Frankreich: Höherer Mindestlohn trotz massivem Defizit

Der Mindestlohn in Frankreich wird angehoben, obwohl 10 Milliarden Euro im Staatshaushalt fehlen. Während in anderen Bereichen längst ein Ausgabenstopp verhängt wurde, wird dieses Wahlversprechen noch umgesetzt. Finanziert werden soll es vor allem durch höhere Steuern.

Erst am Montag berichtete der französische Finanzminister Pierre Moscovici, dass die Regierung ein Haushaltsloch von zehn Milliarden Euro in diesem Jahr stopfen müsse, um das Defizitziel für 2012 zu erreichen. Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault hatte zudem am Montagabend dem französischen Kabinett erklärt, dass die Ausgaben ab 2013 für drei Jahre eingefroren werden sollen, mit Ausnahme der Renten und des Schuldendienstes.

Für Francois Hollande ist dies jedoch kein Grund, nach der Senkung des Rentenalters für bestimmte Berufsgruppen, nun auch den Mindestlohn zum 1. Juli anzuheben, teilten französische Gewerkschaften am Dienstag mit. Eine offizielle Ankündigung soll im Laufe des Tages vorgenommen werden. So soll der Mindestlohn um zwei Prozent angehoben werden, was in etwa einer Erhöhung um 18 Cent auf 9,40 Euro pro Stunde entspricht.
Um das Defizit auf 4,5 Prozent zum Ende des Jahres zu bringen, setzt die Regierung indes vor allem auf Steuererhöhungen. In den nächsten Monaten soll beispielsweise eine Steuer in Höhe von drei Prozent auf Dividendenzahlung von Firmen umgesetzt werden. Die neue Steuer soll Unternehmen dazu bringen, mehr Geld zu investieren. Ökonomen und Wirtschaftsvertreter rechnen allerdings damit, dass diese Maßnahme eine gegenteilige Wirkung erzielten könnte.

Kommentare

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  1. KClemens sagt:

    Kann mir jemand bitte mal erklären, welche Dramatik immer um den Mindestlohn gemacht wird? Griechenland wurde ja schon gezwungen seine Mindestlöhne zu senken.
    Dies dürfte ja wohl nur den privaten Sektor betreffen, denn wie wir ja aus den Medien gelernt haben, verdienen ja Angestellte im öffentlichen Sektor mehrere tausend Euro pro Monat. So z.B. die Lokführer, die ja angeblich mit 7000€ pro Monat nach Hause gehen.

    Wird in Frankreich der Mindestlohn in der privaten Wirtschaft komplett aus Steuermitteln bezahlt, oder warum gibt es den Verweis auf die Haushaltslage.

    Ein steigender Mindestlohn in der Privatwirtschaft müsste ja zu höheren Einnahmen bei Lohnsteuern und Sozialabgaben führen, auch wenn das in Frankreich wohl anders geregelt ist als in Deutschland.

    Zumindest über den Konsum müssten erhöhte Einnahmen aus der MWST an die Staatskasse fließen.

    • DK_Jule sagt:

      in Frankreich gibts ne Art negative EK-Steuer zum Smic dazu, sofern ich richtig informiert bin – ein höherer Mindestlohn könnte dann an dieser Stelle evtl. eher Geld sparen – weil das ja verrechnet wird.

      endlich tut mal jmd was für die Nachfrage – französische Firmen wollen auch leben und deren Markt ist nunmal v.a. in France und Europa, nicht in China.

  2. # # # sagt:

    Das gibt ein menschliches Rühren, wenn die Franzosen merken, dass D wirklich nicht zahlt! Das menschliche Rühren könnte in eine Diarrhoe übergehen…

  3. Bank(st)er wollen alles sagt:

    Mittelstandsnachrichten jetzt auch Presseorgan der NeoLiberalen-New-World-Order ?

    Entschuldigung, das war mein erster Gedasnke, als ich diese idiotische Überschrift gelesen hatte.

