AIG-Chef Benmosche: Menschen werden künftig erst mit 80 in die Rente gehen

Robert Benmosche, der Chef des durch einen Bailout geretteten US-Versicherers AIG, ist der Auffassung, dass die Menschen wegen der höheren Lebenserwartung weltweit erst mit 80 Jahren in die Rente gehen werden. Nur so könne vermieden werden, dass Rentenkassen und Gesundheitssystem zu sehr belastet werden.

Die Menschen weltweit müssten akzeptieren, dass sie länger arbeiten müssen, da sich auch die Lebenserwartung erhöhe, erklärte Robert Benmosche, der Chef des großen amerikansichen Versicherers American International Group Inc. (AIG) in einem Interview mit Bloomberg. „Das Renteneintrittsalter wird sich auf 70 oder 80 Jahre zu bewegen“, erklärte der 68-Jährige. „Das würde die Renten und medizinischen Dienste erschwinglicher machen.“ Man werde die Menschen länger arbeiten lassen und der Jugend dadurch die Last abnehmen.

Mit Blick auf Griechenland betonte Benmosche, dass eine Abkehr des Landes vom Euro eine Katastrophe für das Land wäre. „Die Menschen in Griechenland müssen sehen, dass es keinen anderen Ausweg als den jetzigen gibt.“ Wenn sie dies nicht tun und auf eine eigenen Währung zusteuern, werden die eine riesige Inflation erleben und es „wird für Menschen mit festen Einkommen verheerend sein“´, so Bernmosche. AIG hat nun Mitarbeiter aus Argentinien zu ihren Kollegen in Athen geschickt, damit sie diese dabei beraten, wie man sich auf einen entsprechenden Austritt des Landes aus dem Euro vorbereiten kann. „Wir sind im Laufe der Zeit durch die Krise in Argentinien und in anderen Ländern gegangen, wir haben also Erfahrung“, sagte Benmosche.

Die durchschnittliche Lebenserwartung in Griechenland beträgt Bloomberg zufolge 81,3 Jahre – mit 59,6 Jahren hat Griechenlands eines der niedrigsten Renteneintrittsalter in Europa. Francois Hollande will indes das Eintrittsalter von 62 Jahren wieder auf 60 Jahre senken.

Kommentare

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  1. Euro_Doom sagt:

    Wer in einem aufgeblähten Sozialstaat jeden Unproduktiven alimentiert und keine Kinder mehr bekommt, der muss sich eben damit abfinden, dass ein Generationenvertrag nicht mehr funktioniert. Ich denke mal, der Herr Benmosche meint das wohl auch eher theoretisch. Wer sich darüber aufregt, der soll doch mal eine Lösung für dieses Problem finden. Weiterhin alles auf Pump finanzieren bis die Blase platzt und KEINER mehr was hat?

