Griechenland will Sparpaket in allen wesentlichen Punkten ändern

Die Griechen bereiten sich auf die am Montag beginnenden Verhandlungen mit der Troika vor. Ihr Verhandlungspapier sieht vor, dass sie das Memorandum in allen wesentlichen Punkten ändern wollen. Vom ursprünglichen Sparkurs bleibt nicht mehr viel übrig.

Die neue griechische Regierung plant, bei den Verhandlungen mit der Troika aus EU, EZB und IWF weitreichende Änderungen am bestehenden Memorandum vorzunehmen. Die wichtigsten Punkte: Schon während der vergangenen Monate hat der Abbau im öffentlichen Sektor praktisch nicht stattgefunden. Gerade mal einige tausend Stellen wurden gestrichen. Nun wollen die Griechen konsequenterweise den Punkt überhaupt streichen: Die ursprünglich mit der Troika vereinbarten 150.000 Stellen sollen nicht mehr abgebaut werden. Außerdem sollen die Steuern gesenkt statt erhöht werden. Das betrifft vor allem die Mehrwertsteuer auf zahlreiche Produkte. Die Bemessungsgrundlage für die Einkommenssteuer soll angehoben werden. Die bereits vollzogene Senkung des Mindestlohns um 22 Prozent soll rückgängig gemacht werden. Insgesamt wollen die Griechen das gesamte Sparprogramm um zwei Jahre strecken.

Die dann zu erreichenden Defizitziele sollen vor allem über eine effizientere Steuereintreibung geschehen. Auch eine gewisse Senkung der öffentlichen Ausgaben wollen die Griechen nicht ausschließen. Außerdem wollen die Griechen die Privatisierung vorantreiben, etwa durch den Verkauf der staatlichen Eisenbahn. Im Bereich der Privatisierung hat es bisher, ähnlich wie im öffentlichen Dienst, kaum zählbare Ergebnisse gegeben.

Das umfangreiche Programm zeigt, dass die Griechen vor allem wenig Sinn darin sehen, auf europäische Hilfszahlungen zu warten. Von der nächsten Tranche in Höhe von 5,4 Milliarden Euro, werden den Griechen gerade mal 100 Millionen Euro für den Staatshaushalt zur Verfügung stehen. Das restliche Geld geht über das Sperrkonto, direkt an die offiziellen Gläubiger und europäischen Banken.

Kommentare

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  1. gast sagt:

    Lasst die verdamten Banken endlich pleite gehen! Wer anderen Kredit gibt, muß mit einem Ausfall rechnen. Wer das nicht tut, hat Pech gehabt.

  2. dogbert sagt:

    Wer in dem Maße nachverhandeln will, war niemals bereit, die eigenen Verpflichtungen einzuhalten.

  3. fan sagt:

    „Griechen bekommen nur Bruchteil der EU-Gelder“ – DMN 24.06.2012

    Die Meldung passt gut zu dem, was ich an anderer Stelle gelesen habe:

    Da hieß es, dass unter Merkel in den letzten 5 Jahren mehr Schulden gemacht wurden
    als für alle anderen EU-Länder zusammen – und die wurden auch mehrheitlich für die System-Relevanz und deren Banken-„Rettung“ eingesetzt.

    Die ganze aktuelle EU und ihre EU-„Führer“ empfinde ich mittlerweile und zusammen als ein gigantisches Lügen- und Betrugs-System – und sowas, trotz möglicher Qualen, darf sich auf Dauer nicht durch- und fortsetzen.

    Wie es mir doch tatsächlich zu sein scheint: Nicht die Griechen und der €uro sollen gerettet werden, sondern die Blackout-Politiker wollen Zeit gewinnen, um sich selbst zu retten.

    Aber sie werden eingefangen und zur Rechenschaft gezogen – jeder sollte da mitmachen.

  4. peter sagt:

    Und, sind 100 Mio etwa nichts? Zählen Geldgeschenke (und es sind Geschenke, wer von Kredit spricht hat nicht mehr alle Latten am Zaun) unter 1 Milliarde nicht mehr? Braucht man noch nicht mal mehr Danke sagen, oder?