    Nochmals für alle zum Nachdenken:

    Welcher arbeitende (!) Mensch, wird mehr konsumieren und die Steuereinnahmen und Sozialversicherungseinnahmen des Staats erhöhen:
    – der mit 7,50 EUR oder noch niedrigeren Lohn mangels Mindestlohnregelung ?
    – oder der mit 9,50 EUR Mindestlohn ?

    An die Französische Regierung:
    „compliment !“

    An die Redaktion:

    Wer arbeitet bzw. schreibt macht auch Fehler – und wir alle werden manipuliert – das ist absolut menschlich und entschuldbar!

    Daher aber meine DRINGENDE BITTE an den Redakteur:

    Überschrift neu überlegen und ggf. berichtigen!

    Sollte aber „TROTZ“ dieses hoffentlichen versöhnlichen und gutgemeinten Ratschlags weiterhin diese NWO-Manipulations-Überschrift so stehen bleiben, weiß ich dann, dass das Team von Mittelstandsnachrichten die Seiten gewechselt hat.

    • redakteur sagt:

      Wir haben nicht die Seite gewechselt, weil wir nie einer Seite angehört haben. Die Redaktion

      • Haikubehindert sagt:

        @redakteur -oben ist zu lesen: Mittelstandsnachrichten. Es leuchtet daher nicht ein dass sie keiner Seite angehören.

        Anmerkung: Der Mittelstand kann langfristig nicht überleben mit derart tiefen Mindestöhnen wie in Deutschland. Da werden die Menschen zunehmend nach Unten gezogen, bis dass sie ihre Mittelstandnachrichten in Prekariatsnachrichten umtiteln können.

    • Chris sagt:

      Informier dich erstmal was „Neoliberalismus“ ist, denn sonst streicht dir der Neoliberalismus das Arbeitslosengeld!

      • Bank(st)er wollen alles sagt:

        da ich der einzige hier war, der den Begriff NeoLiberalismus hier verwendet habe, beziehst Du Dich wahrscheinlich auf meinen Beitrag.
        Habe auch Deine anderen Kommentare hier im Blog zu anderen Postings gelesen.

        Erstens bezieh ich kein Arbeitslosengeld und werde nicht subventioniert von irgendwelchen der Bertelsmann-Stiftung nahestehenden Organisationen für Schreibseleien wie Du sie hier regelmäßig veranstaltest.
        Ausserdem beschäftige ich rund 50 Leute und zahle mehr als französische Mindestlöhne aus.

        Ansonsten empfehl ich so klugen Menschen wie Dir einen Umzug in die Wirtschafts-(sch)wund-erländer USA oder Großbritannien und hoffe dass Du dort glücklicher lebst und wünsche Dir, dass Du dann Deine Wunder auch dort erleben darfst. Die Essensmarkenbedürftigen werden Dir gerne in der Wartereihe zuhören und manchmal gibts auch eine kostenlose Faust-Massage auf derartiges Geschwätz.

        Zudem könnte der Brüderle noch „Stammtischphilosophen“ wie Dich sehr gut in seiner Pampers-tragenden Junge Liberale-Truppe gebrauchen. Solltest Du jedoch älter ( ich rede jetzt nicht von Reife !) als 18 Jahre sein, bewerb Dich doch um das Amt des Wirtschaftsministers oder des Kultusministers. Intellektuell unterscheidest Du Dich von keinem der beiden derzeitigen Amtsinhabern – und das qualifiziert Dich sehr.

    • Werner sagt:

      „…Welcher arbeitende (!) Mensch, wird mehr konsumieren und die Steuereinnahmen und Sozialversicherungseinnahmen des Staats erhöhen:…“

      Ganz klar der der zu 7,50 EUR noch einen Arbeitsplatz hat und nicht der der zu 9,50 EUR arbeitslos den staatlichen Sozialsystemen zur Last fällt !
      Warum kaufst du keinen Rolls Royce ? Weil er dir zu teuer ist . l9,50 EUR Mindestlohn kann auch für einen Arbeitgeber „zu teuer“ sein und er streicht den Arbeitsplatz durch Rationalisierung .

