Griechenland: EU zu Erleichterungen beim Sparkurs bereit

Da die aktuellen Umstände auch aufgrund der fehlenden griechischen Regierung nicht mehr den Annahmen des derzeitigen Rettungspaketes entsprechen, wird es neue Verhandlungen zum Bailout für Griechenland geben, sagt ein hochrangiger EU-Beamter. „Jeder, der sagt, man bräuchte und könne nicht neu verhandeln, gibt sich einer Illusion hin“.

„An den Reformschritten können keine Abstriche gemacht werden“, sagte Angela Merkel kurz vor Beginn des G-20-Gipfels im mexikanischen Los Cabos und spricht sich so zumindest auf den ersten Blick offiziell noch immer gegen eine Erleichterung bezüglich des griechischen Rettungspaketes aus. Sie fügt jedoch hinzu, dass es nun wichtig sei, dass die schnell nach Athen reise, um sich ein Bild der Lage zu machen. Gegenüber der CNBC hat sich am Dienstag jedoch ein hochrangiger Beamter der Eurozone mit eindeutigen Worten zu möglichen neuen Verhandlungen über die Bedingungen des griechischen Bailouts geäußert. Da die ursprünglichen Abmachungen überholt seien, werde es neue Verhandlungen geben.

„Jeder, der sagt, dass wir neue Verhandlungen über die Bedingungen nicht brauchen würden und nicht können, gibt sich einer Illusion hin, weil er oder sie der Auffassung wäre, dass das ganze Programm“ seit der ersten Wahl in Griechenland sich weiterhin auf dem richtigen Weg befindet, so der EU-Beamter. Dies sei jedoch nicht der Fall, weil „sich die wirtschaftliche Lage, die Situation der Steuereinnahmen, der Rhythmus bei der Umsetzung der Meilensteine und der Rhythmus der Privatisierung verändert haben“. Wenn „wir die Vereinbarung nicht ändern, wird es nicht funktionieren“, fügte er hinzu.

Man würde ohne eine Neuverhandlung eine „Illusion“ absegnen. „Also müssen wir uns mit unseren griechischen Kollegen hinsetzen und sagen: Das ist, wo wir im Juli sein sollten, und das ist, wo wir im Juli sind“ und es gibt eine Diskrepanz. Aus diesem Grund, so der EU-Beamte wird die Troika nach Griechenland kommen, sobald eine neue Regierung gebildet ist, um die bisherige Umsetzung des Programms zu prüfen und Verhandlungen vorzubereiten. Die Troika werde ihre Erkenntnisse den Finanzministern der Eurozone vorlegen. Letztere entscheiden anschließend, was zu tun sei und die Beamten der Troika werden dann mit Griechenland verhandeln.

Eine der wichtigsten Fragen sei, wie die Tragfähigkeit der Schuldensituation in Griechenland erreicht und aufrechterhalten werden kann. Ein weiteres Ziel seien weiterhin die Strukturreformen im Land, „die eine notwendige Voraussetzung sind, um Griechenland wieder auf einen Wachstumskurs zu führen“, so der EU-Beamte. „Sobald ein zufrieden stellender Abschluss gefunden wurde, wird eine neue Vereinbarung unterzeichnet werden“.

Kommentare

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  1. Martin W. Kriesten sagt:

    Ein Land ohne geregelte Steuereinnahmen wie Griechenland kann nicht mal die laufenden Kosten für die Bevölkerung aufbringen und nie seine Schulden abtragen.
    Der Euro hat dem Land nur Nachteile gebracht.Die Bevölkerung hat die letzten !0 Jahre in einer Illusion gelebt.Es ist naiv zu glauben das Desaster aufzuhalten, es wird nur immer teurer wie man an den immer neuen Rettungsfonds erkennt.Die deutsche Exportindustrie wird es überleben und wir hätten keine Neider mehr.

  2. infokrieger sagt:

    Na ist doch prima, dei Griechen wollen keine Reformen, also wird das Sparpaket wieder aufgeschnürt und neu verhandelt. Am Ende wird es so kommen, dass die Griechen erstmal zwei oder drei Jahre nichts tun müssen, denn das können sie ja bekanntlich am besten und man hat in dieser Zeit keine Probleme mehr, da man den EU-Tropf schön weiter auf volle Pulle laufen lassen kann, ohne dass nichteingehaltene Vereinbarungen als Störfeuer dazwischen funken können. Das ist das Signal für alle anderen Pleitekandidaten schlecht hin. Weigert Euch nur hartnäckig genug die Austeritätsmaßnahmen zu erfüllen und das EU-Füllhorn wird auch ohne diese weiter über Euch ausgegossen werden.

  3. Siegfried Linden sagt:

    Haben wir es wirklich nur mit Idioten zu tun, oder hat das Ganze Methode und soll einem Ziel dienen, welches unsere Politiker (noch) nicht offenlegen wollen?

    Wir stünden heute besser da, wenn man rechtzeitig schon vor 2 Jahren wie folgt vorgegangen wäre:

    01.) Die Euro-Staaten dürfen sich nur noch über die EZB finanzieren, und zwar zu einem für alle gültigen Zinssatz von 1%. Das wären dann die von Merkel so gehassten Euro-Bonds.