  2. Livia sagt:

    Als Bismarck die Rentenversicherung 1868 einführte, lag das Eintrittsalter bei 70 und die durchschnittliche Lebenserwartung etwa bei 50 Jahren. Die Beiträge waren erträglich – wie bei der Feuerversicherung, die auch nicht davon ausgehen muß, daß jedes Haus brennt!
    Sinn und Zweck der Versicherung war damals hauptsächlich, die Geburtenrate runterzubekommen – sehr viele junge Menschen mußten damals auswandern – und die Hinterbliebenen abzusichern, wenn der Ernährer starb, damit Kinderarbeit nicht mehr vorkommen sollte.
    Diese Zwecke hat das Gesetz erfüllt; ganz bestimmt nicht war es aber vorgesehen, dem Menschen eine Art „Lebensbelohnung“ zu geben, als was es heute gerne mißverstanden wird!
    Auch waren es erst die Nazis, die Rentnern überhaupt den Zugang in eine Krankenversicherung gewährten – bis 1934 flog man mit Eintritt in die Rente automatisch raus.
    Früher kamen in die Rentenversicherung nur Menschen, die einer Arbeit nachgingen die 1. niedrig entlohnt wurde und 2. „auf die Knochen“ ging. Inzwischen hat man immer mehr Menschen in die Rentenversicherung gezwungen, weil man nur den Beitrittszahler jetzt und nicht den Bezugsberechtigten später gesehen hat! Das extremste Beispiel eines solchen Fehlers war die Möglichkeit für Frauen Ende der 70er Jahre Beiträge 1:1 nach- bzw. zurückzuzahlen; das sanierte für wenige Jahre die Kasse und ruiniert sie 20 Jahre später!
    Heute gibt es immernoch Arbeit, die in die Knochen geht aber auch immer mehr, die körperlich nicht so anstrengt; von daher wäre es sinnvoll, von einer Alters- auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente umzustellen!
    Auch verkauft unsere Gesundheitsindustrie nicht Gesundheit, sondern vor allem Lebensverlängerung an Kranke – koste es was es wolle! Auch hier sollte es Wahlfreiheit geben – eine Versicherungsmöglichkeit ohne Lebensverlängerung um jeden Preis, von dessen niedrigem Beitrag nur der Versichertenanteil profitiert.
    Was richtig in die Kosten geht – und in die pschychische Gesundheit aller Beteiligten – ist aber die blödsinnige Individualisierung! Eine eigene Kleinwohnung ist immer viel teurer als eine große für eine Sippe – vom bewirtschaften mal ganz abgesehen!
    Bis vor 50 Jahren war es normal, daß die alten Leute bei ihren Kindern wohnten und wenn sich der Familienvater eine Hausfrau wieder leisten kann, dann gibts auch wieder mehr Kinder im Mittelstand und weniger Pflegedienste/-einrichtungen. Daß die Frauen nicht Hausfrauen sein wollen, könnte nämlich auch darauf beruhen, daß gewisse Frauenrechtlerinnnen ganz einfach neidisch sind, weil sie keinen Partner abbekommen haben und daher – frei nach; Was ich nicht kriege, sollen andere auch nicht haben! – Hausfrauen madig machen.
    Der Staat sollte ausschließlich dafür sorgen, die Arbeitsplätze zu dezentralisieren, damit Arbeit und Wohnraum richtig verteilt sind und lange Wege entfallen.

  3. Igge sagt:

    HALLO – es geht hier doch mitnichten um ein höheres Alter, bis zu dem die Menschen in Lohn und Brot stehen sollen – denen, die es fordern ist klar, was den Menschen die es betrifft offenbar immer und immer wieder nicht einleuchten will…..
    ES GEHT UM RENTENKÜRZUNGEN!!!!! Jeder von uns weis doch, das es keine Arbeitsplätze für Omma und Oppa gibt, weil die ja auch garnicht mehr können und auch nicht wollen – aber wenn sie denn keine Arbeit mehr verrichten können (oder halt auch keine da ist)….. ja was passiert dann…… genau – sie gehen etliche Jahre früher in Rente und nehmen die damit verbundene überproportionale Rentenkürzung hin! Außerdem hat es noch der argumentativen Vorteil, das man behaupten kann, die Rente wäre auf einem vertretbaren Niveau (wenn man denn auch bis 80 arbeiten würde).

    Was hier außderdem völlig außer Acht gelassen wird, meiner Ansicht nach, ist, dass es sich schon seit EIntrittsalter 65 z.B. in Deutschland an der Grenze zur Verfassungswidrigkeit bewegt (Bürger dürfen nicht enteignet werden). Soll heißen, wenn das Zwangsystem weitere Beitragsjahre fordert und damit die Chance auf zumindes die Auszahlung des Eingezahlten noch weiter sinkt (von Rendite garnicht gesprochen), dann ist es schlicht eine weitere Enteignung der Beitragszahler durch den Staat!

  4. Anna 1950 sagt:

    Ich möchte nur darauf aufmerksam machen,
    daß Griechenland eines der niedrigsten Renteneintrittsalter in Europa hat.

    und die meißten Schulden!!!!!!!!

    Das ist doch d i e Botschaft.

    So manche Sprüche in den Medien, wenn die Franzosen jetzt wieder früher in Rente gehen, daß es doch in Deutschland so ähnlich ist.

    Ist es n i c h t, weil hier wird jedes frühere eintreten verrechnet, also abgezogen!!

    Das bedeutet Kaufkraftverlust, weniger für die Enkel und die sind jung.

    Der italienische Rentner hat im Schnitt, 200 Euro mehr, als der Deutsche.
    Hat mich schwer gewundert, sie haben wohl auch seit dem Euro, enorme Gehaltssprünge gehabt!!!