      Das ist jetzt was für dich zum Nachdenken !

      mfg. Werner

      • Bank(st)er wollen alles sagt:

        Ich habe heute den ganzen Abend darüber nachgedacht und komme zu folgenden Ergebnis:

        Deutschland – in der Theorie:
        Mindestlohn 7,50 EUR x 160 Std. = 1.200 EUR brutto
        abzgl. 25 % AN-Beitrag Sozialversicherung = 900 EUR netto vor Steuern
        Ich meine : es reicht weder für einen Rolls Royce noch für einen Scoda oder und auch für keine koreanische oder japanische Reisschüssel auf 4 Rädern und der denkt ganz sicher die ganze Zeit darüber nach, warum er überhaupt noch arbeiten soll .

        Frankreich:
        Mindestlohn 9,50 EUR x 160 Std. = 1.520 EUR brutto
        abzgl. 25 % AN-Beitrag Sozialversicherung = 1.140 EUR netto vor Steuern
        Ich meine : zumindest etwas menschenwürdiger für einen full-time-job. Zudem etwas, was zumindest im Ansatz den Namen rechtfertigt „Arbeit geben!“

        Deutschland – in der Praxis:
        Was ist aber heute die traurige aktuelle NWO-Realität in Deutschland ?
        Filmempfehlung : Günther Wallraff als Kurier- und Auslieferfahrer im ARD oder ZDF. Mir kamen die Tränen.
        Übrigens an diese meine nicht mehr „Arbeitgeber“-Kollegen ( igitt) :

        Ihr seid der Abschaum unserer Gesellschaft und dürft nicht mehr den Namen „Arbeitgeber“ tragen, denn das sind allerwiderlichste Parasiten
        muß unsere Gesellschaft alles tun, dass solche schändlichen Ausbeuter eine lebenslange Gewerbeunterlassungen zugestellt bekommen, die Zollkontrollen Dauerrazzien veranstalten und die Wettbewerbsbehörden Euch wegen unlauteren Wettbewerb dauerbombardieren und ihr von öffentlichen Aufträgen für immer ausgeschlossen werdet.

        Wer hier im Forum ( vielleicht auch Chris ?) diese Mißstände aber gut findet, sollte sich besser einmal zu einem Historiker ( Industrialisierung von England und Deutschland ) oder zu einem Psychiater begeben oder sich gleich in die Psychiatrie für längere Zeit einweisen lassen.

        • Richard sagt:

          „Übrigens an diese meine nicht mehr “Arbeitgeber”-Kollegen ( igitt) :

          Ihr seid der Absch… unserer Gesellschaft und dürft nicht mehr den Namen “Arbeitgeber” tragen.
          muß unsere Gesellschaft alles tun, dass solche schändlichen Ausbeuter eine lebenslange Gewerbeunterlassungen zugestellt bekommen,“

          Ein Spediteur, den ich traf formulierte es mal so:

          „Früher, also in den 60ern bis 70ern gab es noch echte Unternehmer – heute laufen fast nur noch Abzocker rum.“

          In jenen Jahren existierte eine ganz andere Unternehmenskultur. Arbeiter waren „Mitarbeiter“ mit denen man etwas aufbaute, die am Ertrag mitverdienten, nicht vom Ertrag abgekoppelte „Kostenfaktoren“, die man loswerden müsse.

          Damals lebten beide Seiten prima. War eine großartige Zeit. Manchmal denke ich mit Wehmut daran zurück. So eine werde ich wohl nicht mehr wieder erleben.

  4. Besserwisser sagt:

    Wieso?…werden Handwerker und Verkäuferinnen jetzt vom Staat bezahlt?