    02.) Jenseits dieser Staatsanleihen-Käufe dürfen die Euro-Länder keinerlei Kredite mehr auf dem freien Markt aufnehmen. Dann wäre das immer wieder ins Gespräch gebrachte Geschwafel von den „Märkten“, vor denen man sich immer fürchtet, vom Tisch. Wenn wir wirklich ein einiges Europa wollen, dann brauchen wir das, was man mit den „Märkten“ meint, nicht mehr. Das sind Banken, Hedgefonds und andere Spekulanten, denen das Schicksal der EU wurscht ist, und die in der Finanzkrise nur zum eigenen Vorteil agieren.

    03.) Banken, die sich verspekuliert haben, müssen endlich auch mal in die Insolvenz geschickt werden. So, wie bisher, kann es jedenfalls nicht weitergehen. Es wird dann zwar einen Riesenknall geben, der die Finanzwelt weltweit erschüttert, aber das ist dann endlich das Ende mit Schrecken, statt des Schreckens ohne Ende, wie wir es seit Jahren verzeichnen.

    04.) Bei einer Bankenpleite würden Spareinlagen bis zu einer bestimmten Höhe voll ausgezahlt, das wären, soweit ich informiert bin so um die 100.000-150.000 Euro, weitere Spareinlagen oder Festgelder darüber hinaus wären entweder ganz oder teilweise verloren, Rentenfonds, Versicherungen und andere muss man so schützen, dass ihre Substanz -aber ohne Zinsgewinne- erhalten bleibt. Das darauf folgende reinigende Gewitter würde weitere Banken mit sich in die Tiefe reißen, die sodann auf ähnliche Weise „behandelt“ werden müssten.

    Natürlich gibt es dann einen Riesencrash mit vielen vielen Dominoeffekten. Darüber bin ich mir im Klaren. Aber: Ein Buch wollte ich hier im Forum nicht schreiben…

    mfg

    • Martin W. Kriesten sagt:

      Hallo Siegfried Linden

      Ihren Kommentar sollten die naiven Politiker lesen und danach handeln.Das Problem ist folgendes, kein Politiker wagt diei Wahrheit zu sagen.Solche Politiker kann man nicht mehr wählen, was man ja auch an der Wahlbeteiligung erkennt.

  4. Korsar sagt:

    Die Griechen, wollen nichts ändern, deshalb wollen sie auch neu verhandeln, so das alles so bleibt wie es ist.

    Fakelaki
    Korruption
    Steuerhinterziehung ohne Ende

  5. ass3000 sagt:

    Ich bin gespannt wie lange es noch dauert bis die Leute in Deutschland zu Hunderttausenden auf der Straße stehen .

    • Korsar sagt:

      Ich glaube nicht daran. Das hat bestimmte Gründe, zum Einen, weil unser solidarisches Gesellschaftssystem nicht mehr vorhanden ist, zum Anderen, weil wir eine Rechthabergesellschaft erhalten haben und, weil Raffgier und Neid und Missgunst längst das Leben bestimmen. Deshalb gehen ja die Armen nur noch zum Dosensammeln und zum Betteln auf die Straße. Die Armut hat doch längst die Mehrheit im System, warum also sollten diese Leute und für wen, auf die Straße gehen?

      Und ich sage es immer wieder in Deutschland wurde die Armut künstlich erzeugt. Es wurde beim Start bei der AGENDA 2010, ca. 1/3 der Bevölkerung ganz unverschämt verraten. Die AGENDA 2010 wurde von den zukünftigen „EURO- Partnern“ verlangt und wurde für Europa eingeführt, damit Deutschland, die Lokomotive für Europa wird. Deshalb, wird man wohl auch von den damaligen und heutigen Politikern kein wahres Wort zu den historisch kriminellen Vorgängen hören. Es wird alles umschwiegen. Auch, das uns die SPD mit Griechenland ein trojanisches Pferd vor die Tür gestellt hat. Als sie mit dem „Narrenquartett“ regierte.

  6. Target2 und Crash kommt herbei sagt:

    Gott sei Dank sie bleiben im Euro und wir dürfen weiter bezahlen, Sparanstrengun-
    gen sind nicht mehr erforderlich, die kriegen sie ja sowieso nicht hin, das korrupte
    System kann auf unsere Dummheit zählen.

    • Fred Feuerstein sagt:

      Dummheit und Stolz wachsen auf dem gleichen Holz !

      Ein Spruch für das Stammbuch der €uro-Idioten !

      • Target2 und Crash kommt herbei sagt:

        Gut, dass es jetzt an allen Ecken brennt, war ja vorherzusehen, nur
        nicht von unseren Politdummies. Nun wird es schwierig, wem man
        die täglich wachsenden Milliardenberge hinschieben muß, wer schreit
        zuerst, wer schreit am meisten? Spanien, Italien und dann Frankreich
        sind Riesenbrocken, an denen sich die EU verschlucken wird aber
        nicht verdauen kann. Es kommt zum Würganfall, bei dem der Euro
        als gekotzter Brei ausgespuckt wird.

        • Elli Pirelli sagt:

          Diese „Politdummies“ tun genau das, was von ihren Herren erwartet wird! Und zwar diensteifrig, gefällig und bei vollem Bewußtsein!

  7. Stefan Wehmeier sagt:

    „Jeder, der sagt, man bräuchte und könne nicht neu verhandeln, gibt sich einer Illusion hin“

    Jeder, der glaubt, dass das noch eine Rolle spielt, gibt sich einer Illusion hin, die nicht erst seit fast einem Jahrhundert, sondern schon seit fast zwei ganzen Jahrtausenden der Vergangenheit angehören sollte:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/04/krieg-oder-frieden.html