Politik kann Krise nicht lösen: EZB vor Zinssenkung

Im Vorfeld des EU-Gipfels wird nun nicht mehr ausgeschlossen, dass die Europäische Zentralbank den Leitzins senken könnte. Der Chefökonom der EZB sagte nun, der Zins könne durchaus auf unter 1 Prozent gesenkt werden.

Die nächste Sitzung des EZB-Rates am kommenden Donnerstag wird schon mit Blick auf die Zuspitzung der Krise mit Spannung erwartet. In den vergangenen Tagen haben internationale Zentralbanken angekündigt, die Geldpolitik angesichts der Probleme des weltweiten Wirtschaftswachstums zu lockern. Nun hat sich der EZB-Chefökonom Peter Praet Medienberichten zufolge vorab zu Wort gemeldet. Er schloss eine Zinssenkung durch die EZB nicht mehr aus. „Es gibt keine Doktrin, dass der Leitzins nicht unter einem Prozent liegen kann”, sagte Peter Praet. Bisher wehrte sich die EZB öffentlich immer, einen solchen Schritt überhaupt in Betracht zu ziehen.

Zwar dürfe man die Risiken und denkbare Nebenwirkungen nicht außer Acht lassen, wenn der Leitzins über einen längeren Zeitraum auf ultraniedrigem Niveau verharre. Aber positive Folgewirkungen seien natürlich auch vorhanden. „Zinsänderungen haben immer eine Wirkung, wenn natürlich auch begrenzt. Sie sind dann berechtigt, wenn sie dazu beitragen, die Preisstabilität auf mittlere Frist zu gewährleisten.” Die jüngst gesunkene Inflation in Deutschland könnte der EZB den nötigen Rückhalt geben. Schon bei der letzten EZB-Ratssitzung hatten sich etliche Mitglieder für eine Zinssenkung ausgesprochen.

Eine aktuelle Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zeigt, dass Ökonomen bereits mit einer solchen Entscheidung der EZB rechnen. 48 der 71 befragten Ökonomen erwarten, dass die Währungshüter diesen Schritt gehen werden. Sie rechnen mit einer Senkung um einen viertel Prozentpunkt auf 0,75 Prozent.

Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Wer mag auf den Querschüssen gibt es die nackte Wahrheit:
    http://www.querschuesse.de/euro-wahrungsgebiet-hoffnungslose-ponzi-finanzierung/

    Beachtenswert dabei ist nur Ponzi-Schema Staaten -> Politik
    Ponzi-Schema bei „Privaten“ -> Verbrechen.

    Wenn zwei dasgleiche tun ist es noch lange nicht dasselbe.

  2. jay twelve sagt:

    Das vorherrschende System reduziert sich auf die Formel: „WER WIRD WEM WANN UND WIE DAS FELL ÜBER DIE OHREN ZIEHEN“.

    Die Deregulierung der Finanzen in der Symbiose mit der Globalisierung, entfaltete eine Massenhafte „Enthäutung“ der große Mehrheit der GIERIG-NAIVEN Banken.

    Die Staatsapparate borgten sich das abgezoktes Geld von den gleichen Abzocker Institutionen, die soeben naiven Banken leer gepumpt haben, um die eigene Pleitebanken zu retten.

    Als „Sicherheit“, verpfändeten die Staatsapparate das gesamte Volksvermögen, Immobilien, Liegenschaften, praktisch alles was die Vermögenswerte und Infrastruktur eine Nation ausmacht.

    Als Mangupologe muss ich darüber köstlich lachen. Den Trick kenne ich aus dem Buch über den berühmten NASRADIN HODZA, der vor 1000 Jahren im Orient die Markthändler austrickste.
    Nasradin ging zum Markt mit einem halbtoten Huhn und kam nach Hause mit eine Milchkuh.

    TOLL, nicht wahr?
    So etwas beherrschen nur die Orienttaler, die sich des Zinseszins Systems bedienen.
    Sie wisst welcher „O“ ich meine.

    Nasradin war im Umgang mit den Händler einabsolute Schlitzohr, jedoch ein gerechter Bürger. Seine Frau melkte die Kuh und teilte die Milch mit armen Nachbaren.

