Irland: Erste Auktion nach Bailout enttäuscht

Irland ist heute mit Staatsanleihen auf den Kapitalmarkt zurückgekehrt. Für seine dreimonatigen Anleihen musste es verhältnismäßig hohe Zinsen bieten.

Irland hat heute das erste Mal seit es den Rettungsschirm EFSF in Anspruch genommen hat, wieder Staatsanleihen ausgegeben. Die Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit von nur drei Monaten lagen bei 1,8 Prozent. Im Vergleich dazu musste Spanien in der vergangenen Woche 2,4 Prozent Zinsen für dreimonatige Anleihen bieten.

Insgesamt nahm Irland 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt auf. Die Neuverschuldung im vergangenen Jahr betrug 13 Prozent. Ökonomen rechnen damit, dass die Wirtschaft in diesem Jahr stagnieren wird. Die Nachfrage im Inland geht weiter zurück.

Die Auktion wird zwar offiziell als kleiner Erfolg gewertet, doch mit den aktuellen Zinsen wird sich Irland dauerhaft nicht nachhaltig finanzieren können. Zumal Irland heftige Einsparungen vornehmen musste, um das noch beschränkte Vertrauen der Investoren wiederzuerlangen.

Kommentare

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  1. Otto sagt:

    Was ist eigentlich mit der Laufzeitverlängerung der irischen Kredite aus dem Rettungsschirm ?
    Sind die von 15 auf 30 Jahre verlängert worden?
    Wenn ja, wurden die Bürgen und Geldgeber( Steuerzahler) mal wieder hinter die Fichte geführt.
    15 Jahre länger ins Risiko. Besteht da die Eurozone überhaupt noch?

  2. iggi sagt:

    WIR alle kaufen Staatsanleihen ueber Steuern und ESM ob wir wollen oder nicht. P

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    „…Anleihen mit einer Laufzeit von nur drei Monaten…“

    Wozu leiht sich ein Staat Geld für drei Monate? Um mit neuen Schulden alte Schulden (bzw. offene Rechnungen) zu „bezahlen“, aber garantiert nicht, um das Geld sinnvoll zu investieren.

    „Spitzenpolitiker“ und „Wirtschaftsexperten“ werden die Ursache der „Finanzkrise“ (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle) wohl bis zum Jüngsten Tag nicht mehr begreifen – und werden selbst danach noch eine längere Therapie benötigen, um mit dem selbständigen Denken anfangen zu können, was dann aber glücklicherweise eigendynamisch passiert:

    • FDominicus sagt:

      „Wozu leiht sich ein Staat Geld für drei Monate? Um mit neuen Schulden alte Schulden (bzw. offene Rechnungen) zu “bezahlen”, aber garantiert nicht, um das Geld sinnvoll zu investieren.“

      Ein Staat kann nicht sinnvoll investieren, woran sollte er den Erfolg den Fest machen es gibt sicherlich keine GuV auf Staatsebene. Das was man hat geht raus dazu noch ein paar Prozent von dem was man nicht hat sich aber (noch) leihen kann.

      Da der Staat sich in alles einmischt, werden Seine Aktionen immer kontraproduktiver, und dann lauert der nächste Gesetzesvorstoss. Ein Staat kann nur eines „produzieren“ Gesetze ohne Ende. Aber produktiv für die Bürger ist das mit Sicherheit nicht.

  4. Im Harfe sagt:

    Neuverschuldung 13% – und das wird als Erfolg des angeblichen Musterschülers
    verkauft? Welche Dummköpfe kaufen noch Staatsanleihen?

  5. jay twelve sagt:

    Man kann staunen und wundern, das Finanzsystem der EU-Staaten schließt gänzlich ein Mitgliedstaat aus, der in der Lage wäre ohne Neuverschuldung wirtschaften zu können.

    Zugleich ist erkennbar geworden, Verschuldung und Wachstum schließen sich ebenfalls gänzlich aus.
    Seltsamer Weise, in diesem System haben die Banken einen chronischen Kapitalbedarf, der von irgendwo beschafft werden muss.
    Das ergibt sich aus der Tatsache heraus, das die Banken die ganze Ersparnisse der vorherigen und derzeitigen Generationen im Casino verzockt haben uns sich obendrauf noch immense verschuldet haben.

    Demnach steht eindeutig klar, die Staaten haben sträflich versäumt die Banken in die wohlverdiente Insolvenz zu entlassen. In dem Fall hätten die Banken und ihre Finanziers das Nachsehen, sich die Wunden zu lecken.
    Staat dessen, auf Anraten von Banksters, machten die Politiker den Kardinalfehler, den man nur einmal in 1000 Jahren machen kann. Nämlich, die Rettung der Banken, die niemand retten kann und darf.

    Die s.g. „Märkte“ stellen Kapital zu Verfügung unter den Prämissen der Staatsgarantien, die jedoch nur durch Inanspruchnahme der Steuereinahmen der zukünftigen Generationen basieren können, weil alle Reserven schon durch die Schornsteine der Banken verbrannt waren.

    Die Lösung des Problems: Alle verschuldete Banken samt Schulden MÜSSEN radikal wegoperiert werden.
    Das nenne ich die Stunde Null.