    Junge Deutsche sollten wissen, daß sie über Rettungsmaßnahmen und alle möglichen Fonds, selbst Bankenrettungen, auch die Rentner in anderen Ländern mitfinazieren.

    • flurdab sagt:

      Es werden keine Menschen oder Staaten gerettet sondern ausschließlich Banken!

      Also im wesentlichen das Kapital der Vermögenden die im großen Rahmen spekuliert haben. Damit dieses nicht als Verlust abgeschrieben werden muss, werden die Steuerzahler aller EU- Mitgliedsstaaten in Haftung genommen. Egal ob Grieche, Deutscher oder Spanier.

      • Anna 1950 sagt:

        Hallo flurdap
        Das sehe ich etwas anders.

        Die Immobilienkrise in Spanien hat gezeigt, daß Bürger ohne Sicherheiten, ohne Eigenkapital, Kredite bekamen um ein Haus zu erwerben.
        Der Bürger hat es auch genommen.
        Das sind jetzt eben“ faule“ Kredite.

        Ebenso haben in Griechenland, wie in Spanien, Bürger insgesamt mehrere Milliarden abgehoben, unter das Kopfkissen gelegt, oder in das Ausland verschoben, also brauchten die Banken Nachschub.

        Da sie auch verstärkt Staatsanleihen kaufen müssen, weil Politiker zu unfähig sind, brauchen Banken auch Geldflutungen.

        Das die Spekulanten von übelster Sorte sind, ist schon klar.
        Aber allein schuldig, sind Banken nicht!!

        Das Geld bei der Bank, wird auch von ganz normalen Bürgern genutzt.

        Das Geld der Geberländer steckt, da bleibe ich bei, in A L L E M !!!

  5. heide preiss sagt:

    am beispiel griechenland heißt das:

    arbeiten bis 80,
    1,3 jahre rente,
    abtreten.

  6. ein Zuhörer sagt:

    Habe Speditionwesen gearbeitet, jetzt mit 53 Jahren Kreuz kaputt und dann noch bis 80 arbeiten wo ????? außer einen 400,00 Euro job bei dem noch 148,00 Euro Krankenversicherung abgeführt werden müsen. Hartz 4 ich komme

  7. uri125 sagt:

    Natürlich, möglicherweise Politiker oder Banker oder TV u. Film Bereich. Im Dienstleistungsbereich bei Krankenschwestern, Altenpflegern sowie im Bau u. Transportbereich wohl kaum durchführbar. Mit achtzig ICE führen oder LKW. Bestimmt lohnenswert bei Abnahme der Reaktionsfähigkeit. Nein, hier wird versucht weitere Rentenkürzungen vorzunehmen. Unbedachtes Schwadronieren kann man diesem Herrn wohl nicht vorwerfen, da er genau weiss wovon er spricht.

  8. ^Joda sagt:

    Die Vorstellung das Menschen erst mit 80 in Rente gehen ist für Unternehmer AG`s usw.. sowie für den Staat ein verlockender Gedanke. Zum einen ist es im Alter von 40+ kaum noch möglich in vernüftige Beschäftigung zu kommen oder gar unmöglich im öffentlichen Dienst. Somit werden dann die Menschen hier Zwangsverrentet unter massiven Abzügen von der Rente. Und dann Chippen wir die Menschen und wer seinen Dienst an der Gemsinschaft nicht erfüllt der verhungert oder aber wird erscho.. Wir haben heute in der EU in den Südlichen Ländern 35- 51 % Jugendarbeitslosigkeit und da wollen die alten immer noch bis 80 am Stuhl kleben ? in was für einer Märchenwelt lebt der Mensch

  9. flonic sagt:

    „Francois Hollande will indes das Eintrittsalter von 62 Jahren wieder auf 60 Jahre senken.“

    Sollte besser heißen:
    „Francois Hollande hat das Eintrittsalter von 62 Jahren wieder auf 60 Jahre gesenkt.“

    Natürlich bei entsprechend langer Beitragszahlung!

  10. Bogumil sagt:

    ein verantwortungsbewusster Deutscher stirbt gefälligst am letzten Arbeitstag, um der Rentenkasse nicht zur Last zu fallen.