DSGV: Sparkassen wollen nicht EU-Bankenaufsicht unterstellt werden

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, lehnt eine europäische Bankenaufsicht für alle Banken Europas ab. Zugleich fordert er strikte Auflagen für Banken, die aus dem ESM gerettet werden sollen.

Eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht muss nach Ansicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) strikt auf für Europa systemrelevante Kreditinstitute beschränkt werden. Vorschläge, eine EU-weite Bankenaufsicht für alle Kreditinstitute einzurichten, gingen am Bedarf der Praxis deutlich vorbei, sagte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon in einer Bewertung der Ergebnisse des Gipfeltreffens der europäischen Staats- und Regierungschefs.

„Europa muss gezielt dort tätig werden, wo nationale Ebenen Verstärkung brauchen“, so der DSGV-Präsident. Wo jedoch Kreditinstitute keine Systemrelevanz oder keine über regionale Märkte hinausgehende Bedeutung haben, sei eine europäische Aufsicht überdimensioniert und könne nicht mehr nahe genug an den Marktrealitäten operieren. „Wir sollten in der EU nicht alle Kreditinstitute über einen Leisten schlagen, sondern Gleichesgleich, Ungleiches aber auch ungleich behandeln.“

Der DSGV kann sich nach den Worten seines Präsidenten eine Beteiligung der Europäischen Zentralbank bei der Aufsicht über systemrelevante Kreditinstitute vorstellen, wenn deren Unabhängigkeit unangetastet bleibe. Fahrenschon: „Wir brauchen auch künftig nationale Bankenaufsichtsbehörden. Deren Rolle muss klar und verlässlich definiert werden.“

Fahrenschon warnte zugleich davor, direkte Hilfen aus dem ESM für Banken zu einfach zu gestalten. Solche Hilfen dürften nur im absoluten Ausnahmefall mit strengsten Auflagen für eine Abwicklung oder Verkleinerung der betroffenen Banken versehen werden, um den Wettbewerb im Bankenmarkt nicht dauerhaft zu verzerren. „Banken müssen auch scheitern können. Über den ESM dürfen keine Blankoschecks zum Erhalt nicht wettbewerbsfähiger Strukturen ausgestellt werden.“

Kommentare

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  1. Josy Webb sagt:

    Wenn sich die nationale Banken- Liga nicht einig ist, bedeutet das doch, dass ein geplantes Interesse eines anderen Ligisten auf ähnlichem oder höherem Niveau dies vertritt, um sich weitere Vorteile zu verschaffen. Hier sicherlich die These, mit Machtgier durch Kontrollzwang über die monetäre Gewalt eine absolutistische Funktion der zu mindestens 2/3 lobbykratisch geprägten EU- Rädelsführer über die zum Teil noch etwas unkontrolliert agierenden Nationalbanken zu herrschen. Ich würde sagen: Ein weiterer Schachzug um im monetativ geprägten Spiel das noch zu enteignende auf Nr. Sicher in die Hände derer zu manövrieren, die sich herausnehmen, niemals satt zu werden….ich hoffe, dass eine große Masse von aufgewachten Revoltierenden den ekelhaften Gewinnexzessen derer ein Ende macht und ich befürchte, dass die Vorbereitungen auf Absicherung dieser finanzelitären Zinsmonopoly- Spieler schon so gut ist, dass das erwachende Volk- und damit meine ich links- wie rechtsgepolt und obendrein die von denselben Elitären gesteuerten Schutzorgane sich erst einmal einig werden müssten, dass die Zeit drängt, miteinander zusammenzustehen und sich nicht mehr teilen und durch konkurrent geprägte Ausbeutungswirtschaft beherrschen zu lassen. Beispiele für vernünftige „neuordnende“ Alternativen gibt es bereits:
    http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b