DSGV: Staatsanleihen sind kein Risiko für Sparkassen-Kunden

Auch wenn deutsche Sparkassen am Tender der EZB teilgenommen haben, sieht der Sparkassenverband keine Gefahr, dass sie damit Staatsanleihen von angeschlagenen Eurostaaten gekauft haben könnten. Es bestehe kein Risiko für deutsche Sparer, teil der DSGV den Deutschen Mittelstands Nachrichten mit.

Bei den Tendern durch die Europäische Zentralbank haben sich europäische Banken mit Liquidität eingedeckt, um damit Staatsanleihen zu kaufen. Auch deutsche Banken waren daran beteiligt: „An der ersten Operation nahmen rund 500 Kreditinstitute teil, an der zweiten circa 800. Darunter waren viele kleine Institute, wie zum Beispiel Volksbanken und Sparkassen“, sagte Jörg Asmussen, deutsches Mitglied im EZB-Rat, diese Woche in einer Rede.

Neben der Belastung des Bankensystems durch Spanien stieg in den vergangenen Wochen mit den Finanzierungskosten einiger europäischer Staaten aber auch das Bewusstsein für die Risiken, die von Staatsanleihen ausgehen. Deutsche Banken halten teilweise erhebliche Beträge an Staatsanleihen angeschlagener Euroländer. Sollten die betreffenden Länder zahlungsunfähig werden, könnte dies einen erheblichen Teil des Eigenkapitals deutscher Banken aufzehren (mehr hier).

Finanziert wurden die Anleihenkäufe häufig mit den billigen Krediten, welche die EZB gewährte. Deutsche Sparkassen haben bei den Tendern durch die EZB im Dezember vergangenen Jahres und im März 3 bzw. 4,2 Milliarden Euro aufgenommen. Je rund 100 deutsche Sparkassen beteiligten sich an den EZB-Tendern. Dies teilte der Sparkassenverband auf Anfrage der Deutschen Mittelstands Nachrichten mit.

„Die Staatsanleihen in den Büchern der Sparkassen stellen kein Risiko dar“, hieß es auf Anfrage der Deutschen Mittelstands Nachrichten vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband DSGV. In griechischen Staatsanleihen sei man nahezu überhaupt nicht engagiert und auch in anderen Ländern sei das Engagement „in überschaubarem Rahmen“.

Die 7 Milliarden Euro, die deutsche Sparkassen von der EZB geliehen haben, stellen dem DSGV zufolge „vernachlässigbar kleine Beträg“ dar. „Die Ausleihungen bei der Bundesbank liegen mit insgesamt gut 9 Milliarden Euro im historischen Vergleich sehr niedrig“, heißt es.

Die Liquiditätssituation der Sparkassen sei in jedem Fall sehr komfortabel. Es gebe keinerlei liquiditätsbedingte Beschränkungen für die Kreditvergabe. Hauptquelle der Refinanzierung sei für Sparkassen ohnehin das Einlagengeschäft mit Kunden. Die meisten Sparkassen hätten einen deutlichen Einlagenüberschuss.

Wie viel der Liquidität aus den Tendern noch übrig ist beziehungsweise wie viel bereits verbraucht und wofür sie verwendet wurde, sei nicht feststellbar: „Die Sparkassen nutzen das günstige Angebot moderat im Rahmen ihrer normalen Liquiditätssteuerung. Angewiesen sind sie auf diese Quelle in keiner Weise“, so der DSGV.

Im Zuge der Bankenrettung in Spanien spricht sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gegen eine europäische Einlagensicherung aus. Das Geld deutscher Sparer dürfe nicht zur Stützung ausländischer Großbanken eingesetzt werden, sagte der Präsident des DSGV, Georg Fahrenschon.

Kommentare

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  1. Autofokus sagt:

    Solch „positive Nachrichten“ sind äusserst verdächtig, vor Allem auch in der jetzigen Epoche. Ich interpretiere diese unüberprüfbaren und vagen Statements als Beruhigungs-Pille für gutläubige Sparer, um damit einen möglichen Bankrun zu minimieren.

    Die Politiker und die Banker haben das Vertrauen der Bürger schon längst versemmelt und zwar nachhaltig !