    Hier erkennt Ihr den Ausschlaggebenden Unterschied zwischen Nasradin Philosophie und dessen was die Zinseszins-Orienttaler, die Shareholders der best bekannten Weltbanken praktizieren.
    Sie zockten MEHRFACH ab, machten aber die Rohrleitungen zu Geschäftsbanken dicht, im IRRGLAUBEN, das Vermögen der VÖLKE DER WELT, als Pfand für sich BEHALTEN zu dürfen.

    Papier trägt alles und eine Idee ist nur so viel Wert, wie die Praxis es erlaubt. BASTA!!!

    Es leuchtet jedem ein, ein Geldschein erfährt nur dann sein Wert, wenn von Hand zu Hand gereicht, im Umlauf der Wirtschaft verbleibt.
    Sonnenklar, nicht wahr?

    Verbleibt das Geld untätig im Tresor, ist das sonst so gutes Geld nicht mal Klopapier Wert. OVER and OUT !!!

    • Elli Pirelli sagt:

      jay twelve
      anhand 98 % der Kommentare hier ist festzustellen, dass die tieferen (wirklichen) Ursachen, und die lang angelegten Pläne nicht beachtet werden, weil „politisch nicht korrekt“, oder das Interesse an wirklichen Geschichte fehlt.
      Möglicherweise werden aufklärende Comments auch deshalb nicht freigeschaltet, weil JEDE – auch die sich noch so freiheitlich gebende Presse – den gleichen Herren dient. Und wer will sich leblos, z. B. in einer Badewanne, wiederfinden? Einmal festgefahren in einem ferngesteuerten Job, gibts wohl keine Alternativen mehr…!?

      Dennoch gibts viele Blogs oder Seiten, wo JEDER sich schlau machen kann – bei Interesse. Wer will schon wissen, wer WKI + WKII wirklich, und aus welchen Gründen angezettelt hat? Das waren doch Marksteine auf dem Weg in die NWO! Wer von Woche zu Woche, oder von Monat zu Monat, oder von Jahr zu Jahr plant, kann sich vermutlich nicht vorstellen, dass es einen gewissen Schlag gibt, der über mehrere Generationen und Jahrhunderte plant.

      Jedenfalls ist es äußerst nervenaufreibend und energieraubend, den Leuten die Augen öffnen zu wollen – um nicht zu sagen, aussichtslos. Die ältere Generation (65 J. +) weiß sehr wohl Bescheid, redet aber nicht darüber, weil sie müde sind und wissen, dass es aussichtslos ist.
      Die gelungene Umerziehung a lá Sefton Delmer & Co. (Frankfurter Schule, Tavistock Institut u. a.) trägt überreife Früchte!

      So wird denn kommen, was kommen muss – wenn die manipulierte Mehrheit der Deutschen nicht wie durch ein Wunder wach wird.
      Alle, die als Deutsche („Behörden“ ….) die Lügen, das Ausplündern und andere Verbrechen gegen ihre eigenen Leute mit unterstützt haben, dürfen wahrlich stolz auf sich sein! Chapeau.

  3. Charly Firpo sagt:

    Das ist also die Lösung! Anstatt die Hochfinanz zu enteignen(Schuldenschnitte), sollen die Schulden weginflationiert werden. Glückwunsch! Das trifft vor allem wieder die unteren Einkommensschichten. Die Gefahr einer Hyperinflation steigt von Tag zu Tag.

  4. kein sklave sagt:

    Es ist schon bemerkenswert u. katastrophal, dass beinah in wöchentlichen Abständen irgendwelche Ereignisse wie z.B. Gipfeltreffen, Wahlen, Börsen etc.den Euro u. die EU Crashen lassen könnten. Ja, teilweise sogar schon in einem „paar Tage Rythmus“.
    Jedesmal, jede Woche, werden wir mit panikmachenden Propagandamitteilungen bombardiert, damit die Angst auch immer wieder schön hoch köcheln bleibt.
    Und wie ein Wunder… ist dann plötzlich alles wieder gut, alle haben sich wieder unendlich lieb und das genau….. für ein paar Tage….!
    Ein System, welches auf ein TageRythmus aufgebaut ist, kann nicht existent bleiben.
    Wohin soll das noch alles führen?
    Alle EuroWahnsinnigen sollten sich auf einen anderen Planeten begeben, damit wir Menschen endlich unsere Ruhe haben u. unsere Leben wieder vernünftig geregelt u. planbar werden kann. Das ist echt nicht mehr zum aushalten!

