Roland Berger: Unternehmen sollen Facharbeiter in Schwellenländern anheuern

In den nächsten Jahren werden weltweit mehr als 200 Millionen Fachkräfte fehlen. Die vom demographischen Wandel betroffenen Industrienationen könnten hier sehr bald von der Vielzahl der Arbeitskräfte in den Schwellenländer profitieren – mit der richtigen Personalstrategie.

In den kommenden 20 Jahren werden weltweit zwischen 200 und 300 Millionen Fachkräfte fehlen und allein auf dem europäischen Markt werden es bis 2030 rund 50 Millionen sein. Derzeit sind bereits 80 Prozent der Arbeitskräfte weltweit in den Schwellen- und Entwicklungsländern tätig. Und genau hier können sich für internationale Unternehmen große Möglichkeiten auftun, wie eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger, „8 Billion Business Opportunities HR goes global“, zeigt.

Zwischen 2006 und 2011 ist die Anzahl der Hochschulabsolventen in den Schwellenländern um fast 50 Prozent gestiegen. Allerdings erfüllen lediglich 10 bis 20 Prozent der Absolventen internationale Standards. „Anders als in den Industrieländern, in denen Englisch als internationale Firmensprache selbstverständlich ist, beherrschen in vielen Schwellenländern nur wenige Menschen die englische Sprache“, erklärt Tim Zimmermann, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. Doch die Zahl der Arbeitskräfte, die aus diesen Regionen kommen, wächst und der demografische Wandel in den Industrienationen zwingt die westlichen Unternehmen dazu, neue Fachkräfte genau hier zu suchen.

„Die Schwellenländer bieten westlichen Unternehmen hervorragende Möglichkeiten im Personalbereich.“ Entsprechend müssten internationale Unternehmen ihre Personalstrategien überdenken, um das große Potenzial in den Schwellen- und Entwicklungsländern für sich nutzen zu können. So kommt die Studie zu dem Schluss, dass die westlichen Unternehmen verstärkt auf maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildung der lokalen Mitarbeiter setzen sollten. Zudem sei zur Motivation der lokalen Mitarbeiter in den Schwellen- und Entwicklungsländern in Zukunft ein attraktives Gehalt notwendig, aber auch regelmäßige Gespräche über Karrierechancen und Ziele spielten hier eine große Rolle, um die Mitarbeiter auch in Zukunft im Unternehmen halten zu können.

Von entscheidender Bedeutung bei der Personalauswahl sei jedoch die vermehrte Einbindung von Frauen in die Unternehmen. Gerade gut ausgebildete Frauen aus den Schwellenländern sind eine große Chance für internationale Unternehmen. In Brasilien sind 60 Prozent der Hochschulabsolventen weiblich, in den Vereinigten Arabischen Emiraten sind es 65 Prozent und in China 47 Prozent. „Unternehmen, die das große Potenzial exzellent ausgebildeter Frauen optimal einsetzen, werden sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil auf dem internationalen Markt sichern“, so Roland Berger-Partner Tim Zimmermann.

Durch die Konzentration aus Aus- und Weiterbildung können die Unternehmen die fehlenden internationalen Standards bei den Arbeitskräften in den Schwellenländern ausgleichen und diese so gleichzeitig an das Unternehmen binden. Die Anstellung von Mitarbeitern aus diesen Ländern kann dann nicht nur den Fachkräftemangel verringern, sondern beispielsweise gleichzeitig dabei helfen, neue Märkte schneller und leichter zu erschließen.

Kommentare

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  1. V 480 Truck sagt:

    Fahrermangel warum ???

    23 Prozent der Mitarbeiter haben innerlich gekündigt, wer wundert sich?? Das Problem ist Hausgemacht!! Die Mitarbeiter in der Transportbranche haben erkannt, dass die Schere bei der Entlohnung immer weiter auseinander geht. Die Dienstwagen der so genannten Führung werden immer größer und das Gehalt der Mitarbeiter immer kleiner. Die Gehälter die LKW Fahrer heute bekommen , wurden schon 1978 bezahlt und jetzt ist man erstaunt, dass sich kein Nachwuchs mehr findet.

  2. KiKa sagt:

    Menschen wie dieser Roland Berger, denken anscheinend über das, was sie sagen definitiv nicht nach (leben eindeutig auf einem anderen Planeten)!
    Ich verweigere seit Jahren Aufschulungen und Weiterbildung – ich habe zwei Berufe, die ich (das kann ich wirklich sagen) zur vollsten Zufriedenheit meiner Gehaltgeber ausgeführt habe und ausführe.
    Und trotzdem……. Aufschulung, Aufschulung, Aufschulung,…..!
    Bla, Bla, Bla……
    Sieht man sich die meisten sogenennten Aufschulungen und Umschulungen genauer an, fragst du dich im Nachhinein, was das gebracht hat – außer das es Unsummen kostet.
    DU BEKOMMST TROTZDEM KEINEN JOB!
    Und noch lächerlicher wirds, wenns dann plötzlich heist, dass du nun für die eine oder andere Firma überqualifiziert bist und sie dir, falls sie dich denn nehmen, nur das „übliche“ Gehalt zahlen KÖNNEN.
    Ich habe in Umschulungen gestandene, erfahrene (arbeitslose) Produktionsleiter gesehen, die den Tränen nahe waren, weil ihnen eine frisch gefangte „Frau studiert“ zeigte wie ein Bewerbungsschreiben richtig zu schreiben ist und er mußte sichs gefallen lassen, da er ja sonst als „unwillig“ eingestuft wird. Ich hab arbeitslose Trainerinnen weinen sehen, weil sie plötzlich auf der anderen Seite des Tisches Platz nehmen mußten.
    Italienisch in zwei Wochen, Rechnungen schreiben fürs Büro in drei Wochen????????
    In meinem Beruf (sozial) werden immer mehr Aufschulungen verlangt, die du aus Zeit und Kollegenmangel niemals umsetzen kannst. Ganz abgesehen von dem Schwachsinn, der dir als Praktiker oft vor die Nase geknallt wird und das Lustige – in einem Jahr ist alles wieder ganz anders. Hauptsache es war schweineteuer.
    Fachkräftemangel? Ja genau! WEIL DIE FIRMEN BEI DER AUSBILDUNG SPAREN WAS DAS ZEUG HÄLT UND VOM STAAT AUCH NOCH GELD FÜR DIE LEHRLINGE BEKOMMEN, DAMIT SIE JA EINEN NEHMEN.
    Heutzutage will eine Firma gut dastehen MIT 1,0 Noten bei der Lehrabschlußprüfung – ob der oder die einen Schrauben richtig reindrehen kann ist zweitrangig, Hauptsache die Firma steht in der Zeitung mit den besten Lehrlingen – sprich Noten. (hab ich von einem verärgerten Meister, der sich in einer „Vorzeigefirma“ über seine 1,0 Lehrlinge ärgert) Natürlich gibt es auch viele gute Lehrlinge, aber wie gesagt, die praktische Ausbildung wird immer schlechter.
    Wos mich wirklich fast zerreißt, wenn diese „Chefs“ selber oft schlecht oder gar nicht englisch können, von der praktischen Seite ihrer eigenen Firma keine Ahnung haben (auch nicht wollen), aber vom Fußvolk verlangen, verlangen,……
    Wie du dieses Thema auch versuchst anzugehen, es kommt immer wieder eines dabei raus – WIR WERDEN VON VORNE BIS HINTEN VERARSCHT!