  5. Torsten Kaiser sagt:

    Das Handelsblatt hat diese Woche unter Bezugnahme auf das Statistische Bundesamt verkündet, daß Deutschland bei den Lebenshaltungskosten ganz leise um 3.4 Prozent über dem Euro-Durchschnitt liegt. Und auch andere Länder mit ihrem Ranking aufgeführt.

    Normiert man dieses Ranking auf Deutschland (100%), ist das Leben in Frankreich 7,35% teurer als bei uns. Der französische Ziel-Mindestlohn von 9,40€ (107,35%) entspräche also 8,76€ in Deutschland. Wenn wir denn einen Mindestlohn hätten.

    Statt dessen haben die Deutschen ca. 10 Millionen Aufstocker und HartzIV-Empfänger, denen auf Schritt und Tritt eingebleut wird, daß sie nichts wert sind. Und so lange sie staatliche „Leistungen“ bezögen, seien ihnen auch sittenwidrige und illegale Arbeitsverträge mit eher symbolischer Entlohnung zumutbar. Die in Art.1-20GG deklarierten Grundrechte gelten für Bedürftige ganz offiziell nur eingeschränkt, manche gar nicht.

    Wer nicht nur verarmt, sondern auch noch obdachlos wird, nicht selten durch aktives „Fördern“ der zuständigen ARGE, verliert obendrein auch noch sein Wahlrecht nach Art.38GG. Denn, leider, leider, wird der Wahlkreis ja durch einen Wohnsitz bestimmt…

    Die Franzosen kennen nur drei Prinzipien: liberté, égalité, fraternité.
    Und die nehmen sie auch ernst!

    Vielleicht sollten unsere „Granden“ sich langsam Gedanken machen, ob unsere Nachbarn zum Wohle ihres Volks manche Probleme nicht doch besser lösen als wir. Sonst wird’s bald noch viel enger mit dem „Fachkräftemangel“ in Deutschland.

    Grüße von gepackten Koffern…

    • Richard sagt:

      „Die Franzosen kennen nur drei Prinzipien: liberté, égalité, fraternité.
      Und die nehmen sie auch ernst!“

      Vive la France!!!

    • Chris sagt:

      Der Fachkräftemangel hat seine Ursache in einem blockierten Arbeitsmarkt und einer Gesellschaft in der sich Leistung nicht mehr lohnt! Es macht keinen Sinn arbeiten zu gehen oder sich weiterzuqualifizieren, wenn man nur für die Anderen die Arbeit macht.

      • Torsten Kaiser sagt:

        „Es macht keinen Sinn arbeiten zu gehen oder sich weiterzuqualifizieren, wenn man nur für die Anderen die Arbeit macht.“

        Weiterbildung lohnt sich IMMER! Zur Not auf eigene Faust, via Internet oder über Fachbücher der örtlichen Bibliothek.

        Denn Know How ist das einzige, was Ihnen selbst in der Apokalypse niemand wegnehmen kann. Und selbst wenn’s je nach Beruf direkt auf der fachlichen Seite nicht weitergeht, bleiben immer noch die Skills parallel zum Kernberuf.

        Ganz fein heraus ist, wer in diesen Zeiten ein Handwerk gelernt hat. Der ist nämlich als Deutscher auch international gefragt! So er denn wenigstens ansatzweise die Sprache des Ziellandes beherrscht. Denn überall, außer Schweiz und Österreich, hat jeder Deutsche neben seinem Brief einen weiteren gefragten Skill im Profil:

        Muttersprache Deutsch!

        Ich hab‘ dagegen als IT-Spezialist zwar internationales Know How, bekomme aber schon das große Heulen, wenn ich’s im Einsatz auf einer französischen Tastatur in die Maschine treiben muß.

        Wenn dann noch der Löwenanteil des Honorars in der deutschen Consulting-Kette versickert, macht’s hier tatsächlich keinen Spaß mehr.

