Windkraft: Der nächste Innovations-Schub steht bevor

Für die Energiewende sind moderne Windkraftanlagen entscheidend. Doch Bauauflagen und Unsicherheiten bei der Planung bremsen die Modernisierung von Windrädern. Das Repowering birgt jedenfalls ein großes Potenzial.

In Deutschland ist die Hälfte der 22.000 Windkraftwerke älter als 10 Jahre. In dieser Zeit hat sich die Technik zur Nutzung von Windenergie erheblich weiterentwickelt. Inzwischen können halb so viele Anlagen fast doppelt so viel Strom erzeugen. Die neuen Windräder sind bis um das Dreifache effizienter. Um dieses neue Potenzial zu nutzen, ersetzen hochmoderne Windkraftwerke nun zunehmend die Anlagen aus erster Generation. Je nach Standort, Windverhältnissen und Finanzierungsform lohnt es sich nach etwa 12 Jahren, ein Windrad durch ein neues zu ersetzen. Damit steht Deutschland vor einem erheblichen Innovationsschub im Bereich Windenergie. Dieser dürfte jedoch nicht ganz reibungslos vonstatten gehen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 183 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 126 MW abgebaut und durch 101 Anlagen mit 251 MW ersetzt. Doch dem Bundesverband Windenergie ist das zu wenig, das sogenannte Repowering komme „nur schleppend voran“, heißt es. Schuld seien zu restriktive Höhen- und Abstandsvorschriften für die Windkraftanlagen: „Erfahrene Bundesländer, wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind hier schon einen Schritt weiter. Die Politik unterstützt das Repowering, weil es unter anderem auch zu höheren Gewerbesteuereinnahmen kommt. Aber selbstverständlich sehen auch die Bürger vor Ort den Fortschritt. Fehlplanungen der Vergangenheit können im Rahmen des Repowering eliminiert werden“, sagte Lars Velser, Sprecher des Bundesverbandes Windenergie, den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Die Bereinigung von Fehlern in der Verbreitung der Windkraft ist ein weiteres grundsätzliches Ziel des Neubaus.

Denn Repowering bringt nicht nur mehr Effizienz, auch der Schutz des Landschaftsbildes und die Anwohner von Windrädern profitiert von neuen Anlagen. Zum einen werden zwar größere – dafür aber insgesamt wesentlich weniger Anlagen – aufgestellt. Zum anderen sind die neuen Kraftwerke erheblich leiser.

Die Auflagen bei der Planung sind nicht das einzige Hindernis für die Erneuerung von Windparks. Auch das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) muss dazu beitragen. Wie sich beispielsweise die jüngste Novelle des EEG in diesem Jahr auf das Repowering auswirken wird, hängt stark von der Langfristigkeit des Gesetzes ab: „Immer wieder aufkeimende Debatten um eine erneute Anpassung des EEG verunsichern die Betreiber. Die Investitions- und Planungssicherheit für mehrere Jahre wird immer wieder in Frage gestellt“, kritisiert Velser.

Dabei werden die Neuanlagen für das Gelingen der Energiewende eine entscheidende Rolle spielen. Sie müssen nämlich auch verstärkt Aufgaben für die Netzstabilität erfüllen. Kommt es zu Überkapazitäten, müssen Windräder gedrosselt oder ganz abgeschaltet werden, um die Stromnetze nicht zu überlasten. Turbinen neuerer Bauart sind diesen Ansprüchen besser gewachsen und haben daher am Ende auch einen höheren volkswirtschaftlichen Nutzen.

Kommentare

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  1. Herrmann sagt:

    Das ganze Thema „Windkraftanlagen“ ist doch teilweise so banal. Warum sollte alte Technologie denn bitte NICHT ausgetauscht werden, wenn sie doch mehr Ertrag erzeugen, umweltfreundlicher(weil weniger Anlagen) sind und dazu noch leiser sind? Ich versteh manchmal das Aufregen mancher Mitbürger nicht. Hier wird sich beklagt, da wird sich aufgeregt, weil solche Anlagen angeblich das „Bild“ stören. Ich komm auch vom Land wo alle paar Kilometer solche Anlagen stehen und immer wenn ich diese sehe, bin ich froh das unsere Regierung Geld in solche Technologie investiert anstatt weiter auf Kohle- und Atomkraftwerke zu bauen. Mit der DIREKTEN Einwirkung auf unsere Umwelt kenne ich mich leider zu wenig aus um hier ein Statement abliefern zu können.
    Ok die neuen Anlagen sind wesentlich größer(http://www.myheimat.de/de–waldeck–737/ratgeber/repowering-d2552387.html) aber wenn sie „besser“ sind?

    Lieber hab ich so ein Teil bei mir oben auf der Wiese stehen als im Smok zu leben.

    lg Herrmann