China: Schwere Unruhen wegen Umwelt-Demos

Mit Tränengas und Sondereinsatzkomandos musste in China eine Demonstration gegen ein Kupferwerk aufgelöst werden. Umwelt-Demos werden in China inzwischen zu einem Phänomen, das die großen gesellschaftlichen Probleme in China offensichtlich macht.

In der chinesischen Provinz Sichuan ist es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Umwelt-Aktivisten gekommen. In der Stadt Shifang nahmen tausende Menschen an einer Demonstration gegen ein geplantes Kupferwerk teil.

Die Stadtregierung und der Betreiber des Werkes gaben zwar überraschend bekannt, die Fabrik aufgrund der Proteste doch nicht bauen zu wollen, die Demonstration löste sich aber nicht auf. Nun forderten die Demonstranten die Freilassung von Studenten, die verhaftet worden waren, nachdem sie sich in sozialen Netzwerken kritisch geäußert hatten.

Wie Augenzeugen der FT berichteten, rückte gegen Abend ein Großaufgebot an Polizei und Sondereinsatzkommandos an, um die Proteste aufzulösen. Dabei kam unter anderem Tränengas zum Einsatz.

Die gewaltsam aufgelöste Demonstration in Shifang ist Teil einer Reihe von Unruhen, die in der jüngeren Vergangenheit China beschäftigten. Auch Bewohner von Nachbarstädten waren für die Demonstration angereist. Erst Ende Juni war eher zufällig bekannt geworden, dass im Stadtgebiet ein Kupferwerk entstehen sollte. Anwohner waren durch den Spatenstich für den Bau der Fabrik darauf aufmerksam geworden.

Das steigende Bewusstsein für die schweren Folgen der Umweltverschmutzung führt in China inzwischen zu immer mehr Widerstand gegen die Versuche der Regierung, die Wirtschaft um jeden Preis am Laufen zu halten.

Kommentare

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  1. Albert Albern sagt:

    Der angebliche Plan, durch Finanz- und andere Krisen die Gehorsamkeit der Weltbevölkerung zu erzwingen, zeigt auch in China seine Schwächen.

    Um die ganze Menschheit widerspruchslos zu beherrschen, müsste man ALLE Menschen zufrieden stellen. Dann trifft man auch auf keinen Widerspruch…

    Nur nach diesem Gesetz kann eine richtige Verschwörung funktionieren. Sonst gibt es nur Tohuwabohu aber keine Welt-ORDNUNG.

  2. Der_Emigrant sagt:

    Fuer die Kupferfabrik werden dann wohl wieder arme Bauern ihrer Scholle beraubt oder traditionelle Haeuser werden abgerissen. Die Bauern muessen dann in die Stadt als Tageloehner oder Bettler gehen. Normale Leute finden kaum bezahlbaren Wohnraum und keiner kann sich eine der 64Mill. leerstehenden Eigentumswohnungen leisten. Es soll so richtig knallen dort!!!

    Ein dumm-freches Bolschewistensystem, nun in Bonzenkapitalismus umgewandelt.

  3. Anaconda77 sagt:

    Tja, irgendwann bricht sich immer der Unmut Bahn. Die Regierung wird in Zukunft viel zu tun haben, wenn sie jede Demonstration zerschlagen und jeden kritischen Bürger einsperren will! Irgendwann haben Polizisten und Militärs vielleicht auch keine Lust mehr, gegen die eigenen Leute vorzugehen. Es ist nur noch eine Sache der Zeit, bis dieses Regime auch am Ende ist! Die Menschen scheinen, langsam aber sicher, die Schnauze voll zu haben und das weltweit. Globalisierung scheint also doch irgendwo zu funktionieren, zumindest in diesem Bereich!

  4. bauagent sagt:

    Der schmutzigste Boom der Weltgeschichte geht zu Ende. Wohl mit einem ganz ganz großen Knall.

    Hat man bisher die kreditgeschöpfte Wachstumsorgie in China gefeiert, an denen wie im Westen nur ein kleiner Teil der Gesellschaft partizipierte, beginnt man jetzt die Trümmer der Zerstörung zu vernebeln.

    1/3 der Chinesen trinken mittlerweile belastetes Wasser, Hunderttausende sterben mittlerweile an chronischen Atemwegserkrankungen.

    Aber machen wir weiter Party und freuen uns auf den Tag, an dem die Chinesen die USA ablösen:

    – bei den meisten Milliardären
    – bei den meisten Autos
    – bei den meisten neuen Elfenbeintürmen

    aber auch

    – bei den meisten Umwelttoten
    – bei den meisten Bürgerkriegen
    – bei den geringsten Menschenrechten

    Ich stehe ja nicht auf Weissagungen, aber bei dieser weltweiten Gemengelage hat man den Eindruck, dass es wohl nicht mehr lange bis zu einem weltweiten Armaggedon (der Offenbarung des Johannes, Kapitel 16, Vers 16 und Buch Henon 7) dauern kann.

  5. frame sagt:

    @ an die Redaktion:

    Wessen Text ist das ?

    > Mit Tränengas … MUSSTE in China eine Demonstration … aufgelöst werden.

    Was für ein horrender Unfug.
    Eine Demonstration „muß“ überhaupt nicht aufgelöst werden.
    JEMAND war der Meinung, diese Demonstration müsse unbedingt aufgelöst werden.

    Wessen Meinung wird uns da als „Naturgesetz“ verkauft ???

    • Anaconda77 sagt:

      Sie haben recht, man sollte mehr auf die Präzision der Sprache achten. Vor allem die etablierten Medien arbeiten auf diese suggestive Art und Weise. Der Leser soll denken, dass es keine andere Möglichkeit gab und somit legitim ist. Das Wort 2aufgelöst“ ist schon eine Verhamlosung, man hat die Menschen u.A. mit Tränengas attackiert!

  6. jay twelve sagt:

    Ich wünsche, wir hätten die passende Argumente, die Schlagstock-Polizisten in alle Ruhe zu erklären, dass die Demonstranten auch ihre Interessen vertreten.