  5. Target2 und Crash kommt herbei sagt:

    Der Logarithmus des Zinseszinssystems schlägt voll zu. Hätte man bei Christi
    Geburt 1 Euro zu 5% angelegt, wäre daraus heute eine unvorstellbare Summe
    geworden, für die keine Zahl mehr reicht: es wären nämlich 5 Erdkugeln aus
    purem Gold. Deshalb frisst sich dieses System jetzt selbst auf. Kondratieff läßt
    grüßen.

    • Moon sagt:

      Dein Beispiel ist aber unheimlich stark untertrieben! Aus 1€-Cent!! werden bei 5% jährlicher Verzinsung über ca. 2000 Jahre über 100 Milliarden!!!! Erdkugeln aus purem Gold. Nicht 5, sondern über 100 Milliarden!! DAS ist exponentielles Wachstum ;-).

    • Rainer Golla sagt:

      5 Erdkugeln erscheinen mir etwas zu wenig.

      Kn = K0 * (( p/100 + 1 ) exp. n

      Kn = Endkapital
      K0 = Anfangskapital = 1€
      p = Zinssatz in % = 5 %
      n = Laufzeit in Jahren = 2012 Jahre

      => Kapital nach 2012 Jahren = 4,29 x 10 exp. 42 €

      mittlerer Durchmesser der Erde = 12735 km
      Dichte von Gold = 19,3 g/cm3
      aktueller Preis von Gold = 1250 € / Unze, 1 Unze = 31,1 g

      Das mal alles zusammen gewurschtelt komm ich auf 5,1 x 10 exp. 12 Erdkugeln aus purem Gold.
      Exponentialfunktionen können ganz schön grausam sein.

      Mit freundlichen Grüßen

      Rainer

      • Target2 und Crash kommt herbei sagt:

        Gut gerechnet, nur, es kommt auf den Goldpreis an. Die alte Rechnung
        hatte eben noch einen niedrigeren Goldpreis beinhaltet. 100 Milliarden
        Erdkugeln aus purem Gold stimmt bestimmt kaum.

        • Moon sagt:

          Falsch! Siehe Rechnung oben. Es sind sogar weit mehr als 100 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold. Einfach nachrechnen.

    • Leser sagt:

      Und was hat das nun bitte mit Zinsen zu tun? Zinsen sind ein Entgelt, ein Preis dafür, daß ich ihnen Wertgegenstände für eine begrenzte Zeit überlasse, die sie sonst nicht hätten. Sie versprechen im Gegenzug dazu, mir 5/100 pro Jahr zusätzlich mit dem geliehenen Wert zurückzugeben.

      Das funktioniert bestens. Dabei ist es vollkommen egal, ob sie sich von mir Goldstücke, Autos, Anteile von meinen Grundstücken oder eben etwas Papiergeld leihen

      Das Problem entsteht erst dann, wenn das Papiergeld nicht mehr einen Schuldschein auf einen realen Wert, der nicht beliebig vermehrbar ist, darstellt, sondern selbst einfach beliebig kopiert wird. Sie zahlen dann nämlich nicht mehr wirklich Zinsen auf meinen entliehenen Wert, sondern tun nur noch so, denn das gedruckte Geld stellt ja keinen Wert dar. Sie drücken sich also nicht nur um die Zinszahlungen, sondern merken zunächst auch nicht, wie teuer Zinsen über eine längere Laufzeit wirklich sind. Sie haben also einen weitaus geringeren Anreiz, auf Fremdkapitalaufnahme möglichst zu verzichten.

      • Moon sagt:

        Hier wurden nicht die Unmöglichkeit der Zinsnahme kritisiert, sondern die Unmöglichkeit der Zinseszinsen. Das ist ein kleiner, aber unheimlich gravierender Unterschied! Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem sogenannten Josephscent:

        Zinseszinsen führen in dieser Rechnung wie dargestellt dazu, dass aus einem Cent mehrere hundert Milliarden Erdkugeln aus purem Gold werden. Sie müssen zugeben, dass ein solch konstruiertes Geld nicht funktionieren KANN. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern einfach aus mathematischen.