      • DK_Jule sagt:

        sie haben ja Recht – es ist sogar so, dass die besch….. Art, wie man in DE mittlerweile mit Arbeitnehmern umgeht, natürlich das Gegenteil bewirken kann – statt Hypermobilisierung kriegt man nachher laute Leute die gar nichts mehr machen

        ich z.B. arbeite nur noch das nötigste — 4-5 Stunden maximal arbeiten — das zieh ich bis zum Ende durch — andere wiederum kündigen innerlich und sitzen da nur ihre Zeit ab — und dann die ganzen Burn/Boreouter/Psychos überall — Arbeiten ist heutzutage doch nur noch scheiße geworden – überall Ausbeutung — ich sitz nur meine paar Std. ab und bin danach am Strand…nach mir die Sintflut

  6. Richard sagt:

    Die Überschrift ist etwas iritierend. Ein höherer Mindestlohn werde „trotz“ massivem Staatsdefizit eingeführt. Wieso „trotz“?

    Höhere Löhne im Inland bedingen beim Staat höhere Einnahmen bei Einkommen und über Konsum bei Mehrwertsteuer. Insofern senken Lohnerhöhungen Staatsdefizite. „trotz“ passt da nicht recht.

    Das Ganze könnte man fortführen. Höhere Löhne, höherer Konsum bedingt Konjunkturbelebung, weniger Arbeitslose, weniger Kosten für den Staat usw. usf.
    Praktisch die Argumentation der Nachfrage-orientierten Wirtschaftspolitik.

    Ein wesentlicher Grund warum Neoliberalismus Volkswirtschaften massiv schädigt, ist ja gerade das Abwürgen der Binnenkonjunktur durch Dumpinglöhne und daraus folgend Defizite im Staatshaushalt. Hollande steuert mit höheren Mindestlöhnen in die Gegenrichtung.

    Lediglich bei mit Dumpinglohnstaaten konkurrierenden Exportgeschäften ist der Mindestlohn ein Wettbewerbsnachteil, was jedoch sekundär ist, da die Binnenwirtschaft bzgl. der Größenordnung der Exportwirtschaft generell überlegen ist und dort der Schwerpunkt einer Wirtschaftspolitik liegen sollte.

    Wie eine falsche Setzung des Schwerpunktes wirkt, läßt sich an der BRD recht gut beobachten – Nichtfinanzierbarkeit des Staates „trotz“ Dumpinglöhnen und Exportweltmeisterschaft. Die exportorientierte Wirtschaftspolitik der letzten 15 Jahre in der BRD war ein grundsätzlicher Fehler, was den „Fachleuten“ mit Doktor- und Professorentitel erst jetzt langsam dämmert – Leute wie Westerwelle oder Merkel merken das selbst jetzt noch nichtmal.

    • Chris sagt:

      Erheiternd, wenn sich unqualifizierte Stammtischphilosophen in Bolgs auslassen. Die Nachfragorientierte Wirtschaftspolitik à la Keynes hat diese Krise maßgeblich verursacht! Genau genommen war es nicht der Keynesianismus selbst, sondern den Keynesianismus als Vorwand für ein Ausweiten der Staatsverschuldung heranzuziehen. Damit sind die Sozialisten aber böse aufs Maul gefallen.

      Kleiner Hinweis: neben der Nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik gibt es auch noch eine Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik. Und im Universum der Ökonomie gibt es auch noch mehr Denkschulen als die von Keynes!

      • Richard sagt:

        „Die Nachfragorientierte Wirtschaftspolitik à la Keynes hat diese Krise maßgeblich verursacht!“

        …weswegen in der eher nachfrageorientierten Phase des Ludwig Erhardts oder des Wili Brandts auch weitaus mehr Staatsschulden aufgebaut wurden, als in der eher Neoliberalen bzw. Angebotsorientierten von Kohl bis Merkel.

