Griechenland: Der große Bank-Run hat begonnen

Die griechische Zentralbank ist besorgt: Im Mai haben die Griechen wieder vermehrt ihre Konten geplündert. Die Griechen versuchen offenbar, ihr Geld vor der Wahl am Sonntag noch rasch in Sicherheit zu bringen. Ein beliebter Fluchtort sind deutsche Staatsanleihen.

Die politische Unsicherheit in Griechenland mit Blick auf einen möglichen Austritt des Landes aus dem Euro nach der Wahl, verstärkt die Sorge der Griechen um ihr Geld. Vergangene Woche kam es bei den Abhebungen an griechischen Banken erneut zu einer Steigerung. Die Griechen nehmen ihr Geld, verstauen es zu Hause, bringen es ins Ausland, kaufen ausländische Anleihen oder investieren in amerikanische Investmentfonds, so die griechische Zeitung Kathimerini. Vor allem deutsche Staatsanleihen erfreuen sich auch bei den einfachen griechischen Anleger größter Beliebtheit.

Im Mai lagen die abgehobenen Einlagen zwischen fünf und sechs Milliarden Euro. Nichtsdestotrotz gehen die Bank-Beamten jedoch davon aus, dass die Situation unter Kontrolle bleiben werde, da bald wieder 18 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung in die vier wichtigsten Geschäftsbanken fließen werden.

Darüber hinaus halten sich die Griechen immer starker mit ihren privaten Ausgaben zurück. Nur das notwendigste wird von vielen noch gekauft. Im ersten Quartal ging der private Konsum um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zurück (mehr hier). Dies wiederum schadet zusammen mit der durch die Abhebungen sinkende Liquidität der Banken der griechischen Wirtschaft.

Problematisch ist auch die Anzahl der faulen Kredite in Griechenland, deren Rückzahlung seit mehr als 90 Tagen fällig ist. Die Zahl dieser nicht beglichenen Kredite machte Ende März 18 Prozent aller Darlehen in Griechenland aus.

Kommentare

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  1. fan sagt:

    Auch die Käufer von deutschen Staats-Papieren sollten sich mit deren Sicherheiten beschäftigen – wer den offiziellen beschönigenden und in den Einheits-Medien nachgeplapperten Lobhudeleien einseitig Glauben schenkt, sollte sich nicht wundern, wenn er eines plötzlichen Morgens vom Gegenteil überrascht wird.

    Wenn Deutschland für all die eingegangenen Zahlungs-Verpflichtungen im Rahmen von ESM, Rettungs-Schirmen, usw.! eines (vielleicht nicht mehr fernen) Tages einstehen muss, interessiert es doch die Politiker dieses Staates nicht die Bohne, ob jemand mal gutgläubig (sichere) deutsche Staats-Papiere gekauft hat – dann gibt es gnadenlos Schulden-Schnitt, Enteignung, Zwangs-Hypotheken und all die schon immer praktizierten Staats-Betrügereien..!

  2. Stefan Nathan sagt:

    Freunde,
    diesmal wird es nicht funktionieren, sich mit EM einzudecken und zu glauben, nach der Krise damit aus dem Schneider zu sein! Wir leben in einem Wandel, bei dem historische Muster nicht mehr als Blaupause taugen.
    Meines Erachtens ist es jetzt wichtig, dass wir unser Leben wieder selbst in die Hand nehmen, die verantwortung, die wir an Banken, ersicherungen, Politiker usw. abgegeben haben, wieder selbst übernehmen.
    Haus mit Garten ist gut. Es ist aber auch möglich, sich mit anderen zusammenzutun, zu einem Bauern zu gehen, der stillgelegte Flächen hat, für die er EU-Prämien kassiert – und das tut wahrscheinlich jeder Bauer. Dem bietet ihr dann an, dass Ihr ihm die Prämie zahlt und könnt dann gemeinsam Euer Gemüse anbauen. Sucht mal nach Feldprojekt Hubert Jaksch…
    Pflegt Eure Beziehungen zu Familie, Freunden, Nachbarn, Kollegen – das ist die beste Wertanlage für die Zukunft!

    Ich bin übrigens gerade zu Fuß auf dem Weg von Bayern nach Brüssel. Mehr darüber auf
    www . neue – weltordnung . net
    (natürlich ohne Leerzeichen)

    Freiheitliche Grüße
    Stefan Nathan