Bundesbank Chef: Wir lassen uns nicht von Griechenland erpressen

In einem Interview an mehrere südeuropäische Zeitungen richtet sich Bundesbank Chef Jens Weidmann direkt an die Länder und spricht Klartext: Sollte sich Griechenlands neue Regierung nicht an die Vereinbarungen halten, würde die finanzielle Hilfe beendet werden, so der Bundesbank-Chef Jens Weidmann. Man wolle sich nicht erpressen lassen.

Zwar sei es eine demokratische Entscheidung, wer in Griechenland am Wochenende gewählt werde, aber auch die neue griechische Regierung sei an bestehende Vereinbarungen gebunden, sagte Bundesbank-Chef Jens Weidmann in einem gemeinsamen Interview für mehrere süderopäische Zeitungen (El Pais und Publico/Spanien, Kathimerini/Griechenland, Corriere della Sera/Italien). Wenn die Regierung sich entscheiden würde, sich einseitig aus dem Hilfsprogramm zurück zu ziehen, „würde es aus meiner Sicht bedeuten, dass die Basis für eine weitere finanzielle Hilfe nicht mehr gegeben ist“. Griechenland müsste dann entsprechend die Konsequenzen tragen. „Wir alle werden betroffen sein, aber meine Einschätzung ist, dass es Griechenland schlechter gehen wird als allen anderen“, fügte er hinzu. Auf die Frage, ob es denn eine Möglichkeit gebe, Teile des Rettungspaketes neu zu verhandeln, antwortete Jens Weidmann, dass er es für eine „gefährliche Strategie“ halte. Eine Änderung der Bedingungen würde den Ländern schaden, die diese bereits umsetzen.

Eine Antwort bezüglich möglicher Notfallpläne für den Fall, dass Griechenland den Euro verlässt, wollte Jens Weidmann jedoch nicht geben. „Ich rede nicht über Notfallpläne.“ Zudem könne man sich nicht mit dem Risiko der Ansteckung von einem Land erpressen lassen. Das „Ergebnis eines möglichen Übergreifens der Krise nicht sein, dass man akzeptiert, was eine Regierung einseitig beschlossen hat“. Zwar könne nur Griechenland über einen Austritt entscheiden, aber es werde ohne finanzielle Hilfe „sehr schwierig“, in der gemeinsamen Währungsunion zu verbleiben. Schon eine einjährige Verlängerung des Programms sei „eine politische Entscheidung, die negative Folgen für die Union als Ganzes haben würde“.

Den Wachstumspakt hält Jens Weidmann grundsätzlich für möglich. „Unser Problem in Europa ist es, das Wachstumspotenzial zu erhöhen. Wenn wir über einen Wachstumspakt debattieren, sollte dieser sich auf langfristiges Wachstum und deshalb auf strukturelle Reformen fokussieren”. Projekt-Bonds für Infrastrukturprojekte beispielsweise, wie sie bereits diskutiert werden, sieht der Bundesbank-Chef eher kritisch. „Für Infrastruktur? Ich bin überzeugt, dass Spanien und andere Länder nicht unter fehlender Infrastruktur leiden“. Ihm fehle eine „adäquate Analyse”. “Wenn es ein Hindernis für Investitionen gebe, zum Beispiel in Griechenland, dann sei es eher zu viel Bürokratie und ein ineffizientes Steuersystem.“ Um etwa der jüngere Generation eine Perspektive zu geben, müsse man das Problem an der Wurzel packen. „Es geht um die Struktur der Wirtschaft, nicht um zeitlich begrenzte Anreize“, so Jens Weidmann.

Kommentare

Dieser Artikel hat 74 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Jochen sagt:

    Am Montag wird der EUR/USD auf 1,20 gehen, dass steht mal fest.
    Die EZB wird dann wieder Geld in die Märkte pumpen, dass hat die EZB bis jetzt immer gemacht.
    Die Inflation in Europa lässt grüßen !!!
    http://www.bwinvestment.de

  2. Fischer Jürgen sagt:

    Endlich ein klares Wort: Wir lassen uns nicht von griechenland und deren Drahtziehern erpressen! Be5rater Griechenlands, Italiens und i.E. auch Spaniens war Goldmann Sachs!
    Niemand postet diese in „Reife Früchte-Positionen“ gleichwohl doch USA-Drumherum weit mehr prozentuelle Schulden, -marode Banken, -Militärausgaben usw belastende BSP-belastende Posten hat!!!!
    Denen passt der EURO nicht, man will dass alles in die Pleite-Dollars flüchtet um dann diese auch noch erzwungenermassen mit dem Rücken am der Wand dann wiederum retten zu messen, weil man keinen Ausweg sieht—wie schon einmal nach den Weltkriegen—- drum das ganze!
    Ach wie sehne ich mich in die Gründerjahre des USA-Way of Life!
    Die Gier hat alles kaputt gemacht: siehe unsere Politiker-Weltkriegsvokabulare, Angstmache wie im Mittelalter(laut NTV fällt einem ja auh dauernd ein Planet o.ä auf den Kopf)und Umkehrung der Verursachung von Volkszorn: siehe Irak, Libyen, Syrien, Iran….
    §Warum Jimmy Carter nicht mehr nominiert wird ist eine Folge von dieser Gier und Omnipotenz-Politik des Zorns, der „Mainstream- und Waffengewalt“ und:::Feigheit der Fußball- und Kochkunstsüchtigen.
    Danke dass ich hier meinen Zirn äußern darf!!