  5. Friederich sagt:

    Sinkende Zinsen sind doch ein Anreiz, um noch mehr Schulden zu machen. Das hat doch bisher nicht geholfen. Außerdem ist es ein Signal für Bondspekulanten einzusteigen und steigende Kurse mitzunehmen. Wo landet somit das Geld? Wahrscheinlich nicht in der Realwirtschaft. Aber vielleicht ist es, wie bisher, das verzweifelte Mittel, einen Anreiz zum Kauf von Staatsanleihen zu geben.
    Es wird alles nicht helfen, die Dominos fallen, erst die kleinen nacheinander, dann die großen miteinander. Dazu gehören auch wir. Uns wird allerdings niemand mehr helfen. Da ist die Solidarität am Ende, darauf können wir uns verlassen. Die Rettungspolitik ist eine Politik des unkalkulierbaren Abenteuers und der Ideologen. Nachher will es wieder keiner gewusst haben, was ich allerdings nach der Umfrage bei den Abgeordneten aufs Wort glaube. Doch Dummheit schützt vor Strafe nicht, die wir dann solidarisch erleiden. Wir haben sie gewählt.

  6. Brainsworld sagt:

    Ökonomen = Börsenzocker; besonders gerne mit Wetten auf Staatsanleihen ob diese 1% sinken oder steigen

    Ökonomen freuen sich wenn Sie von Zeitungen und möglichst vielen Medialen Quellen zitiert werden, genau dadurch beeinflussen die nämlich ganz leicht die Märkte und fahren selbst rieseige Gewinne auf Kosten eines Staates ein.

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=13639

  7. DCWorld sagt:

    Auch die Anleger an den Aktienmärkten haben erkannt, dass die Politik unfähig ist diese Krise zu lösen. Als Folge werden Aktien massiv verkauft, was sich am Kursverlauf den DAX gut ablesen lässt.

    Bei einer europäischen Katastrophe will niemand Aktien besitzen.
    http://www.start-trading.de/blog/2012/06/28/dax-abverkauf-vor-der-katastrophe/

    • Gast sagt:

      Stimmt!! Und dafür hat mir die Bank dann xxx Euro für meinen Leerverkauf geschenkt. Ein toller Stundenlohn für ein Risiko von x Euro. Nach unten ist noch jede Menge Platz und der wird wohl gut genutzt werden. Nach oben geht nicht sooo viel da die Krise doch recht tief sitzt und alle Lösungsvorschläge die Situation verschlimmern.

      Die EZB wird kommende Woche die Zinsen senken auf 0,5. Wenn es hilft !!

  8. Gautier Irgendwo sagt:

    Finanzwesen zum Einen und Politik zum Anderen das sind doch zwei ganz
    verschiedene Paar Schuhe. Da nun bekanntlich sämtliche der grossen Finanzkoriphäen schon nicht fähig sind dieses Übel fest in den Griff zu
    bekommen, gelingt dasselbe den Politikern bestimmt noch viel weniger.

  9. rundertischdgf sagt:

    Was soll’s? ESM ist erst morgen, heute ist Fußball, das meinen auch die meisten Bundestagsabgeordneten.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/06/28/esm-ist-morgen-heute-ist-fusball/

  10. winfried trautsich sagt:

    Eine Zinssenkung wäre sehr wünschenswert. Doch würde
    dies scheinbar nur der Finanzwirtschaft zugute kommen,
    denn von den bisher historisch niedrigen Zinsen hat die
    Realwirtschaft, vor allen den Produktionsbetrieben, nicht
    geholfen.

    Da die Banken die günstigen Zinssätze nicht an die übrige
    Wirtschaft weiterreichte und selbst von der Differenz recht
    gut profitieren konnte.

    Ich bin gespannt.

    LG