DIW: „Die Krise wird den Export merklich dämpfen“

Im zweiten Quartal des Jahres ist das Wachstum der deutschen Wirtschaft deutlich zurückgegangen, schätzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Die Schuldenkrise werde aber auch in den kommenden Monaten das Wachstum weiter dämpfen.

Die Zuspitzung der Schuldenkrise macht sich mittlerweile immer stärker auch in Deutschland bemerkbar. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) prognostiziert, dass sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal halbiert habe. Das Konjunkturbarometer des DIW zeigt, dass das BIP nur mehr um knapp 0,2 Prozent gewachsen ist, wohingegen es zu Jahresbeginn ein Wachstum von 0,5 Prozent aufwies.

Aber auch die Aussichten für die kommenden Monaten zeigen ein deutlich geringeres Wachstum als bisher. „Die Krise im Euroraum dürfte die Exporte merklich dämpfen und zu einer wieder zunehmenden Zurückhaltung bei der inländischen Nachfrage beitragen“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Erst am Dienstag zeigte sich, dass auch die deutschen Verbraucher mit einem Konjunktureinbruch rechnen (hier). „Die Menschen in Deutschland werden wegen der Krise wieder nervöser.“ Das schwäche die Konsum- und Investitionsausgaben, so Ferdinand Fichtner. Auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt könne sich kurzfristig wieder etwas verschlechtern.

Kommentare

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  1. Hans-Peter sagt:

    Wir hier und in der Bild schon mehrfach geschrieben wurde.

    Man muss ganz dringend zur D-Mark zurück.Dann werden die Süd-Währungen abgewertet,die D-Mark aufgewertet.Dadurch können dann die Süd-Staaten mehr exportieren und sich wieder unsere Produkte leisten.Alles wieder super.

    Moment.Oder doch nicht?

  2. HansMeiser sagt:

    Ach was, der DIW war doch bei der Vollbeschäftigungs und Wachstumspropaganda ganz weit vorne. Die sollten mal ihre eigenen Prognosen der letzten Jahre studieren.

  3. annadomini sagt:

    Und wenn dann der ESM kommt, alternativloser Geldabsauger, brauchen wir uns gar keine Sorgen mehr um unseren Konsum zu machen, den gibt es dann eben nicht mehr. Wir werden sozusagen von unserem Kapital erlöst. Unser Binnenmarkt schrumpft vor sich hin, wegen der Lohnstagnation, verbunden mit höheren Ausgaben bei den Lebenshaltungskosten.

    • Albert Albern sagt:

      In der Entwicklungshilfe hat man umgedacht – das Motto heißt nun: „Hilfe zur Selbsthilfe““!

      Wir Europäer helfen dank unserer vorzeighaften Entwicklung jedem Land auf der Welt, sind aber unfähig uns selbst zu helfen. Das Geld, in unserem Fall der EURO, scheint uns zu irritieren…

      Und damit sich kein EU-Land mehr selbst helfen kann, wird die nationale Souveränität immer mehr ausgehöhlt.So erfahren wir wenigstens die Zeit der Kolonisierung an eigener Haut…

      In Afrika müssen die Menschen immer noch mit Grenzen leben, die von den Europäern geschaffen wurden.

  4. Richard sagt:

    Tja, mit der gezielten Schwerpunktverlagerung auf Exportwirtschaft steigt natürlich auch die Abhängigkeit von nicht-innerdeutschten Nachfragen.

    Aber sehen wir ´s mal sportlich:

    Wenn Polen oder Spanien weniger Geld von Deutschland über die EU geschenkt bekommen, um damit deutsche Produkte kaufen zu können – steigen die deutschen Schulden nicht so rasant.

    Oder mal anders – wenn Spanien keine neuen Kredite aufnimmt, für welche sie abzubezahlen nicht genug Güter produziert, kauft es auch keine Autos aus D und muß dann von Deutschland auch nicht „gerettet“ werden.

    Oder wie wär´s damit:

    Wenn Griechenland keine Euros druckt, um damit in D shopen zu gehen, steigen die Target2 Salden der deutschen Bundesbank auch nicht mehr so rasant.

    Und was die Arbeiter in D nun mit ihrer Zeit anfangen sollen?

    Hm, wie wär´s denn, wenn sie zur Abwechslung mal für ihren eigenen Konsum arbeiten, z.B. um wieder eine Rente zu haben oder die Kinderarmut abzuschaffen? Ach ne, halt, alles zurück – dann ist ja der Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr!

    Und wir wissen doch alle, wie wichtig der Niedriglohnsektor ist, nicht wahr? Schafft Arbeitsplätze! Westerwelle hat das auch gesagt!

    • annadomini sagt:

      Aber aber, wir haben doch dann die Schuldenunion, also müssen wir nicht mit mehr Freizeit rechnen sondern dürfen die Schulden Spaniens, GRs, Italiens,…………………………….. abarbeiten, keine Sorge.

    • Albert Albern sagt:

      So dreht sich das Karussell…

      Es ist eindeutig zu wenig Geld für das Wachstum da. Wenn wir es nicht verschenken – an Polen oder Spanien, können wir es in Polen oder in Spanien nicht verdienen…

  5. Freiberufler sagt:

    Da muss das DIW seine bunten Bildchen, auf denen ab 2014 in ganz Europa Wachstum und Beschäftigung ausbrechen, wohl noch mal überarbeiten…