  3. bendix sagt:

    1. Versuch wurde nicht gesendet.
    2. Versuch.:

    Nein !!!!! Wir lassen uns nicht erpressen, zur Not werden wir die Wahlergebnisse noch fälschen und zwar im „Namen des Friedens“ für unser geliebtes Europa.
    Was macht man eigendlich mit Diktatoren?

    • Testosteron sagt:

      „zur Not werden wir die Wahlergebnisse noch fälschen“

      Ganz wie in der ehemaligen DDR…

  4. Aussteiger sagt:

    Unsere letzten Bollwerke:

    Grundgesetz , noch ….

    Wenn das ausgehebelt wird kommen die letzten Bollwerke ..

    Namentlich: Starbatty, Schachtschneider, Hankel <—- Diese tapferen Kämpfer müssen unbedingt unterstützt werden .

    Wenn jeder Bürger nur 10 Cent geben würde .. Dann würden unsere letzten Bollwerke klagen bis zum Sankt Nimmerleinstag

    • Korsar sagt:

      Haben die schon ein offizielles Spendenkonto?

      Ich spende, in diesem Fall, gerne etwas „für einen guten Zweck“. Vielleicht ist es das letzte mal, auf freiwilliger Basis.

      Später kommen dann Mitglieder der „Neuen Einheitspartei“ vorbei. In Uniform rennen die dann auf die Grundstücke und bleiben dort solange bis man spendet. Dann muss man noch ein Lied singen: „Es lebe der EURO“. Eine Solidaritätsbekundung mit Burkina Faso unterschreiben und beteuern, das man zum Vereinigten EUROPA steht.

      Wer das nicht glaubhaft rüberbringt, wird verhaftet und solange verhört, bis er alles gesteht. Es wird nur die Unterschrift benötigt. Alles weitere, wird von der Einheitspartei“ eingetragen. Das Vermögen wird konfisziert und der Delinquent wird in ein „Überzeugungslager“ eingeliefert. Dort, wird ihm die Möglichkeit gegeben, sich wieder zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft hoch zu arbeiten.

  5. Johannes Eber sagt:

    Ein Zitat von Professor (deutscher Soziologe, Jurist, National- und Sozialökonom) Maximilian Carl Emil Weber * 21. April 1864 +14. Juni 1920
    „Der bloße Machtpolitiker, wie ihn ein auch bei uns eifrig betriebener Kult zu verklären sucht, mag stark wirken, aber er wirkt in der Tat ins LEERE und SINNLOSE“. Dies ist voll zutreffend für „Merkel“ und „Schäuble“. „Schäuble“ und „Merkel“ haben nicht das geringste Format im Gegensatz zu „Professor Maximilian Carl Emil Weber“.

    • Fischer Jürgen sagt:

      Irrtum:
      An der Wut der Schuldnerländer und der Profitäre (über Merkel und unsrer Zentralbank), die Deutschland den EURO aufgezwungen haben und Deutschland damit dessen DM weggenommen haben(ohne dem EURO gäbs diese Schuldenübernahme-Erpressung nicht und ein höherer Aussenhandelsüberschuss als nach der Einführung des EURO wäre auch garantiert und mit echten Gegenwerten abgedeckt und nicht mit Staatsschuld-Papieren in EURO!!) „Sonst gibts keine Wiedervereinigung“ , erkennt man, dass diese Regierung sich gegen die Vergewaltigung der Drahtzieher, die hinter der Griechenland- und Euro Krise stehen, sehr gut wehrt.

  6. Ulli Schaller sagt:

    Wie bekommt man einen Manager, genannt „Niete in Nadelstreifen“, kurzfristig aus dem
    Chefsessel ?
    Nicht dadurch, dass man ihm – wie in früheren Zeiten – eine evtl. goldene Pistole auf den Chef-Schreibtisch legt sondern einen dicken Abfindungsscheck.
    Diese in der Wirtschaft allgemein übliche Praxis sollte man auch im Falle Griechenlands praktizieren nämlich, die Rückkehr zur Drachme mit einer dicken Abfindung versüßen
    und den Kandidaten nicht via EURO und weiteren Rettungspaketen zum Suizid drängen.
    Der erste Schaden ist, wie in der Wirtschaft auch, in der Regel der geringere Schaden.
    Herr Weidmann ist sicherlich nicht naiv und wird im Geheimen auch über diese Möglichkeit der Problemlösung nachdenken.

  7. georg sagt:

    wenn irgendjemand einen erpresst ( hilft ) dann sind wir dass..
    gruss georg

    • Korsar sagt:

      Schon 7382 haben die Petition gezeichnet. Ich habe mir Zettelchen gebastelt, die ich in der Nachbarschaft einwerfe.