        Zum Vergleich, nun rechnen wir mal nicht mit Zinseszinsen, sondern mit Zins. Also in dem Beispiel werden die jährlichen Zinsen nicht wieder mitverzinst, sondern kommen auf ein Extrakonto. Wo dass sich also immer nur der eine Cent verzinst.

        Und was kommt dann nach 2000 Jahren zu 5% Zinsen raus?

        Genau 1!!! Euro.

        Das nämlich ist lineares Wachstum, Zinseszinsen dagegen exponentielles. Das klingt für mich irgendwie nach machbar. Exponentielles Wachstum hingegen ist unmöglich! Deswegen gibts ja auch nichts, was dauerhaft exponentiell wächst. Nur Krebs. Und der macht bekanntlich tot!

        • Leser sagt:

          Zinseszins entsteht nur, wenn ich Werte (egal ob Papiergeld, Gold oder was auch immer) wieder weiterverleihe. Natürlich kann ich meine 5 % Zinsen auf ein extra Konto packen. Aber damit verleihe ich diese 5 % ja erneut an eine Bank oder wen auch immer und bekomme erneut 5 % Zins auf diesen neuerlich verliehenen Wert.

          Zinseszins ist keine Magie und kein Übel. Zinseszins ist auch nicht die Ursache irgendwelcher Schuldenprobleme oder für die Entwertung von Papiergeld.

          Verleihe ich das Entgelt für meinen verliehenen Wert nicht erneut, fallen auch keine weiteren Zinsen an (und somit auch kein Zinseszins). Dann gebe ich das erhaltene Entgelt einfach aus oder investiere es erneut oder packe es unter das Kopfkissen oder was auch immer. Das kann ich jetzt auch tun. Niemand zwingt mich, erhaltene Zinsen auf der Bank zu lassen. Tue ich das aber, gebe ich der Bank erneut einen Kredit und bekomme erneut ein Entgelt (Zins) darauf.

          Wie gesagt, keine Magie und kein Problem. Solange niemand Geld einfach druckt (real oder im Computer) erhöht sich die Geldmenge nicht, egal wie oft ich Zins auf Zins erhalte.

          • Moon sagt:

            Selbstverständlich sind Zinseszinsen ein Problem. Siehe Rechnung oben. Es geht einfach nicht. Wie sollen denn reale Werte in dieser Größenordnung geschaffen werden? Es ist einfach unmöglich!

            Zumal wir noch nicht darüber gesprochen haben, wo denn eigentlich die Guthabenzinsen herkommen.

            Wenn sie auf hundert Euro nach nem Jahr 5€ mehr zurückhaben wollen, geht das nur und auschließlich, wenn diese 5€+Gewinn der Bank jemand anderes als Kreditzinsen bezahlt. Also: es gibt keinen Guthabenzins ohne Kreditzins. Insofern ist hier schon ein Zwang zur Verschuldung eingebaut. Keine Guthabenzinsen, wenn sich nicht irgendjemand in selber Höhe verschuldet.

            Gut, das könnte ja vielleicht noch irgendwie gehen. Aber:

            Guthaben wachsen durch Zinseszinsen exponentiell. Wie aber gerade gesehen, geht das nur wenn dann auch Schulden exponentiell wachsen. Denn die Guthabenzinsen müssen ja Kreditnehmer bezahlen. Es wird deutlich: die Ausweitung von Schulden ist zum funktionieren dieses Systems zwingend notwendig! Es geht einfach nicht ohne.

            Keine Guthabenzinsen ohne Kreditzinsen. Guthaben wachsen durch Zinseszins exponentiell, also müssen auch Schulden exponentiell wachsen.

            Geht nicht, deswegen haben wir diese ständigen Krisen!

