht und machen auf Freund und Ratgeber. Sie sind herzlos und fühlen sich überlegen, gehen über Leichen..auch hier und sie haben überall Helfer in der Politik..

  5. Schievelbein sagt:

    anwort zum rundertischdgf sei gesagt, dass das „vermögen“ der deutschen in „ersparnissen, immobilien, rentenansprüchen,versicherungen,kunst, münzen,briefmarken…“ bestehen. sehr zweifelhafte „vermögenswerte“, wer will schon in notzeiten briefmarken fressen…

    in meinem bekanntenkreis ist „so gut wie nichts!“ von diesem oben erwähnten „vermögen“ vorhanden, will sagen, mehr als die hälfte der deutschen hat nichts. zwei drittel von 5,7 billionen werden „gehalten“ von 10% auserwählten. interessant wäre zu wissen, in welchem zeitraum dieses vermögen erarbeitet wurde.

    zur lage in spanien hat herr schäuble geäußert, dass spanien weniger schulden als die brd hat. ist doch wunderbar, dann können die spanier sich ja selber helfen! warum bekommen die dann kein geld vom internationalen markt?? die deutschen dödels merken nichts, weil harz 4 viel zu hoch ist….

    • Fischer Jürgen sagt:

      Weil Spanien souverän ist und Deutschland nicht(siehe die fremden Soldaten und Atombomben in Deutschland und den fehlenden Friedensvertrag, so wie Österreich einen hat).
      So lange Deutschland keinen Friedensvertrag bekommt(weil bekanntlich die Deutschen sehr viel Entschädigung bekommen müssten, da England-Frankreich samt deren 70 Empire und Kommonwealth-Vasallen nachweislich Deutschland den Krieg und damit den Weltkrieg erklärten), wird Deutschland bluten.
      Wehe den Besiegten, erst recht jenen, die auch noch derartiges Siegerverhalten als besonders freundlich bezeichen müssen und sich dann noch als Dödel bezeichnend selbst mit Dreck bewerfen, weil sie seit 70 Jahren, einschließlich laut 2+4 Vertrag verpflichtet wurden, ihre eigene Geschichte aus der Sichtweise der Allierten zu unterrichten, zu erforschen, zu publizieren= sich als Superverbrecher, ewiger Schuldhafter, Sippenhäftling… zu sehen und deshalb die Schulden anderer Staaten zu zahlen hat weil er ja zur Strafe keinen Friedensvertrag hat.

    • Elli Pirelli sagt:

      Großes Vermögen wurde von den Eigentümern noch nie „erarbeitet“!