        „[… ] wenn sich unqualifizierte […] auslassen […] Und im Universum der Ökonomie…“

        Danke für Ihre „qualifizierte“ Belehrung.

      • Torsten Kaiser sagt:

        Schön für Sie, daß Sie die Schulen so genau auseinanderhalten können. Aber was hilft’s wenn die Kombination aus „Wirtschaft“ und „Politik“ bei all ihrer schulischen Orientierung nicht zu praxisfest alltagstauglichen Organisationsformen führt, egal wer sie in Reinform erfunden hat?

        Es gibt gerüchteweise auch mindestens ein schlüssig hergeleitetes Modell, das eine Eigenkapitalquote von gerade einmal 10% als erstrebenswert empfiehlt. Um das Wachstum eines Unternehmens möglichst steil in die Höhe zu treiben. Daß der Absturz mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso steil verläuft, sobald die theoretisch implizierten Rahmenbedingungen in der Praxis nicht mehr vollständig erfüllt sind, spielt dann offenbar keine Rolle mehr. Denn wenn’s passiert, haben die Herren Berater ihr Honorar ja bereits erhalten. Aus den 10% Eigenkapital, versteht sich…

        In einem der Filme mit Heinz Erhardt gibt’s auch ein Schuldenproblem.

        Papa: „Wir haben schon 1000 Mark Miese auf dem Konto!“

        Lösung aus Kindermund: „Warum bezahlen wir die Schulden dann nicht einfach mit den Miesen?“

        Mindestens einer in Deutschland hat den Witz damals nicht verstanden…

    • Sigi sagt:

      „Wie eine falsche Setzung des Schwerpunktes wirkt, läßt sich an der BRD recht gut beobachten..“

      Jetzt mal ohne Wertung, aber wenn ich sehe, dass die PIIGS mit ihrer eher auf hohe Loehne ausgerichteten Wirtschaftspolitik schon bald allesamt unter den Rettungsschirm schluepfen muessen und Frankreich davon auch nicht so sehr weg ist und die allesamt das gerne von Deutschland finanziert haben wollen, dann kann ich Ihren oben zitierten Satz von der „falschen Schwerpunktsetzung“ nicht so recht nachvollziehen.

      • Richard sagt:

        Die Erklärung ergibt sich aus der Kombination von höheren Binnenlöhnen bei gleichzeitiger Marktöffnung zu Dumpinglohnstaaten wie z.B. Rumänien oder Polen, Stichwort EU-Osterweiterung.

        Das kann natürlich nicht funktionieren. Das ist halb Neoliberalismus, halb Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik.

        Wer den Menschen daheim einen ihrer Wertschöpfung entsprechenden Lohn ermöglichen will, muß neben der Schwerpunktsetzung auf Binnennachfrage auch das interne Lohnniveau gegen die neoliberalen Dumping-Volkswirtschaften durch Teilprotektionismus schützen. Andernfalls übernehmen diese logischerweise den Binnenmarkt und zerstören die Staatsfinanzen – so wie jetzt bei vielen europäischen Staaten.

        Ebenso kann es nicht sein, dass Spanien massenweise Dumpinglohn- Afrikaner auf seinen Feldern einsetzt und gleichzeitig die Spanier zum Arbeitsamt schickt, während sich die Großgrundbesitzer die Taschen stopfen. Auch das zerstört die Staatsfinanzen.

        Ein Staat darf keinesfalls ungezügelten Handel im Sinne des Kapitals zulassen, sondern muß vielmehr permanent genau prüfen, inwieweit ein Handel mit dem Ausland unterm Strich für das Land vorteilhaft oder zum Nachteil ist.

        Die Kontrolle über den eigenen Markt ist einer der schärfsten Waffen des Staates gegen feindliche Übernahmeversuche durch das Kapital.

        Export ist immer zugleich ein Angriff auf die Arbeitsplätze des Ziellandes.
        Export ist nicht generell wohlstandsmehrend, sondern auch ein Instrument des Kolonialismus – und ist es immer gewesen.