          • Leser sagt:

            Natürlich müssen Zinsen immer andere Gewinne gegenüberstehen. Bei banken sind das normalerweise Kreditzinsen. So gab es neulich eine Bank, de sehr gute Tagesgeldzinsen anbot. Der Ansturm war riesig. Viele Leute wollten ihr Geld dort parken. Die Bank stellte jedoch nach nicht mal einem Jahr ihre Geschäfte wieder ein Warum? Sie schaffte es nicht, genügend Kredite zu verkaufen, aus denen die Anlagezinsen hätten bezahlt werden sollen.

            Oder Unternehmensanleihen. Air Berlin zahlt mir bis Ende 2013 11,5 % Zinsen, wenn ich dem Unternehmen Geld leihe. Diese Zinsen muß das Unternehmen erwirtschaften. Dies ist bei Air Berlin allerdings sehr fraglich. Schafft es das Unternehmen nicht, bekomme ich auch keine Zinsen (und bin auch noch mein Geld los).

            Es ist also vollkommen richtig: Ich kann mir nur das leisten, was ich auch bezahlen kann. Das gilt auch für Banken. Die können sich nur soviel Geld leihen (und darauf Zinsen und Zinseszins zahlen) wie sie sich leisten können.

            Das funktioniert bestens. Es funktioniert nur dann nicht mehr – und dann kommt es zu solchen exponentiellen Berechnungen – wenn jemand Geld druckt. Das tun die Zentralbanken. Bei einer realwertbasierten Währung (beispielsweise Gold) wäre ein solches exponentielles Wachstum unmöglich.

            Ergo: Das Problem sind die Zentralbanken, die wertloses pair bedrucken und sonst nichts und niemand.

          • Moon sagt:

            Sie machen einen Bogen um folgende Tatsache:

            Kein Guthabenzins ohne Kreditzins. Guthaben wachsen durch Zinseszinsen exponentiell. Also müssen auch Schulden exponentiell wachsen. Schauen sie sich mal die deutsche Staatsverschuldung an. Astreines, exponentielles Wachstum.

            Und genau das geht nicht! Soviele Schuldner, wie zur Bedienung der unaufhaltsam wachsenden Guthaben notwendig sind, gibt es einfach nicht! Sicher können innerhalb dieses System einzelne dieses geforderte Wachstum erreichen, aber nie das Gesamtsystem. Unmöglich! Wenn es sowas wie Zinseszinsen gibt, MUSS es eine ansteigende Gesamtverschuldung geben. Genau das, was wir derzeit überall sehen. Überall wachsende Schulden. Naja klar, weil die Guthaben ja ständig Zinseszinsen fordern. Eigentlich sehr einfach 😉

          • Leser sagt:

            Ich mache keinen Bogen um die Zinseszinsen. ich habe sie in meinen Antworten doch ständig angesprochen. Ich habe auch ihre Aussage bestätigt, daß Ausgaben immer Einnahmen gegenüberstehen müssen. Hat eine Bank nicht genügend Gewinne durch Gebühren (Zinsen) aus der Kreditvergabe, kann und wird sie sich auch nicht so viel Geld leihen, also Sparguthaben annehmen, weil sie ansonsten die Zinsen darauf nicht dauerhaft zahlen könnte. Ich habe sogar ein Beispiel aus der Praxis genannt.

            Auch ein Mittelständler kann nicht in ihm lukrativ erscheinende Märkte expandieren, wenn der Cashflow nicht ausreicht, die dafür notwendigen Kapitalkosten zu bezahlen. Er könnte die Anleihezinsen nicht bezahlen (vergleichbar Zinsen auf Sparguthaben bei Banken), weil er einfach nicht so viele Kunden hat, daß seine Gewinne dafür ausreichen würden.

            Das System ist absolut selbstregulierend, solange keine Zentralbank Papiergeld einfach druckt. Tut sie das nämlich nicht, sind auch ihre Möglichkeiten begrenzt, anderer Leute Sparguthaben anzunehmen (was für sie selbst ja Geldleihen bedeutet). Es gäbe dann niemals ein exponentielles Wachstum, was sie beschreiben. Die Mittel dafür wären nicht vorhanden. Aber das hat nichts mit Zinseszins zu tun.

