Intelligente Stromzähler sollen Konsum steuern

Bei der Energiewende geht es nicht nur um neue Energiequellen und -techniken. Auch der Umgang des Einzelnen mit Energie muss sich wandeln, um alle Einsparpotenziale zu nutzen und regenerative, fluktuierende Energien marktgängig zu machen.

Intelligente Stromzähler sollen es ermöglichen, den eigenen Verbrauch an das Stromangebot anzupassen. Promotionsstudenten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) testen nun in einem Feldversuch verschiedene Feedbacksysteme und wollen herausfinden, wie man Verbraucher zu einem bewussten Stromkonsum animiert
„Wieviel Strom verbrauche ich gerade? Welchen Effekt haben Kühlschrank und Standby-Geräte? Wo ist Einsparpotential? Das waren die Fragen, die wir uns selbst am Anfang des Projektes gestellt haben“, erklären Timm Teubner und Anders Dalén vom KIT. „Daran schloß sich direkt die zentrale Herausforderung an: Welches sind die relevanten Informationen für den Verbraucher und wie vermittelt man diese, um zu einer nachhaltigen Konsumänderung beizutragen?“

Um diese Fragen zu klären, konzipierten die Wissenschaftler das Projekt wEnergy, an dem 40 Haushalte in Karlsruhe im Sommer teilnehmen werden. „Mit unserem Sensor an der Hauptstromleitung messen wir den aktuellen Stromverbrauch im Minutentakt und machen ihn über ein Web-Portal für die Bewohner sichtbar“, erläutert der Energiesystem-Ingenieur Dalén, der die Messelektronik mitentwickelt hat. „Der Sensor ist robust, günstig und wartungsfrei. Vor allem lässt er sich ohne technische Kenntisse einfach installieren.“

„Wir werden nun beispielsweise testen, ob Konzepte wie Wettbewerb, Echtzeit-Feedback sowie finanzielle und nicht-finanzielle Anreizsysteme den Verbrauch messbar beeinflussen“, ergänzt Wirtschaftsingenieur Teubner, der sich besonders für die persönlichen und die sozialen Motive der Verbraucher beim Stromsparen interessiert. So könnte schon die Auslobung von Wochen- oder Monatsbesten das Konsumbewustsein beeinflussen. „Wir haben gezielt studentische Wohngemeinschaften in den Versuch aufgenommen, weil wir uns davon die größte Dynamik im Stromverbrauch, aber auch in der Interaktion der Teilnehmer versprechen.“ Derzeit sind noch einige der Teilnehmerplätze zu vergeben. Mehr Informationen dazu auf der Homepage des Projekts.

Für Ihre Projektidee haben Teubner und Dalén bereits ein Karl-Steinbuch-Stipendium der Stiftung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg erhalten und damit die Fördermittel, um ihr Projekt umzusetzen. Ab August geht es in die Datensammelphase und bis Ende des Jahres soll eine Auswertung vorliegen. „Für uns ist es einer der spannendsten Aspekte der Energiewende, dass hierzu jeder beitragen kann“, erklären die beiden Promotionsstudenten die Faszination des Projektes. „Mit wEnergy können wir den Mechanismus erforschen, wie der alltägliche Stromkunde eingebunden werden kann.“

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  1. Helmut sagt:

    Dieser Artikel ist eine euphemische UMschreibung des Sachverhaltes der Zwangsbewirtschaftung.
    Es wird nicht mehr an jedem Ort die Menge Strom zur Verfügung gestellt, welche benötigt wird. Es werden Kontinbgente zu ausgewählten zeiten zur Verfügung gestellt. Z.B. am billigsten wird es dann sein, die Beleuchtung mittags einzuschalten, weil es dann Strom gibt, nachts eher weniger.