  7. whisky sagt:

    Gilt der höhere Mindestlohn nur für Staatsbedienstete?
    Wenn nicht, bringt ein höherer Lohn doch erst mal höhere Lohnsteuern und durch mehr Konsumausgaben höhere Mehrwertsteuern.

    • Chris sagt:

      Ach ja? Werden die höheren Löhne konsumwirksam? Führen gestiegene Personalkosten in Unternehmen nicht zu höheren Preisen? Und wenn die Preise steigen, müssen dann nicht auch die Renten- und die Sozialhilfebeiträge erhöht werden? Oder profitieren dann nicht die Mindestlöhner auf Kosten der Rentner?

      Ja, nominell steigen die Steuereinnahmen! Aber was wird denn mit den zusätzlichen Steuern gemacht? Durch „Konjunkturpakete“ die Vetternwirtschaft ausgebaut? Darf sich dann wieder ein Parteikumpel auf Staatskosten gesund stoßen?

      Wenn man keine Ahnung hat, sollte man lieber die Klappe halten!

      • Michele sagt:

        tja, ich habe meiner Putzfrau vor Jahren schon vor zig Jahren 10 Euro/Stunde bezahlt. Ansonsten hätte ich ein schlechtes Gewissen gehabt. Das wollte ich vermeiden.

        Heute putze ich wieder selbst. 😉

    • Torsten Kaiser sagt:

      „Der normale Steuersatz liegt in Frankreich bei 19,6%. Es gibt auch einen ermäßigten Steuersatz von 5,5% auf Lebensmittel und Getränke, Bücher, Personenverkehr u. a. Zudem gibt es einen Steuersatz von 2,1% auf Apotheken-Sortiment und einige Zeitungen.“

      (Quelle: http://www.tmf-vat.de/umsatzsteuer-in-europa/ust-in-frankreich.html)

      Die deutsche Umsatzsteuer kennt nur 19% und 7%. Erstere wird auch auf Fruchtsäfte erhoben, obwohl das IMHO Lebensmittel sind. Schnittblumen werden dagegen mit 7% USt besteuert, obwohl die hier in Deutschland kaum einer ißt. Manche sind sogar giftig.

      • KClemens sagt:

        Danke für den aufschlußreichen Link. Aufschlußreich deshalb, weil bei uns ja des öfteren seitens der Politik behauptet würde unser ermässigter Steuersatz von 7% wäre eine Art Sonderstellung, in anderen Ländern gäbe es die gar nicht, oder wenn, läge er höher.

        Ich habe mal vergleichbare Länder, GB, NL, B, LUX, A aufgerufen. Lediglich in A liegt der ermäßigte Steuersatz bei 10% und somit über unserem.

        Und wenn man sieht, daß z.B. Lebensmittel in CH den sagenhaften Steuersatz von 2,5% hat, kann ich die Leiden deutscher Politiker gut verstehen.

        Trotz EU und „wir-haben-sind-eine-große-Familie-und-haben-uns-alle-lieb-Getue“ wissen wir weniger von einander als vor der €-Einführung.

        Mit Einführung des € sind zumindest in Deutschland alle anderen € + EU-länder weiße Flecken und die Nachrichten (nicht nur) in ARD und ZDF gleichen mehr und mehr der Aktuellen Kamera des Fernsehens der untergegangen DDR.

        Entweder wird Frau Merkel belobhudelt, oder irgendwelche EU-Granden, oder es wird bekanntgebeben was das Europäische Zentralkommittee soeben beschlossen hat.

        Wenn es mal eng wird mit der Compliance des Deutschen Patienten zieht man irgendwelche Kofferbomber oder Florida-Rolfs aus der Kiste und schon herrscht wieder Ruhe im Karton.

      • DK_Jule sagt:

        nicht das bei den Franzosen nachher das Steuersystem noch intellenter ist als bei euch!