            Noch mal: Ihre Berechnungen sind sicher richtig (ich habe nicht nachgerechnet. Nur ihre Schlußfolgerungen sind falsch. Schuld an dem von ihnen beschriebenen unmöglichen Wachstum wäre kein Zins oder Zinseszins. Schuld wäre eine unkontrollierte Vermehrung des Papiergeldes. Ohne diese Vermehrung, wäre das exponentielle Wachstum unmöglich.

          • Moon sagt:

            Ihre Argumentation funktioniert nur, wenn gesamtgesallschaftlich betrachtet der Guthabenzins gegen Null geht. Weil nur dann müssen die Unternehmen aus der umlaufenden Geldmenge nicht zusätzlich zu ihren aufgenommenen Krediten auch noch die darauf lastenden Zinskosten herausholen, also in ihre Preise einkalkulieren.

            Deswegen nochmal: Ein automatisches anwachsen der Guthaben über den Zinseszins, verhindern sie nur, wenn der Guthabenzins langfristig gegen Null tendiert. Das tut er aber innerhalb unseres aktuellen Geldsystems nicht. Die Begründung für das Zins nehmen ist ja die Risikoprämie, also das Risiko des Geldgebers, dass Geld nicht zurückzubekommen. Dieses Risiko lässt er sich natürlich in Form von Zinsen bezahlen.

            Ihr Verständnis vom Geldsystem funktioniert nur, wenn sie die Risikoprämie langfristig gegen Null laufen lassen! Die Realität sieht aber anders aus. Solange es die Risikoprämie gibt, und Guthaben nicht vollständig verkonsumiert oder investiert wird, wachsen Guthaben über den Zinseszins exponentiell.

            Erklären sie das mal den Geldverleihern. Zinseszinsen entstehen eben nicht dadurch, dass die Notenbank zuviel Geld druckt (im übrigen tut sie das gar nicht, wenn überhaupt, dann erweitert sie die Giralgeldmenge), sondern weil Sparguthaben einen Guthabenzins fordern. Wird dieser Guthabenzins nicht verkonsumiert oder investiert, fordert er wieder Zinsen. Eben Zinseszinsen. Und schwups sind wir wieder beim (dauerhaft) unmöglichen exponentiellen Wachstum.

          • Leser sagt:

            Ich stimme ihnen in ihrer Beschreibung der Zinseszinsen ja sogar zu. Nur sie verkennen eben Ursache und Wirkung. Mit einer an reale Werte gebundenen Währung (das muß nicht, wird aber oft Gold sein) kann keine Geldmenge wachsen. Die Geldbasis läßt sich nicht oder nur in einem vernachlässigbaren Umfang vermehren. Die umlaufende Geldmenge wird also immer konstant sein. Sie ist praktisch ein geschlossenes System.

            Und wie wir vom Energieerhaltungssatz (der nur in einem geschlossenen System Gültigkeit besitzt) wissen, kann weder etwas verloren gehen noch etwas hinzukommen.

            Zinsen, Zinsen auf Zinsen und Zinsen auf Zinsen von Zinsen müssen natürlich erwirtschaftet werden. Jede Bank, die mein Spargeld annimmt und jedes Unternehmen, was eine Anleihe begibt, muß die Gebühren dafür, die Zinsen, erwirtschaften. Kann eine Bank dies nicht oder nicht ausreichend, wird sie sich bei mir kein Geld leihen oder mir eben kaum Zinsen zahlen. Dasselbe bei einem jeden Unternehmen.

            Ohne die Erschaffung (ich nenne es Druck) von Geld aus dem nichts (wertlosem Papier oder wertlose Zahlen im Computer) kann und wird es kein exponentielles Wachstum der Geldmenge geben.

            Das, und nichts anderes, ist das Problem des heutigen Währungssystems.

          • Moon sagt:

            Ah, ich glaube, ich verstehe wo die grundsätzlich unterschiedlichen Positionen liegen.

            Sie glauben, dass Zinseszinsen eine Folge (Wirkung) falscher Geldpolitik (Ursache) durch die Zentralbanken sind. Zinseszinsen würden nur entstehen, weil die Zentralbank Geld aus dem nichts schöpft, bzw. ohne eine entsprechende Warendeckung (z.B. Gold).

            Und ich glaube, dass es genau umgedreht ist. Zuerst die Zinseszinsen (Ursache), danach die Entscheidungen in der Geldpolitik (Wirkung).

            Tatsächlich ist es doch so, dass es Zinseszinsen schon weit vor dem Zentralbankensystem gab. Am Beginn einer Währung fallen die Zinseszinsen auch nicht weiter auf. Oft, weil die Realwirtschaft, also die Deckung für das in Umlauf gebrachte Geld, schneller wächst, als die Geldmenge. Aber durch das exponentielle Wachstum kehrt sich dieses VErhältnis in einer älter werdenden Volkswirtschaft irgendwann um, d.h. die Geldmenge steigt schneller, als die Waren- und Dienstleistungsmenge. In dieser Phase sind wir seit einigen Jahren. Solange sich diese GEldmengen in den Sphären der Finanzmärkte befinden, haben wir auch keine inflatorischen Auswirkungen zu befürchten. Aber wehe, wenn diese Unmengen an Geld in die Warenmärkte strömen!

            Also: Ich glaube, dass die Zentralbanken dieser Welt genau das tun, was sie zur Aufrechterhaltung dieses Systems machen müssen: Die Gläubigerinteressen (also die Einkünfte aus Zinseszinsen) können nur langfristig erhalten bleiben, sofern die Geldmenge ständig ausgeweitet wird. Aber NICHT wegen den Zentralbanken, sondern wegen dem Geld und seiner Verknüpfung mit Zinseszins! Zinseszins ist eine Ursache der derzeitigen Verhältnisse, keineswegs die Folge falscher Zentralbankpolitik!

          • Leser sagt:

            Ihre Ausführungen sind alle vollkommen richtig und in Ordnung. Nur eines vergessen sie meiner Meinung nach: Bei einer goldgedeckten Währung kann sich die Geldmenge niemals ausweiten. Sie bleibt immer konstant.

            Folglich ist das Schuldenmachen sehr teuer – eben wegen der Zinseszinsen. Schließlich steigt die Geldmenge ja nicht an. Sie bleibt gleich. Und sie ist dadurch endlich und knapp und dadurch immer teurer, desto mehr ich brauche. Desto länger ich Schulden habe, desto mehr Zins und Zinseszinsen ich also zahle, desto teurer wird die Sache für mich. Der Kreislauf kommt also sehr schnell zu einem Halt.

            Bei einer Papierwährung ohne reale Basis ist es dagegen wie bei der Speisung der 5.000. Noch ein Bröckchen und noch ein Bröckchen und noch ein Bröckchen (Zinsen) und plötzlich hat sich die Brotmenge (Geldmenge) vervielfacht.

          • Moon sagt:

            Hmm, wie gesagt, hierüber herrscht Uneinigkeit zwischen Ihnen und mir. Ich denke, dass das abkoppeln des Geldes von einer, wie auch immer gestalteten, Deckung in einem zinseszinsbasierten Geldsystem zwangsläufig erfolgen MUSS. Weil eben, genau wie sie sagen, die Deckung eine sich exponentiell ausweitende Geldmenge verhindern würde.

            Wenn aber die Geldmenge sich nicht ausweiten kann, müsste sich die Risikoprämie in Richtung Null entwickeln, sprich die Geldverleiher müssten darauf verzichten, sich ihr Risiko, nämlich das Kreditausfallrisiko, bezahlen zu lassen. Genau das passiert nicht, Gläubiger fordern eben nicht nur ihr verliehenes Geld zurück, sondern verlangen für ihre Leihe auch noch eine Bezahlung. Angesichts der Tatsache, dass heute über 90% des Geldes aus Luft geschöpft wird, eine absolute Frechheit.

            Geld, welches erst durch den Bedarf nach Kredit erzeugt wird, wofür also niemand vorher sparen musste!!!, mit einer Zinsforderung zu belasten, ist eines der best gehütetsten Bankgeheimnisse der heutigen Zeit!
            Die allermeisten Menschen denken nämlich, damit eine Bank Geld verleihen kann, muss sie vorher Spargelder einsammeln. Das ist ein großer Irrtum! Geld, was die Bank verleiht, ist nur in Höhe der Mindestreserve (im Euroraum 2%) mit Bargeld hinterlegt. Die anderen 98% entstehen durch Bilanzverlängerung (Kreditkonto des Schuldners ins Minus, Gehaltskonto ins Plus; fertig, aus!).

          • Leser sagt:

            Sie schreiben: „Sprich die Geldverleiher müssten darauf verzichten, sich ihr Risiko, nämlich das Kreditausfallrisiko, bezahlen zu lassen.“

            Jein. Das wäre sicher eine Möglichkeit. Die andere Möglichkeit wäre die natürliche Beschränkung der Kreditvergabe und Aufnahme. Wen Geld nicht (elektronisch) gedruckt werden kann, ist es eine begrenzte Ressource und damit teuer. In einer realwertbasierten Währung kommt es ja nur zum Austausch von Geld, nicht zu dessen Vermehrung oder Vernichtung. Ein Kreditnehmer muß die Zinsen erwirtschaften, die er für Fremdkapital zahlt. Das kann er nur, indem jemand anderes wiederum Geld verliert (Verluste macht). Insgesamt ist das System konstant.

            Folge eines solchen Systems (was wir seit Anbeginn der Menschheit ja hatten), sind eine starke Begrenzung der Kreditnachfrage – auf ganz und gar natürliche Art und Weise.

            Stellen sie sich doch einfach vor, sie besitzen Goldmünzen. Vielleicht haben sie ja sogar welche. Ich hoffe es mal. Sie möchten nun diese Goldmünzen anlegen. Sie verleihen sie also an eine Bank. Sie können ihre Goldmünzen jeden Tag wieder abholen. Solange sie sie aber bei der Bank lassen, zahlt ihnen die Bank 5 % Zinsen – in Gold. Nach einem Jahr holen sie ihre Münzen wieder ab und bekommen noch ein paar klitzekleine dazu – ihre Zinsen. Lassen sie ihre Goldmünzen noch ein weiteres Jah bei der Bank, zahlt ihnen die Bank Zinseszins. Am Ende des zweiten Jahren erhalten sie dann ihre Münzen plus ein wenig mehr klitzekleine Münzen zurück – ihre Zinseszinsen.

            Die Bank muß das Gold, was sie ihnen als Zinsen zahlt, vorher verdienen. Sie kann es nicht drucken, herstellen oder auf andere Art und Weise beschaffen. Wenn die Bank nun nicht sehr viel verdient, wird sie ihre Goldmünzen irgendwann nicht mehr annehmen. Sie kann sich keinen Kredit (den sie ihr dadurch ja geben) mehr leisten.

            Das alles geht wunderbar und ging seit Anbeginn der Menschheit wunderbar. Denn bis vor kurzem waren praktisch alle Währungen immer goldgedeckt.

            Bei einer goldgedeckten Währung hätte es auch niemals eine Euro- bzw. Schuldenkrise gegeben. Deutschland hätte niemals für unfaßbare Summen haften müssen. Griechenland und Co. hätten niemals jahrzehntelang über ihre Verhältnis gelebt. Nichts dergleichen wäre jemals passiert. Deshalb hassen die Politiker ja zu großer Mehrheit auch eine echte Währung so sehr.

  6. FDominicus sagt:

    Frei nach einem Lied
    Give me paper sweet little papers. (Zu singen nach Tell me lies sweet little lies.)

    Und frei nach irgendetwas anderem „Verträge sind zum Brechen da „

  7. claude sagt:

    wann fällt im europa der groschen?
    wann kapieren sie,das an den hebeln der macht….
    gewählte eliten/politik/finanz/kriegs/medienverbrecher am werk sind,die in einer allianz des abschaums europas bevölkerung in den abgrund treiben um ihre eigene jämmerliche existenz abzusichern…?

    allein die letzte wahl in nrw,ein megaerfolg perfidester medienpropaganda..

    die linke…einzige opposition…
    gegen verbrecherische kriege im ausland,gegen den esm,gegen sozialabbau,gegen die herrschenden eliten…

    warum tritt oskar diesen scheisswählern,die sich ihrem metzger freiwillig unters beil legen nicht in ihren hintern?

    warum geht die linke nicht auf konfrontationskurs gegen die medienhuren vor?
    warum glauben sie,das wenn man auf kuschelkurs mit springer und co geht,wahlen gewinnen kann?

  8. Timmy sagt:

    Griechenland geht Verträge ein, nicht erst seit diesem Jahr und diese werden
    vorsätzlich gebrochen.

    Beim letzten Vertrag anläßlich des Rettungspaketes habe fast alle Parteien zugestimmt.

    Nur wielange sind Zusagen gültig?
    Erst einmal werden diese nicht (vollständig) umgesetzt!!
    Danach wird alles in Frage gestellt.
    Es werden neue Forderungen formuliert (weiteres Geld ist notwendig)
    und wiederum die Gegenleistung nicht oder nur zum Teil erbracht.

    Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.
    Mit dieser Aussage haben die Griechen der Zeit erkannt.

    Greichenland willkommen als „Made im Speck“ oder anders ausgedrückt..

    ab jetzt werden andere Länder für ihre Ausgaben auf Dauer!! aufkommen.

    Klar doch Deutschland profitiert doch so von dem Euro.
    Unterstelle mal, dass dies stimmt. Aber was hat das mit Griechenland zu tun?
    Warum sollen wir dafür zahlen und Steuererhöhungen akzeptieren?

    • fan sagt:

      @ Timmy,

      man LÄSST Verträge brechen, dann ist man fein raus – so und nicht anders laufen die Spielchen.

      Um einen Irrtum (von vielen) zu korrigieren, der vielen nicht passt.

      Der €uro mit der griechischen €uro-Bezeichnung war schon vorbereitet, geplant und gedruckt, lange bevor Griechenland dem €uro-System überhaupt beigetreten war bzw. von der damaligen EU-Kommission dazu gedrängt wurde.

      Auch die Ahnungslosigkeit bei der großen Mehrheit unserer Bürger in sehr vielen anderen Griechenland-, EU- und €uro-Punklten ist einfach nur erschreckend – das Aufwachen eines nicht mehr fernen Tages wird fürchterlich sein..!

      Aber dafür kann man ja gegen DIE Griechen hetzen, die von der Barroso-, Merkel- und Schäuble-Truppe kaputt gemacht werden sollen, damit sich die Finanz-Mächtigen das Land unter sich aufteilen können.

  9. Timmy sagt:

    Griechenland geht Verträge ein, nicht erst seit diesem Jahr und diese werden
    vorsätzlich gebrochen.
    Siehe z.B. Beitritt zum Euro.

    Beim letzten Vertrag anläßlich des Rettungspaketes habe fast alle Parteien zugestimmt.

    Nur wielange sind Zusagen gültig?
    Erst einmal werden diese nicht (vollständig) umgesetzt!!
    Danach wird alles in Frage gestellt.
    Es werden neue Forderungen formuliert (weiteres Geld ist notwendig)
    und wiederum die Gegenleistung nicht oder nur zum Teil erbracht.

    Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.
    Mit dieser Aussage haben die Griechen der Zeit erkannt.

    Greichenland willkommen als „Made im Speck“ oder anders ausgedrückt..

    ab jetzt werden andere Länder für ihre Ausgaben auf Dauer!! aufkommen.

    Klar doch Deutschland profitiert doch so von dem Euro.
    Unterstelle mal, dass dies stimmt. Aber was hat das mit Griechenland zu tun?
    Warum sollen wir dafür zahlen und Steuererhöhungen akzeptieren?